Bachelorarbeit, 2016
42 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Homo Oeconomicus und Behavioral Finance
2.1 Behavioral Finance
2.2 Overconfidence
3. Risiko und Ungewissheit
4. Ursachen und Analyse unterschiedlichen Anlageverhaltens
4.1 Ursachen unterschiedlichen Anlageverhaltens
4.2 Analyse unterschiedlichen Anlageverhaltens
5. Eigene Anlagenrecherche
5.1 Daten und Vorgehensweise
5.2 Ergebnisse
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das geschlechtsspezifische Risikoverhalten bei der Geldanlage und analysiert, inwieweit Unterschiede zwischen Frauen und Männern in diesem Bereich existieren und durch welche Faktoren sie begründet werden. Dabei wird insbesondere der Einfluss von Selbstüberschätzung, kulturellen Strukturen sowie sozioökonomischen Faktoren wie Einkommen und Vermögen beleuchtet.
2.2 Overconfidence
Von Overconfidence (deutsch: Selbstüberschätzung) spricht man, wenn die Sicherheit einer Person über die Richtigkeit einer Antwort höher ist, als die wahre, relative Häufigkeit des Zutreffens dieser Antwort. Sie ist ein wichtiger psychologischer Faktor, der viele Entscheidungen beeinflusst (Vgl. Jungermann, Pfister & Fischer (2005), S. 189f). So kam die Studie von Fischhoff et al. zu dem Ergebnis, dass Menschen allgemein die Exaktheit ihres Wissens überschätzen (Vgl. Fischhoff, Slovic & Lichtenstein (1977), S. 561). Doch ist die Entstehung von Selbstüberschätzung, wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Ein Erklärungsansatz ist, dass man, nachdem man eine Entscheidung getroffen hat, überlegt, wie sicher die eigene Antwort war. Dabei durchsucht man das eigene Wissen meist nur nach Informationen, welche die eigene Auswahl untermauern. Anderen Informationen, die gegen die eigene Sichtweise sprechen, wird dabei weniger Beachtung geschenkt. Diese einseitige Beurteilung führt dazu, ungerechtfertigtes, übermäßiges Vertrauen in die eigene Antwort zu legen (Vgl. Jungermann, Pfister & Fischer (2005), S. 189f). Es kommt vor allem dann zur Selbstüberschätzung, wenn Vorgänge bewertet werden, bei denen die Vorhersagbarkeit gering ist und man kein schnelles und klares Feedback auf die eigenen Beurteilungsmaßstäbe erhält (Vgl. Fischhoff, Slovic & Lichtenstein (1977), S. 558ff).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Geldanlage ein und begründet die Relevanz der Untersuchung für Wissenschaft und Wirtschaft.
2. Homo Oeconomicus und Behavioral Finance: Es werden die theoretischen Modelle zur Entscheidungsfindung, einschließlich der Kritik am klassischen Homo Oeconomicus und der Bedeutung der Behavioral Finance, dargestellt.
3. Risiko und Ungewissheit: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Risiko und Gefahr sowie die psychologischen Grundlagen, nach denen Individuen unter Ungewissheit handeln.
4. Ursachen und Analyse unterschiedlichen Anlageverhaltens: Hier werden zentrale Einflussfaktoren wie Kultur, Kompetenz und Selbstüberschätzung theoretisch hergeleitet und anhand empirischer Belege analysiert.
5. Eigene Anlagenrecherche: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise und die Ergebnisse einer eigenen Datenauswertung aus 200 Kundendepots einer Vermögensverwaltung.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Interpretation der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen ab.
Geldanlage, Risikoverhalten, Geschlechtsspezifische Unterschiede, Behavioral Finance, Overconfidence, Selbstüberschätzung, Vermögensverwaltung, Anlageverhalten, Anlagestrategie, Rendite, Finanzmarkt, Soziale Strukturen, Investmentfonds, Aktien, Transaktionskosten.
Die Arbeit untersucht, ob und warum sich das Risikoverhalten von Frauen und Männern bei der Geldanlage unterscheidet.
Zu den Schwerpunkten zählen die psychologische Fundierung durch Behavioral Finance, der Einfluss von Overconfidence sowie der Effekt sozioökonomischer Faktoren auf die Portfolioentscheidung.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, die Ursachen für geschlechtsspezifische Unterschiede im Anlageverhalten zu identifizieren und empirisch zu belegen.
Die Autorin kombiniert eine Literaturanalyse bestehender Studien mit einer eigenen empirischen Untersuchung von 200 anonymisierten Kundendaten einer Vermögensverwaltung.
Der Hauptteil analysiert theoretische Ursachen wie Kultur und Selbstüberschätzung sowie praktische Auswirkungen auf Depotstruktur, Handelsfrequenz und erzielte Rendite.
Wichtige Begriffe sind Risikoverhalten, Overconfidence, geschlechtsspezifische Geldanlage und die Gegenüberstellung von rationalen Marktmodellen zur verhaltenswissenschaftlichen Realität.
Die Studie zeigt, dass der langfristige Wertzuwachs für beide Geschlechter das wichtigste Ziel ist, wobei Männer jedoch häufiger zu aktiven Strategien und spekulativeren Werten tendieren.
Die höhere Selbstüberschätzung von Männern führt oft zu einer höheren Handelsfrequenz, was durch Transaktionskosten die Rendite im Vergleich zu Frauen stärker mindern kann.
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