Magisterarbeit, 2004
124 Seiten, Note: 1,3
0. EINLEITUNG
I. MODERNE UND POSTMODERNE
1. AMBIVALENZ DER MODERNE – TEIL 1
2. RATIONALITÄT UND MYTHOS
2.1. Der Mythos
2.2. Die Rationalität
2.2.1. Kritik des Subjekt-Objekt-Schemas bewusstseinsphilosophischer Rationalität
2.2.2. Exkurs: Humboldts Sprachtheorie
2.2.3. Kritik an Rationalität im Übergang von der Moderne zur Postmoderne in der Kommunikationstheorie Jürgen Habermas’
2.2.4. Exkurs: Wittgensteins Sprachtheorie
3. AMBIVALENZ DER MODERNE – TEIL 2
4. POSTMODERNE
4.1. Zeitlichkeit der Postmoderne
4.2. Atomisierung
4.3. Postmoderne als Denkform
4.4. Abschied von der Einheit – die kritische Haltung in der Postmoderne
II. DER AUTOR UND DER ROMAN
1. ERNST-WILHELM HÄNDLER
2. WENN WIR STERBEN
III. DIE KRITISCHE HALTUNG IM POSTMODERNEN ROMAN: ERNST-WILHELM HÄNDLERS „WENN WIR STERBEN“
1. EINFÜHRUNG
2. DIE KRITISCHE HALTUNG IN „WENN WIR STERBEN“ - VORAUSSETZUNGEN
2.1. Roman der Möglichkeit vs. Roman der Wirklichkeit
2.2. Der Roman der Wirklichkeit der Möglichkeit als formale Bedingung für eine kritische Haltung in „Wenn wir sterben“
3. „WENN WIR STERBEN“ ALS ROMAN DER WIRKLICHKEIT DER MÖGLICHKEIT
3.1. Ort und Nicht-Ort von Literatur
3.1.1. Interdiskursivität/Intertextualität
3.1.2. Ort und Nicht-Ort von Literatur als Mythen
3.2. Prozesshaftigkeit des Romans
3.3. Der Schockeffekt
3.3.1. Die sprachspielinternen Ambivalenzen
3.3.2. Ambivalenzen der Sprachspiele
4. DIE KRITISCHE HALTUNG IN „WENN WIR STERBEN“ - FAZIT
Die Arbeit untersucht, inwiefern der Roman "Wenn wir sterben" von Ernst-Wilhelm Händler eine kritische Haltung gegenüber gesellschaftlichen Zuständen ermöglicht, ohne dabei in die Fallen eines naiven Realismus oder einer beliebigen Indifferenz zu tappen. Die Forschungsfrage fokussiert auf die Funktion des Romans als Medium, das den Leser aktiv in eine kommunikative Situation einbindet und zur Reflexion über seine eigene Rolle sowie die ideologischen Strukturen des Textes anregt.
Die Prozesshaftigkeit des Romans
In Abschnitt I. 4.1. ist die Frage der Zeitlichkeit der Postmoderne behandelt worden. Der ‚postmoderne Augenblick’ als Ausdruck des Verständnisses von Zeit als partikularisierter Zeit, aber auch als Moment der Formung eines postmodernen Bewusstwerdens und –seins weist auf folgende Konsequenz hin: Zeit ist in der postmodernen Kondition in Verbindung mit dem denkenden, kommunizierenden Subjekt als brüchiger Prozess der Veränderung und des Reflektierens zu verstehen und nicht als lineare, vom Subjekt unabhängige Geschichte.
Im Hinblick auf „Wenn wir sterben“ bedeutet dies, dass die Handlung als fortlaufender Prozess ohne Anfang (oder Ursprung) und ohne Ende (oder Tod) zu denken ist, und dass die denkenden Subjekte durch die Prozesshaftigkeit der Handlung einer ständigen Identitätsreflexion und -veränderung unterliegen. Formal sind Anfang und Ende in dem Roman vorhanden, immerhin findet er Platz zwischen zwei Buchdeckeln. Wie jedoch schon in Abschnitt III. 3.1.1. angesprochen, wurde der Ort der Handlung bereits in der Erzählung „Die neuen Herren“ eingeführt. Die verschiedenen Schreib- und Erzählstile der einzelnen Kapitel sind an Texte zeitgenössischer Autoren angelehnt, wie ebenfalls schon festgestellt wurde.
0. EINLEITUNG: Die Einleitung situiert das Sterben-Topos der Postmoderne und formuliert die zentrale These der Arbeit, dass Händlers Roman eine implizite kritische Haltung ermöglicht.
I. MODERNE UND POSTMODERNE: Dieser Block analysiert den philosophischen Wandel von einer bewusstseinsphilosophischen Moderne hin zu einer kommunikationstheoretischen Postmoderne.
II. DER AUTOR UND DER ROMAN: Hier wird Ernst-Wilhelm Händler als Autor porträtiert und sein Werk, insbesondere "Wenn wir sterben", im Kontext seiner bisherigen Romane kurz eingeführt.
III. DIE KRITISCHE HALTUNG IM POSTMODERNEN ROMAN: ERNST-WILHELM HÄNDLERS „WENN WIR STERBEN“: Das Hauptkapitel wendet das theoretische Konzept der kritischen Haltung direkt auf Händlers Roman an und untersucht dessen Struktur, Intertextualität und die Rolle des Lesers.
Moderne, Postmoderne, Kritische Haltung, Ernst-Wilhelm Händler, Wenn wir sterben, Roman der Wirklichkeit der Möglichkeit, Rationalität, Mythos, Sprachspiel, Intertextualität, Intersubjektivität, Ideologie, Kommunikationstheorie, Erkenntnis-Experiment, Identität.
Die Magisterarbeit untersucht, wie der Roman "Wenn wir sterben" von Ernst-Wilhelm Händler eine "kritische Haltung" in einer postmodernen Welt darstellt und beim Leser provoziert.
Die Arbeit verknüpft literaturwissenschaftliche Analysen mit philosophischen Diskursen, insbesondere zur Rationalitätskritik, Kommunikationstheorie nach Habermas und Lyotard sowie zur Sprachtheorie.
Das Ziel ist der Nachweis, dass der Roman weder rein realistisch noch rein postmodern-beliebig ist, sondern als ein "Roman der Wirklichkeit der Möglichkeit" einen Rahmen für eine aktive, kritische Rezeption bietet.
Die Arbeit folgt einem deduktiven Verfahren, das theoretische Konzepte der Moderne und Postmoderne erarbeitet und diese auf die Analyse der Romanhandlung, Figurenkonstellationen und Textstrukturen anwendet.
Im Hauptteil wird der Roman analysiert: von der Intertextualität über die Identitätsdekonstruktion der Figuren bis hin zur Rolle des Lesers als "Mitspieler" in einem Sprachspielexperiment.
Wichtige Begriffe sind die "kritische Haltung", das "Sprachspiel", die "transversale Vernunft" und die "Indifferenz" als Gefahr der Postmoderne.
Kafka dient als exemplarisches Beispiel für ein transversales Denken, das die Differenz zwischen verschiedenen Sprachspielen (den Weisen und den Arbeitern) thematisiert, ohne sie in einer monologischen Metasprache aufzulösen.
Die Firma fungiert als roter Faden und konstanter Ort, an dem die Intrigen der Figuren stattfinden und an dem die ökonomischen Bedingungen des Industrialismus auf das menschliche Handeln treffen.
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