Examensarbeit, 2015
56 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung von Sadismus und Masochismus
2.1 Sadismus
2.2 Masochismus
3. Der Sadomasochismus in der Literatur
4. Wilhelm Heinse „Ardinghello und die glückseligen Inseln“
4.1 Kunst, Genuss und das höchste Ziel in Heinses „Ardinghello“
4.2 Die Kunstbetrachtungen und das Masochismusmotiv im „Ardinghello“
4.3 Fazit zu Heinses Ardinghello
5. Leopold von Sacher-Masoch „Venus im Pelz“
5.1 Sacher-Masochs Frauenfigur
5.2 Masochismus und Fetisch in Venus im Pelz
5.3 Fazit Venus im Pelz
6. Elfriede Jelinek „Lust“
6.1 Die Oberflächliche von „Lust“
6.2 Das Masochismus-Motiv und das Obszöne in „Lust“
6.3 Fazit zu Elfriede Jelineks „Lust“
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Darstellung von Masochismus als Mittel der Lustbefriedigung durch Schmerz und Gewalt in der deutschen Literaturgeschichte und analysiert, wie sich diese Ausdrucksformen von der ästhetisierten Beschreibung des 18. Jahrhunderts bis hin zum krass Obszönen der Gegenwart verändert haben.
Die Kunstbetrachtungen und das Masochismusmotiv im „Ardinghello“
Lebendige Beschreibungen von Gemälden […] sind immer wieder in die Handlung eingestreut, auch wenn sie noch so intim ist: ein Tizian-Bild wird erläutert, wenn Ardinghello in der Kirche San Giovanni e Paolo in Venedig ungeduldig auf ein heimliches Stelldichein mit Cäcilia wartet; die Madonna mit dem Kind von Raffael, wenn er im Begriff steht, sich nackt auf die schlafende Lucinde zu stürzen; und die Beschreibung der Gemälde der Sixtina ist eingerahmt von den heißen Liebesnächten mit Fiordimona, wobei Dante, Petrarca und Boccaccio das Thema der anschließenden Gespräche über freie Liebe ausmachen. Kunst wird das Vehikel zum Liebesgenuß, und Erotik durchweht die sinnlich-lebendigen Gemäldebeschreibungen.
[…]Heinse beschreibt den Liebesgenuß wie ein farbiges Bild und das Kunstwerk wie einen sinnlich-erotischen Akt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die schwierige Datenlage zum Thema Masochismus und führt in die Fragestellung ein, wie sich die literarische Darstellung von Schmerz und Lust über Jahrhunderte entwickelt hat.
2. Begriffsbestimmung von Sadismus und Masochismus: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Sadismus und Masochismus basierend auf Richard von Krafft-Ebings Arbeiten und erläutert deren Ursprünge und Einordnung als sexuelle Paraphilie.
3. Der Sadomasochismus in der Literatur: Hier wird der historische Wandel des Schreibens über sadomasochistische Themen analysiert, von der ästhetischen Chiffrierung bei Sacher-Masoch bis hin zur expliziten Darstellung in der modernen Literatur.
4. Wilhelm Heinse „Ardinghello und die glückseligen Inseln“: Das Kapitel analysiert Heinses Roman als Pionierwerk für erotische Darstellungen und untersucht das Streben nach Genuss im Einklang mit der Natur.
5. Leopold von Sacher-Masoch „Venus im Pelz“: Diese Untersuchung widmet sich der Novelle als Paradebeispiel für Masochismus und analysiert die Rolle des Sklavenvertrags sowie die Bedeutung von Fetisch-Objekten wie dem Pelz.
6. Elfriede Jelinek „Lust“: Das Kapitel beleuchtet Jelineks „Anti-Porno“ als ein Werk, das ästhetische Darstellung zugunsten einer rohen, gewaltvollen und obszönen Sprache aufgibt, um patriarchale Machtverhältnisse zu kritisieren.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Wandlung des Themas „Lust am Leiden“ über drei Jahrhunderte zusammen und reflektiert über die Rolle der Literatur im Kontext gesellschaftlicher Kommunikation und Medienpräsenz.
Masochismus, Sadismus, Erotik, Literaturgeschichte, Wilhelm Heinse, Sacher-Masoch, Elfriede Jelinek, Machtverhältnisse, Körperlichkeit, Fetisch, Sexualität, Patriarchat, Ästhetik, Obszönität, Lust am Leiden.
Die Arbeit analysiert die literarische Entwicklung des Masochismus-Motivs und dessen Verbindung zur Darstellung von Lust, Schmerz und Gewalt in der deutschen Literaturgeschichte.
Es werden Wilhelm Heinses „Ardinghello und die glückseligen Inseln“, Leopold von Sacher-Masochs „Venus im Pelz“ sowie Elfriede Jelineks „Lust“ als repräsentative Beispiele herangezogen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Masochismus als Mittel zur Lustbefriedigung durch Schmerz in der deutschen Literatur dargestellt wird und wie sich die literarische Gestaltung dieses Themas im Laufe von ca. 300 Jahren verändert hat.
Es handelt sich um eine qualitative Medienanalyse und literaturwissenschaftliche Untersuchung, bei der die Texte unter Berücksichtigung kulturgeschichtlicher und psychologischer Aspekte verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der drei ausgewählten Werke, wobei jeweils die spezifische Darstellung von Erotik, Machtstrukturen und der Masochismus-Thematik unter Einbeziehung des zeitgenössischen Kontextes untersucht wird.
Zentrale Begriffe sind Masochismus, Sadismus, Ästhetisierung, Machtdynamik, Fetischisierung und die historische Entwicklung literarischer Ausdrucksformen der Sexualität.
Der Vertrag formalisiert das sadomasochistische Rollenspiel zwischen den Protagonisten und dient als schriftliches Dokument der Machtumkehrung und der freiwilligen Unterwerfung.
Im Gegensatz zur ästhetisierten oder metaphorischen Darstellung bei Heinse und Sacher-Masoch zeichnet sich Jelineks Werk durch eine rohe, vulgäre und destruktive Sprache aus, die den Akt als rein patriarchales Machtinstrument entlarvt.
Für Heinse ist der Genuss ein Erkenntnisakt, der den Menschen wieder in einen Einklang mit dem übergreifenden Zusammenhang der Natur bringt; Erotik ist bei ihm untrennbar mit diesem Naturverständnis verbunden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

