Diplomarbeit, 2002
70 Seiten, Note: 1,3
1. Was ist eine Maske?
1.1 Einführende Definition des Maskenbegriffs
1.2 Maske ist nicht gleich Maske
1.3 Kleinste gemeinsame Nenner
1.4 Die Maske als Verweissystem
1.4.1 Das Phänomen der Verdrängung
1.4.2 Verweis auf den maskierten Bereich
1.4.3 Verweis auf den unmaskierten Bereich
1.4.4 Der Verweis der Maske auf sich selber als nicht-solche
1.5 Zwischenfrage
1.6 Das Gesicht als Maske
1.7 Noch mehr Masken
1.8 Zorro und Supermann
1.9 Zusammenfassung
2. Das Geheimnis des Gesichts
2.1 Von Anfang an
2.2 Der Sitz der Gefühle
2.3 Das Wunder der Mimik
2.4 Was verraten unsere Gesichter?
2.5 Die Kunst, Gesichter zu lesen
2.6 Die Augen als Spiegel der Seele
2.7 Zusammenfassung
3. Die Gleichung: Maske + Mensch = Figur
3.1 Was der Zuschauer erlebt
3.1.1 Die „Neutrale Maske“ und wie Geschichten entstehen
3.1.2 Zwischenfragen zur Natur der Dinge
3.1.3 Die Maske wird zur Figur
3.1.4 Zusammenfassung
3.2 Seitenwechsel
3.3 Was der Maskenträger erlebt
3.3.1 Die Figurfindung von innen betrachtet
3.3.2 Was ist da passiert?
3.4 Wie wandelbar ist das Maskenwesen?
3.5 Tot oder lebendig?
3.6 Die Schritte zur Entstehung einer Maskenfigur
Die vorliegende Arbeit untersucht das „Maskenwesen“ und die Rolle der Maske im darstellenden Spiel. Das zentrale Ziel ist es, die Wirkungsmechanismen zu ergründen, durch die eine starre Maske in Verbindung mit einem menschlichen Träger als lebendige Figur wahrgenommen wird, sowie die psychologischen und physiologischen Hintergründe der Maskierung zu verstehen.
3.6 Die Schritte zur Entstehung einer Maskenfigur
Ich fasse im Folgenden noch einmal Die von mir erfahrenen Schritte zusammen und kommentiere kurz die Hintergründe. Die einzelnen Aspekte dauern im Spiel an, werden aber nicht immer bewusst wahrgenommen.
1. Mit dem Betreten der Bühne wird der Eintritt in die Spielrealität akzeptiert
Geschieht dies nicht bewusst, kann es passieren, dass die Grenzen zwischen Alltagsrolle und Rollenfigur verschwimmen. Je nach Disposition kann dies eine Identitätskrise hervorrufen, da Alltagsperson und Maskenperson nicht klar unterschieden werden.
2. Das eigene Gesicht wird abgedeckt, ein Identifizierungsfeld geht verloren, ein zweites kommt hinzu
Der Verlust einer Identitätssäule kann als angenehm oder unangenehm erfahren werden, besonders im Zusammenhang mit einer neuen Rollenidentität. Als angenehm empfundene Aspekte sind z.B.: Das Spiel mit der Gesichtslosigkeit/Anonymität. Ein Gegenüber wird verwirrt, seine bisherigen Beurteilungsgrundlagen brechen weg, man kann seine vielleicht als anstrengend/beengend oder langweilig empfundene Alltagsrolle ablegen, ebenso die Verantwortlichkeit für das eigene Tun verdrängen. Die Vorgelagerte „Identität“ kann über das Spiel hinaus im Erfahrungsschatz und bei der Persönlichkeitsbildung wirken. Sie kann sich auf eventuell unterdrückte Charaktereigenschaften der eigenen Person befreiend auswirken, da durch die Erfahrung mit ihnen im Spiel Vorurteile/Ängste abgebaut werden können. Neue, der Alltagsrolle fremde Handlungsmuster der Maskenfigur frischen eigene Reaktionsmuster auf, weisen Alternativen auf. Der Wahrnehmungsfokus ist ein anderer. Bestimmte eigene Wesenszüge erfahren durch die Maske eine Vergrößerung und Konzentration und können somit intensiver wahrgenommen und ausgespielt werden als in der Alltagsrealität.
1. Was ist eine Maske?: Dieses Kapitel untersucht verschiedene Begriffsdefinitionen und entwickelt ein Kategoriesystem, um Masken im engeren und weiteren Sinne voneinander abzugrenzen.
2. Das Geheimnis des Gesichts: Hier wird das menschliche Gesicht als zentrales Kommunikationsinstrument beleuchtet, wobei physiologische und psychologische Aspekte der Mimik und der Wahrnehmung im Vordergrund stehen.
3. Die Gleichung: Maske + Mensch = Figur: Dieses Hauptkapitel analysiert die Transformation vom Menschen zur Maskenfigur und beschreibt die Prozesse der Wahrnehmung beim Zuschauer sowie die Selbsterfahrung des Maskenträgers.
Maskenwesen, Maske, darstellendes Spiel, Mimik, Identitätsverschiebung, Maskenfigur, Wahrnehmungspsychologie, Physiognomik, Verwandlung, Spielrealität, energetische Maske, Maskenträger, Körperausdruck, Gesicht, Rollenspiel
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Untersuchung des „Maskenwesens“ im darstellenden Spiel und der Frage, wie ein unbelebter Gegenstand wie eine Maske in Kombination mit einem Menschen eine lebendige Figur erzeugen kann.
Die Arbeit verknüpft theaterpraktische Erfahrungen mit psychologischen Erkenntnissen über das menschliche Gesicht, die Rolle der Mimik, die Evolution des Sozialverhaltens und die Wahrnehmung von Fiktion und Realität.
Das Hauptziel ist es, die Wirkungsweise der Maske zu analysieren und zu erklären, warum und wie beim Betrachter die Illusion einer eigenständigen, lebendigen Persönlichkeit (der Maskenfigur) entsteht.
Die Autorin kombiniert eine deskriptive Auswertung von Fachliteratur (Psychologie, Hirnforschung, Theaterwissenschaft) mit einer tiefgehenden Reflexion ihrer eigenen praktischen Erfahrungen im Maskenspiel während des Studiums.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte: die begriffliche Definition der Maske, die Bedeutung des menschlichen Gesichts als Spiegel der Seele sowie eine detaillierte Analyse der Interaktion zwischen Maske, Träger und Publikum.
Zentrale Begriffe sind Maskenwesen, Identitätsverschiebung, Maskenfigur, Verwandlung, Wahrnehmungspsychologie und Spielrealität.
Nutzmasken dienen primär funktionalen Zwecken (Schutz, Abdeckung), während Spielmasken bewusst eingesetzt werden, um einen aus dem Alltag herausgehobenen, fiktiven Raum zu schaffen, in dem eine energetische Verwandlung stattfindet.
Die neutrale Maske dient als Projektionsfläche, da sie spezifische Mimik verbirgt. Dies zwingt den Spieler, den Ausdruck über den gesamten Körper zu generieren, und zeigt dem Betrachter, dass Geschichten auch durch überpersönliche Gestik entstehen können.
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