Bachelorarbeit, 2016
66 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Definition und Festlegung des Gewaltbegriffes
2.1 Häusliche Gewalt in Ehe- und Partnerbeziehungen
2.2 Gewalt im Geschlechterverhältnis
3. Verhältnis von Gewalt und Geschlecht aus einer geschlechtertheoretischen Perspektive
3.1 Gewalt und Geschlecht – ein Strukturzusammenhang
3.1.1 Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit
3.1.2 Der männliche Habitus
3.2 Geschlecht als soziale Konstruktion
3.2.1 Die Trennung von sex und gender
3.2.2 Das Konzept des doing gender
3.3 Geschlechtsspezifische Sozialisation
4. Feministische Ansätze der Gewaltforschung: Häusliche Gewalt im gesellschaftlichen Kontext
4.1 Traditionell geschlechtsspezifische Rollenbilder und Geschlechterhierarchien
4.2 Doppelte Vergesellschaftung von Frauen
5. Empirische Untersuchung
5.1 Methodische Vorgehensweise
5.2 Auswertung der Experteninterviews
5.2.1 Interview B1 (Kategorie 1-3)
5.2.2 Interview B2 (Kategorie 1-3)
5.2.3 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle gesellschaftlich verankerter Geschlechterhierarchien und Geschlechterkonzepte bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von häuslicher Gewalt gegen Frauen. Ziel ist es, diese Zusammenhänge theoretisch zu fundieren und durch eine qualitative empirische Untersuchung zu veranschaulichen.
3.1.1 Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit
Wird der Fokus auf strukturell verankerte Geschlechterhierarchien gelegt, ist das Konzept der hegemonialen Männlichkeit von Raewyn Connell als Ansatz einer soziologischen Theorie von Männlichkeit zu berücksichtigen. So formuliert er:
„Ohne den Kontrastbegriff ‚Weiblichkeit‘ existiert ‚Männlichkeit‘ nicht. Eine Kultur, die Frauen und Männer nicht als Träger und Trägerinnen polarisierter Charaktereigenschaften betrachtet, […], hat kein Konzept von Männlichkeit im Sinne der modernen westlichen Kultur.“ (Connell 2015, S. 120)
Connells Ansatz ist demnach eine machttheoretische Analyse von Männlichkeit, innerhalb dessen zwischen verschiedenen Männlich- und Weiblichkeiten unterschieden wird. (vgl. Kersten 1997, S. 48) Die Grundannahme, dass das männliche Geschlecht dem Weiblichen gegenüber sozial privilegiert ist, findet sich auch in diesem Ansatz wieder und betont die Dominanz von Männern gegenüber Frauen. Erweitert wird in diesem Konzept der Aspekt einer gleichzeitigen Unterordnung und Ausgrenzung von nebeneinander existierenden Formen von Männlichkeit. (vgl. Meuser 2006, S. 104) Das Konzept setzt somit die Annahme voraus, dass es nicht nur die eine Männlichkeit innerhalb der Gesellschaft gibt, sondern eine Vielzahl, die in hierarchischen Beziehungen zueinander stehen.
Hegemoniale Männlichkeit ist somit ein Modus von Herrschaft, welcher sich auf heterosoziale und homosoziale Beziehungskonstellationen innerhalb des Geschlechterverhältnisses bezieht. Dieser Modus reproduziert sich über ein Machtgefälle und hängt mit der Konstruktion von Geschlecht zusammen. Für diese geschlechtsspezifische Konstellation hat Connell den Ausdruck ‘hegemonic masculinity‘ (vgl. Kersten 1997, S. 48) geprägt, welche die dominante Position des Mannes im Geschlechterverhältnis garantiert.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der häuslichen Gewalt gegen Frauen und Darlegung der zentralen Fragestellung.
2. Definition und Festlegung des Gewaltbegriffes: Definition der Begriffe „häusliche Gewalt“ und „Geschlechterverhältnis“ zur theoretischen Eingrenzung.
3. Verhältnis von Gewalt und Geschlecht aus einer geschlechtertheoretischen Perspektive: Analyse der Zusammenhänge zwischen Gewalt und Geschlecht mittels struktur- und konstruktionstheoretischer Ansätze.
4. Feministische Ansätze der Gewaltforschung: Häusliche Gewalt im gesellschaftlichen Kontext: Beleuchtung der gesellschaftlichen Faktoren und der doppelten Vergesellschaftung von Frauen als Ursachen für Gewalt.
5. Empirische Untersuchung: Durchführung und Auswertung qualitativer Experteninterviews zur Praxisrelevanz der theoretischen Konzepte.
6. Fazit: Zusammenführende Diskussion der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage.
Häusliche Gewalt, Geschlechterhierarchien, Geschlechterkonzepte, Hegemoniale Männlichkeit, Männlicher Habitus, Doing Gender, Feministische Gewaltforschung, Soziale Konstruktion, Geschlechtsspezifische Sozialisation, Patriarchat, Machtverhältnisse, Experteninterviews, Soziale Arbeit, Rollenstereotype, Strukturzusammenhang.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss gesellschaftlich tief verankerte Geschlechterhierarchien und Vorstellungen von Geschlechterrollen auf die Entstehung und den Fortbestand von häuslicher Gewalt gegen Frauen haben.
Die Arbeit fokussiert sich auf geschlechtertheoretische Perspektiven, feministische Gewaltforschung, das Konzept der hegemonialen Männlichkeit, den männlichen Habitus sowie die soziale Konstruktion von Geschlecht.
Ziel ist es zu ergründen, ob und wie gesellschaftliche Strukturen und Rollenbilder als Ursachen oder Verstärker für häusliche Gewalt agieren, sowohl theoretisch als auch anhand von Praxisberichten.
Es wurde eine qualitative Forschungsmethode angewandt, konkret die Durchführung von zwei leitfadengestützten Experteninterviews mit Fachkräften aus der sozialen Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Gewaltverhältnisse und Geschlecht sowie eine empirische Auswertung, die diese Theorien mit den Erfahrungen aus der sozialpädagogischen Arbeit abgleicht.
Zu den prägenden Begriffen zählen „häusliche Gewalt“, „Geschlechterhierarchien“, „hegemoniale Männlichkeit“, „doing gender“ und „soziale Konstruktion“.
Die Experten heben hervor, dass für Täter vor allem frühkindliche Prägungen – etwa das Verbot von Gefühlen – entscheidend sind, während bei Opfern oft existenzielle Abhängigkeiten und erlernte Hilflosigkeit im Vordergrund stehen.
Die Befragten betonen, dass bereits durch Rollenbilder in der Kindheit (Spielzeug, Kleidung) sowie das Vorbildverhalten der Eltern Hierarchien implementiert werden, die Kinder als „normal“ verinnerlichen und später in ihre eigenen Beziehungen tragen.
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