Bachelorarbeit, 2015
29 Seiten, Note: 1,3
1. Problemstellung
2. Unternehmensbewertung mit der Multiplikatormethode
2.1. Einordnung der Multiplikatormethode in die Bewertungsverfahren
2.2. Konzeption und Vorgehensweise der Multiplikatormethode
2.3. Übersicht ausgewählter Multiplikatoren
3. Kritische Würdigung einzelner Multiplikatoren
4. Kritische Würdigung der Vorteile der Multiplikatormethode
4.1. Vergleichbarkeit
4.1.1. Vergleichbarkeit der Peer Group
4.1.2. Problematik der Auswahl von Multiplikator und Bezugsgröße
4.2. Objektivität
4.3. Komplexitätsreduktion
4.4. Anwendbarkeit bei geringer Informationsverfügbarkeit
5. Kritische Würdigung des Verfahrens als Unternehmensbewertungsverfahren
5.1. Würdigung der Anwendbarkeit des Verfahrens anhand der Funktionenlehre
5.1.1. Beratungsfunktion
5.1.2. Argumentationsfunktion und Vermittlungsfunktion
5.1.3. Marktpreisabschätzung
5.1.4. Testfunktion, Indikationsfunktion und Unterstützungsfunktion
5.2. Würdigung ausgewählter Grundsätze ordnungsgemäßer Unternehmensbewertung
5.2.1. Zukunftsbezogenheit
5.2.2. Barwertorientierung
5.2.3. Nachvollziehbarkeit der Bewertungsannahmen
6. Thesenförmige Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht kritisch, ob das Multiplikatorverfahren als eigenständiges Verfahren der Unternehmensbewertung Bestand haben kann oder ob die in Literatur und Praxis genannten Vorteile (Objektivität, Einfachheit, Vergleichbarkeit) bei genauerer Betrachtung der methodischen Vorgehensweise und den Anforderungen an eine ordnungsgemäße Bewertung haltbar sind.
2.2. Konzeption und Vorgehensweise der Multiplikatormethode
Unternehmensbewertung mithilfe von Multiplikatoren beruht auf dem Prinzip des „Law of one Price“, nach dem identische Güter keine verschiedenen Preise haben können; d. h. die Grundidee ist: Vergleichbare Unternehmen besitzen auch vergleichbare Unternehmenswerte. Das Konzept der Multiplikatorverfahren ist es, den Unternehmenswert mithilfe eines Kennzahlenvergleichs zwischen vergleichbaren Unternehmen zu berechnen. Folglich beruhen marktorientierte Verfahren auf der Annahme von effizienten Kapitalmärkten und Arbitragefreiheit.
Der Unternehmenswert wird beim Multiplikatorverfahren durch Multiplikation einer Bezugsgröße des Bewertungsobjekts mit einem von der gewählten Kenngröße abhängigen Multiplikator errechnet. Die Bezugsgröße ist zumeist eine finanzielle Größe, kann aber auch eine nicht-finanzielle Größe wie z. B. die Kundenanzahl darstellen; zur Ermittlung des Multiplikators wird ein Durchschnitt einer Kennzahl von vergleichbaren Unternehmen ins Verhältnis zum Durchschnitt der Bezugsgröße der Vergleichsunternehmen gesetzt.
Die Vorgehensweise im Einzelnen ist wie folgt: Zunächst ist das zu bewertende Unternehmen zu analysieren; der Bewerter muss sich „ein hinreichend konkretes Bild“ des Bewertungsobjekts machen. Die Finanzdaten des zu bewertenden Unternehmens werden bereinigt: Einmalige Ereignisse und außerordentliche Positionen müssen korrigiert werden (z. B. Gewinn aus dem Verkauf von Anlagen). Ausgehend von der Analyse des Zielunternehmens sind sodann geeignete Kriterien für die Auswahl vergleichbarer Unternehmen zu definieren. Gängige Kriterien sind nach Cheridito/Hadewicz: Branchenzugehörigkeit, Unternehmensgröße, Marktposition, Kostenstruktur, Lebenszyklusphase, geographische Verbreitung, Aktionärsstruktur.
Im nächsten Schritt sind die Finanzdaten der gefundenen Vergleichsunternehmen zu bereinigen, um individuelle Sondereinflüsse sowie einmalige Positionen zu eliminieren und somit die Vergleichbarkeit mit dem Zielunternehmen zu erhöhen. Nach der Auswahl der Vergleichsgruppe, der sogenannten Peer Group, gilt es, eine Bezugsgröße zu wählen, die eine Übertragung des Unternehmenswerts der Vergleichsgruppe auf das Bezugsunternehmen erlaubt und basierend auf der Bezugsgröße einen geeigneten Multiplikator zu wählen.
1. Problemstellung: Einleitung in die Thematik der Unternehmensbewertung, Vorstellung der Relevanz von Multiplikatorverfahren und Formulierung der Forschungsfrage zur kritischen Würdigung.
2. Unternehmensbewertung mit der Multiplikatormethode: Einordnung der Methode in die Bewertungslehre, Erläuterung der Konzeption, der Vorgehensweise sowie eine Übersicht gängiger Multiplikatoren.
3. Kritische Würdigung einzelner Multiplikatoren: Analyse der Vor- und Nachteile spezifischer Multiplikatoren wie KGV, KBV oder Umsatzmultiples hinsichtlich ihrer Aussagekraft und Verzerrungsanfälligkeit.
4. Kritische Würdigung der Vorteile der Multiplikatormethode: Detaillierte Untersuchung der angeblichen Vorteile wie Vergleichbarkeit, Objektivität, Komplexitätsreduktion und Anwendbarkeit bei geringer Informationsverfügbarkeit.
5. Kritische Würdigung des Verfahrens als Unternehmensbewertungsverfahren: Überprüfung der Methode anhand der Funktionenlehre der Unternehmensbewertung sowie zentraler Bewertungsgrundsätze wie Zukunftsbezogenheit und Barwertorientierung.
6. Thesenförmige Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Ergebnisse, in der das Multiplikatorverfahren als ergänzendes Instrument zur Marktpreisschätzung, jedoch nicht als Ersatz für fundamentale Bewertungsverfahren identifiziert wird.
Unternehmensbewertung, Multiplikatorverfahren, Marktwert, Peer Group, Vergleichbarkeit, Funktionenlehre, Ertragswertverfahren, Diskontierung, Kapitalmarkt, Finanzanalyse, Grenzpreis, Marktpreisabschätzung, Zukunftsbezogenheit, Bewertungsgrundsätze, Unternehmenswert.
Die Arbeit widmet sich einer kritischen Würdigung des Multiplikatorverfahrens als Methode der Unternehmensbewertung.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung, die praktische Anwendung (Peer Group Auswahl), die Funktionen der Unternehmensbewertung und die Einhaltung ordnungsgemäßer Bewertungsgrundsätze.
Die Autorin untersucht, ob das Multiplikatorverfahren bei näherer Betrachtung als eigenständiges Verfahren der Unternehmensbewertung Bestand hat oder ob es lediglich als Bepreisungsinstrument dient.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit den methodischen Grundlagen sowie den Anforderungen der Funktionenlehre der Unternehmensbewertung.
Der Hauptteil gliedert sich in die kritische Untersuchung einzelner Multiplikatoren, der vermeintlichen Verfahrensvorteile sowie die Analyse der Eignung anhand der Funktionenlehre und der Grundsätze ordnungsgemäßer Unternehmensbewertung.
Wesentliche Begriffe sind Unternehmensbewertung, Multiplikatorverfahren, Vergleichbarkeit, Peer Group, Marktwert und Funktionenlehre.
Die Autorin stellt dar, dass die Auswahl der Vergleichsunternehmen von entscheidender Bedeutung ist, da nur bei hoher Vergleichbarkeit eine fundierte Übertragung von Kennzahlen möglich ist, was in der Praxis oft mit erheblichem Aufwand verbunden ist.
Nach Ansicht der Autorin kann das Verfahren keinen „inneren Wert“ liefern, da es investitionstheoretische Kriterien wie Zukunftsbezogenheit und individuelle Ertragserwartungen nur unzureichend berücksichtigt.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Equity-Multiplikatoren (wie KGV) durch die Kapitalstruktur beeinflusst werden, während Entity-Multiplikatoren auf den Gesamtwert abstellen und somit besser für den Vergleich von Unternehmen mit unterschiedlicher Finanzierung geeignet sind.
Das Multiplikatorverfahren kann nicht als konkurrenzfähiges eigenständiges Bewertungsverfahren gesehen werden, sondern lediglich als hilfreiches ergänzendes Instrument, das wertvolle Informationen aus einer Marktperspektive liefern kann.
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