Bachelorarbeit, 2012
56 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
1.1 Ökonomische Bedeutung von Leasing
1.2 Problemdarstellung und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN UND RECHTLICHE EINORDNUNG
2.1 Definition Leasingverhältnis und Anwendungsbereich des IAS 17
2.2 Kategorien von Leasingverhältnissen
2.2.1 Finance Lease und Operate Lease
2.2.2 Sale-and-Leaseback-Transaktionen als Sonderfall
2.3 Bilanzpolitik
3 BILANZIERUNG VON LEASINGVERHÄLTNISSEN
3.1 Ermittlung des Barwerts der Mindestleasingzahlungen
3.1.1 Nicht-Berücksichtigung bedingter Leasingzahlungen
3.1.2 Maßgeblicher Diskontierungszinssatz
3.2 Überblick über die Vertragsklassifikation
3.3 Bilanzielle Darstellung von Leasingverhältnissen
3.3.1 Bilanzierung eines Finanzierungsleasings
3.3.2 Bilanzierung eines Operating-Leasing
3.4 Ermessens- und Beurteilungsspielräume bei der Vertragsklassifikation
3.4.1 Eigentumsübergangstest (Transfer of Ownership Test)
3.4.2 Kaufoptionstest (Bargain Purchase Option Test)
3.4.3 Laufzeittest (Economic Life Test)
3.4.4 Barwerttest (Recovery of Investment Test)
3.4.5 Spezial-Leasing-Test
3.4.6 Ergänzende Indikatoren des IAS 17.11
3.5 Analyse und Auswirkungen des bilanzpolitischen Gestaltungsrahmens
4 SALE-AND-LEASEBACK-TRANSAKTIONEN ALS SONDERFALL
4.1 Motive und bilanzpolitische Aspekte
4.2 Abbildung von Sale-and-Leaseback-Transaktionen
4.2.1 Leaseback-Transaktion als Finanzierungsleasing klassifiziert
4.2.2 Leaseback-Transaktion als Operating-Leasing klassifiziert
5 AUSBLICK AUF DIE REFORM DER LEASINGBILANZIERUNG
5.1 Aktuelle Entwicklung
5.2 Reformvorschläge zur Leasingbilanzierung
5.3 Erwartete Auswirkungen der On-Balance-Darstellung beim Leasingnehmer
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Die vorliegende Bachelorarbeit analysiert die bilanzielle Abbildung von Leasingverhältnissen nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) mit einem Fokus auf die bestehenden Ermessensspielräume bei der Vertragsklassifikation. Ziel ist es, die Auswirkungen bilanzpolitischer Gestaltungsmöglichkeiten aus Leasingnehmerperspektive zu identifizieren und kritisch zu bewerten, insbesondere im Hinblick auf das angestrebte Ziel der Bilanzneutralität (Off-Balance-Sheet-Financing) und die Auswirkungen auf wichtige Bilanzkennzahlen.
3.4.1 Eigentumsübergangstest (Transfer of Ownership Test)
Das erste Kriterium für das Vorliegen eines finance lease, geregelt in IAS 17.10 (a), stellt der transfer of ownership test dar. Eine vertragliche Vereinbarung über den Übergang des Eigentums an dem Leasingobjekt nach Ablauf der Leasinglaufzeit soll demnach ein Indikator für das Vorliegen eines finance lease sein. Dem LN wird von Beginn an die tatsächliche Sachherrschaft über das Leasingobjekt zugesprochen. Dies hat wiederum eine damit einhergehende dauerhafte Zuordnung der wesentlichen Chancen und Risiken zum LN zur Folge, da der Leasinggegenstand auch nach Ablauf der Leasinglaufzeit im wirtschaftlichen und rechtlichen Eigentum des LN verbleibt. Beinhaltet ein Leasingvertrag solch eine Vertragskomponente, ist dieses Kriterium grundsätzlich erfüllt. Ausnahmen können eintreten, wenn Leasingverträge Komponenten enthalten, die eine Kündigung nicht ausschließen und mit der ernsthaft zu rechnen ist.
Es wird ersichtlich, dass diese Beurteilungshilfe grundsätzlich frei von Ermessen und somit eindeutig ist. Die Beurteilung über die Eintrittswahrscheinlichkeit, dass der LN ernsthaft von seinem Kündigungsrecht Gebrauch machen könnte, wird allerdings auf Prognosen sowie Schätzungen beruhen und ist letztendlich mit Ermessen behaftet. Außerdem ist es Auslegungssache, wie der Begriff „ernsthaft“ zu interpretieren ist.
1 EINLEITUNG: Einführung in die ökonomische Bedeutung von Leasing sowie Darlegung der Problematik der bilanzneutralen Behandlung nach IAS 17 und der Zielsetzung der Arbeit.
2 BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN UND RECHTLICHE EINORDNUNG: Definition der Leasinggrundlagen, Abgrenzung zwischen den Kategorien von Leasingverhältnissen und Einführung in das Konzept der Bilanzpolitik.
3 BILANZIERUNG VON LEASINGVERHÄLTNISSEN: Detaillierte Analyse der Kriterien zur Vertragsklassifikation, der Ermessensspielräume bei der Bewertung und deren bilanzielle Auswirkungen.
4 SALE-AND-LEASEBACK-TRANSAKTIONEN ALS SONDERFALL: Untersuchung der Motive für Sale-and-Leaseback-Transaktionen und deren spezieller bilanzieller Behandlung bei Verkäufer und Käufer.
5 AUSBLICK AUF DIE REFORM DER LEASINGBILANZIERUNG: Darstellung der geplanten Änderungen durch das IASB/FASB, insbesondere des Übergangs zu einem Right-of-Use-Modell zur Vermeidung von Off-Balance-Sheet-Finanzierungen.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Resümee der Arbeit hinsichtlich der konzeptionellen Schwächen des IAS 17 und Bewertung der Auswirkungen zukünftiger Reformen.
Leasing, IFRS, IAS 17, Finanzierungsleasing, Operating-Leasing, Bilanzpolitik, Off-Balance-Sheet-Financing, Vertragsklassifikation, Mindestleasingzahlungen, Sale-and-Leaseback, Bilanzkennzahlen, Right-of-Use-Modell, Ermessensspielraum, Financial Covenants, Risikomanagement.
Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Erfassung von Leasingverhältnissen nach den derzeit geltenden internationalen Standards (IAS 17) und untersucht, welche Möglichkeiten Unternehmen haben, ihre Bilanz durch die Ausgestaltung von Leasingverträgen aktiv zu beeinflussen.
Im Mittelpunkt stehen die Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasing, die Analyse der damit verbundenen Ermessensspielräume bei der Vertragsklassifikation sowie die Untersuchung der Auswirkungen auf Kennzahlen wie Eigenkapital- und Fremdkapitalquote.
Ziel ist es zu identifizieren, wie Unternehmen durch Ausnutzung von Interpretationsspielräumen in den IFRS-Standards Leasingverhältnisse so gestalten können, dass sie außerbilanziell (off balance) bleiben, um so ihre Bilanzrelationen vorteilhafter darzustellen.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herangehensweise auf Basis der aktuellen Rechnungslegungsnormen (IAS 17), ergänzt durch eine kritische Literaturanalyse und die Auswertung von Bilanzierungsbeispielen.
Der Hauptteil widmet sich der Ermittlung von Barwerten, der detaillierten Prüfung der Kriterienkataloge für die Vertragsklassifikation (z. B. Laufzeittest, Barwerttest) sowie der Analyse von Sale-and-Leaseback-Transaktionen als Sonderform.
Die zentralen Begriffe sind Leasing, IFRS, Bilanzpolitik, Off-Balance-Sheet-Financing und die Klassifizierungskriterien für Leasingverhältnisse.
Sale-and-Leaseback-Transaktionen ermöglichen Unternehmen eine kurzfristige Liquiditätsbeschaffung durch Verkauf von Wirtschaftsgütern, bei gleichzeitiger Beibehaltung der Nutzungsmöglichkeit durch den Leasingrückvertrag, was gezielt zur Bilanzverschönerung genutzt werden kann.
Die geplante Reform zielt darauf ab, die bilanzneutrale Behandlung von Operating-Leasingverhältnissen weitgehend abzuschaffen, indem auch für diese zukünftig ein Nutzungsrecht und eine korrespondierende Verbindlichkeit in der Bilanz erfasst werden müssen (Right-of-Use-Modell).
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