Bachelorarbeit, 2014
61 Seiten, Note: 2,5
1. Einführung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Anthropometrie
2.2 Sozioökonomischer Status
3. Erklärungsansätze des kindlichen Übergewichts
3.1 Sozioökonomische und strukturelle Faktoren
3.2 Psychosoziale Faktoren
3.3 Erklärungsansätze von Bourdieu
3.4 Weitere Erklärungsmodelle
4. Hypothesendarstellung
5. Studiendarstellung
5.1 Kinder- und Jugendgesundheitssurvey
5.1.1 Operationalisierung
5.2 Australian Children's Nutrition and Physical Activity Survey
5.2.1 Operationalisierung
5.3 IDEFICS
5.3.1 Operationalisierung
5.4 Health Survey for England
5.4.1 Operationalisierung
6. Studienvergleich
6.1 Erste Forschungshypothese
6.2 Zweite Forschungshypothese
6.3 Dritte Forschungshypothese
6.4 Vierte Forschungshypothese
7. Diskussion
8. Schlussbetrachtung/ Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status (SES) der Eltern – primär definiert durch Bildung und Einkommen – und dem Risiko für Übergewicht und Adipositas bei Kindern im Grundschulalter. Das zentrale Forschungsziel ist die Identifikation von indirekten Einflussfaktoren, insbesondere Ernährungsverhalten und körperliche Aktivität, die diesen Zusammenhang vermitteln.
3.3 Erklärungsansätze von Bourdieu
Soziale Ungleichheit muss nicht unmittelbar zu gesundheitlicher Ungleichheit führen, vielmehr müssen vermittelnde Glieder, die zu einem gesundheitsschädigenden Verhalten verleiten, untersucht werden. Pierre Bourdieus Habitustheorie bietet eine Erklärung für gesundheitliche Ungleichheit (Klocke 2004).
Bourdieu (1983, 1985) beschreibt den Habitus als routiniertes Alltagsverhalten, das wiederum Lebensstile beeinflusst. Nach Bourdieu wird der Habitus durch eine soziale Position eines Menschen innerhalb der Sozialstruktur geprägt. Der Habitus beeinflusst nicht nur die Handlungs-, Wahrnehmungs- und Denkverhalten der Akteure, sondern auch das ganze soziale Zusammenleben der Menschen. Somit formt sich der Habitus durch die Stellung der Person und seiner sozialen Klasse in der Gesellschaft. Ebenso durch das Verinnerlichen der durch die Gesellschaft vermittelten kulturellen und materiellen Bedingungen des Lebens, den sogenannten Ressourcen. Somit gelten Lebensstile als expressive Form des Habitus (Abel u. Frohlich 2012).
1. Einführung: Darstellung der Problematik von Übergewicht bei Kindern als Ausdruck sozialer Ungleichheit und Definition des Forschungsziels.
2. Begriffsbestimmungen: Definition der zentralen Konzepte Adipositas, anthropometrische Messmethoden (BMI) und sozioökonomischer Status (SES).
3. Erklärungsansätze des kindlichen Übergewichts: Theoretische Herleitung durch sozioökonomische, strukturelle und psychosoziale Faktoren sowie Bourdieus Kapital- und Habitustheorie.
4. Hypothesendarstellung: Formulierung der Haupthypothese sowie der vier spezifischen Unterhypothesen bezüglich des Einflusses von elterlicher Bildung und Einkommen.
5. Studiendarstellung: Vorstellung der vier empirischen Studien KiGGS, ACNAPAS, IDEFICS und Health Survey for England inklusive ihrer Operationalisierungsmethoden.
6. Studienvergleich: Empirische Analyse und Gegenüberstellung der Ergebnisse zur Überprüfung der aufgestellten Forschungshypothesen.
7. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse und der methodischen Vergleichbarkeit der herangezogenen Studien.
8. Schlussbetrachtung/ Ausblick: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Ableitung von Empfehlungen für zukünftige Präventionsmaßnahmen.
Soziale Ungleichheit, Kindliches Übergewicht, Sozioökonomischer Status, Elterliche Bildung, Haushaltseinkommen, Ernährungsverhalten, Körperliche Aktivität, Gesundheitsverhalten, Public Health, Habitus, Bourdieu, KiGGS, IDEFICS, Adipositasprävention, Lebensstil
Die Bachelorarbeit analysiert, wie soziale Ungleichheit – insbesondere der Bildungsstand und das Einkommen der Eltern – das Risiko für Übergewicht und Adipositas bei Kindern im Grundschulalter beeinflusst.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkungen zwischen dem sozialen Status der Familie, dem damit verbundenen Ernährungsverhalten der Kinder und deren körperlicher Aktivität.
Ziel ist es, die Mechanismen zu identifizieren, durch die elterliche Bildung und Einkommen indirekt auf das Körpergewicht von Kindern einwirken, und diese anhand internationaler Studien zu vergleichen.
Die Autorin führt eine vergleichende Sekundäranalyse durch, bei der sie Daten aus vier großen, internationalen gesundheitsepidemiologischen Studien (u.a. KiGGS und IDEFICS) systematisch gegenüberstellt.
Im Hauptteil werden theoretische Ansätze zur Erklärung gesundheitlicher Ungleichheit (wie die von Bourdieu) erörtert, Hypothesen abgeleitet und diese durch den Vergleich der genannten Studien systematisch überprüft.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie soziale Ungleichheit, kindliches Übergewicht, sozioökonomischer Status, Ernährung, körperliche Aktivität und Gesundheitslebensstile beschreiben.
Der Habitus dient als zentrales theoretisches Konzept, um zu erklären, wie soziale Herkunft durch verinnerlichte Normen und Lebensstile das Gesundheitsverhalten von Kindern langfristig prägt.
Ja, die Arbeit stellt fest, dass es kulturelle Unterschiede gibt; beispielsweise zeigen südeuropäische Länder teils andere Muster beim Zusammenhang zwischen Bildung und Ernährungsverhalten als nordeuropäische Länder.
Das Einkommen fungiert als Barriere oder Ermöglicher, da es den Zugang zu einer gesunden Lebensmittelwahl und zu organisierten Sportangeboten maßgeblich bestimmt.
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