Examensarbeit, 2004
76 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
2. DIE SITUATION IM FRÜHEN MITTELALTER
3. DIE WELT DES MITTELALTERLICHEN MENSCHEN
4. GESELLSCHAFTSFORMEN
a) Sippe
b) Haus
c) Stamm
5. MOTIVE FÜR DIE MISSION
a) Peregrinatio
b) Ethnische Verbundenheit
6. DIE BESONDERHEITEN DER MISSION IM FRÜHEN MITTELALTER
a) Kollektiver Entscheid zum Religionswechsel
b) Bekehrung von oben nach unten
c) Vorfahren und Tradition
d) Mangelnde Säkularität
e) Ein Motiv für den Glaubenswechsel: Der stärkere Gott
f) Das Bild von den Heiden
7. DIE MISSION IN DER PRAXIS
a) Tatmission
b) Sprache der Missionare
c) Form und Inhalt der Missionspredigt
d) Predigt des Bonifatius auf einem Marktplatz in Hessen
8. DIE TAUFE - DAS TOR ZUM REICH GOTTES
9. SCHUTZ VOR DEM RÜCKFALL IN ALTE GLAUBENSVORSTELLUNGEN - REFORM UND KIRCHENORGANISATION DES BONIFATIUS
a) Kirchliche Strukturen
b) Petrinische Schlüsselliturgie
c) Klöster als Knotenpunkte der Kirchenorganisation
d) Ehe
e) Totenkult
f) Synoden
g) Kloster Fulda
h) Märtyrertod
10. ERGEBNIS - AUSWIRKUNG DER CHRISTIANISIERUNG AUF EUROPA
a) Armenfürsorge
b) Verbesserung der Lebensverhältnisse von Sklaven
c) Rolle der Frau
d) Die Auswirkungen der frühmittelalterlichen Mission auf Europa
Die Arbeit untersucht den Prozess der Christianisierung im frühen Mittelalter unter besonderer Berücksichtigung des Wirkens des heiligen Bonifatius. Das primäre Ziel ist es, die Schwierigkeiten, Methoden und gesellschaftlichen Auswirkungen der Missionierung germanischer Stämme sowie die damit einhergehende Etablierung kirchlicher Strukturen und Reformen zu analysieren.
d) Predigt des Bonifatius auf einem Marktplatz in Hessen
Kommt zusammen und höret mich an, ich Bischof Bonifatius, in Weisung des apostolischen Stuhls und im Schutze und Erlaubnis eures Machthabers Karl Martell.
Seht her: In meiner rechten Hand das heilige Cruzifix mit den Reliquien des heiligen Paulus und Petrus, und in meiner linken die kostbare und in Gold geschriebene heilige Schrift, die Grundlage unseres Glaubens. Ein Glaube, der eurem Machthaber Karl Martell im Zeichen des Kreuzes schon zu so vielen ruhmreichen Siegen geführt hat und ihm zu seiner so unglaublichen militärischen Stärke verhilft, ein Glaube, der schon so weit verbreitet ist und den ich euch nun lehren will.
Um aber zunächst auf eure Götter zu sprechen kommen: Ihr behauptet, dass sie anscheinend voneinander abstammen oder etliche von ihnen durch den Geschlechtsakt von Mann und Frau gezeugt worden sind.
Ich möchte euch fragen: Eure Zahl der Götter müsste auf diesem Wege ins unermessliche gestiegen sein. Wer ist denn nun eigentlich der Mächtigste von ihnen? Und falls Ihr weiterhin an diese Fortpflanzungstheorie glaubt: Wer war nun der erste dieser Götter, wie ist er entstanden, wie konnte er sich alleine auf der großen und so weiten Welt durchsetzen und die noch viel wichtigere Frage: Wie konnte er sich alleine vermehren?
Doch ich habe eine Antwort auf eure Fragen: Ich sage euch, es gibt nur diesen einen Gott, der schon seit allen Ewigkeiten existiert: Den Gott der Christen, den Schöpfer dieser Welt. Denn so seht hier dieses Buch mit der goldenen Schrift und hört, wie dort geschrieben steht: „Denn am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“.
1. EINLEITUNG: Darstellung des Missionsauftrags und Einführung in die historische Ausgangslage der frühmittelalterlichen Mission.
2. DIE SITUATION IM FRÜHEN MITTELALTER: Erläuterung der politischen und religiösen Lage nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches.
3. DIE WELT DES MITTELALTERLICHEN MENSCHEN: Beschreibung der Lebensbedingungen und sozio-kulturellen Verhältnisse der zu bekehrenden Menschen.
4. GESELLSCHAFTSFORMEN: Analyse der kollektiv geprägten Sozialstrukturen wie Sippe, Haus und Stamm.
5. MOTIVE FÜR DIE MISSION: Untersuchung der asketischen Peregrinatio und der ethnischen Verbundenheit als Beweggründe für die Missionare.
6. DIE BESONDERHEITEN DER MISSION IM FRÜHEN MITTELALTER: Erörterung der kollektiven Bekehrung, der Rolle der Tradition und der Mangel an Säkularität.
7. DIE MISSION IN DER PRAXIS: Darstellung der Methoden wie Tatmission, Sprachbarrieren und der Gestaltung der Missionspredigt.
8. DIE TAUFE - DAS TOR ZUM REICH GOTTES: Beschreibung der Taufe als Initiationsakt und der Anpassung des Taufritus an die Bedürfnisse frisch bekehrter Gebiete.
9. SCHUTZ VOR DEM RÜCKFALL IN ALTE GLAUBENSVORSTELLUNGEN - REFORM UND KIRCHENORGANISATION DES BONIFATIUS: Analyse der kirchlichen Strukturreformen und der Etablierung des römischen Ritus.
10. ERGEBNIS - AUSWIRKUNG DER CHRISTIANISIERUNG AUF EUROPA: Zusammenfassende Betrachtung der kulturellen, sozialen und ethischen Einflüsse der Mission auf das Abendland.
Mission, frühes Mittelalter, Bonifatius, Christianisierung, Taufe, Peregrinatio, Tatmission, Kirchenorganisation, heidnische Bräuche, Klöster, Abendland, ethnische Verbundenheit, Glaubenswechsel, Säkularität, Reform.
Die Arbeit analysiert den Prozess der Missionierung im frühen Mittelalter und den Einfluss des christlichen Glaubens auf die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung Europas.
Die zentralen Themen umfassen die Gesellschaftsstrukturen der germanischen Stämme, die Methoden der Missionare, die Bedeutung der Taufe und die kirchenorganisatorischen Reformen durch Bonifatius.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Christentum unter schwierigen Bedingungen die Lebenswelt der Menschen veränderte und das Fundament für ein einheitlich geprägtes europäisches Abendland legte.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur, insbesondere den Werken von Arnold Angenendt, sowie zeitgenössischen Quellen basiert.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Motiven der Mission, den spezifischen Schwierigkeiten vor Ort, den Methoden (wie der Tatmission) und der systematischen Neuordnung der fränkischen Kirche.
Die wichtigsten Begriffe sind Mission, Christianisierung, Bonifatius, frühes Mittelalter, Taufe und Kirchenorganisation.
Die Tatmission, wie beispielsweise die Fällung der Donareiche, diente dazu, die Macht des Christengottes gegenüber heidnischen Gottheiten visuell und physisch zu demonstrieren, um den Heiden die Überlegenheit des neuen Glaubens zu beweisen.
Die Peregrinatio war das Ideal der asketischen Weltentsagung; sie motivierte Mönche, ihre Heimat freiwillig zu verlassen, um als Fremde bei fremden Völkern das Heil zu verkünden.
Da die Sippe ein absolut kollektives Friedensgebot und eine enge Abstammungsbindung hatte, war eine individuelle Entscheidung zum Glaubenswechsel unvorstellbar; daher mussten Bekehrungen zwingend kollektiv erfolgen.
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