Bachelorarbeit, 2015
111 Seiten, Note: 1
1. EINLEITUNG
1.1. Motivation
1.2. Fragestellung
1.3. Wahl der Forschungsmethode und Begründung
1.4. Überblick über den Aufbau
2. THEORETISCHE ABHANDLUNG DES THEMAS
2.1. Begriffsklärung
2.1.1. Was ist ein Stereotyp?
2.1.2. Was ist ein Vorurteil?
2.1.3. Entstehung von Vorurteilen und Stereotypen
2.1.4. Was ist eine Projektion?
2.1.5. Die Anima des Mannes
2.1.6. Was bedeutet Dämonisierung?
2.1.7. Der Begriff ‚Hexe‘
2.2. Die Geschichte des Hexenglaubens
2.2.1. Der Kult um die Große Göttin in der Frühzeit
2.2.2. Die Symboliken
2.2.3. Der Einbruch des Mannes in die Welt der Großen Mutter
2.2.4. Babylonien
2.2.5. Griechenland
2.2.6. Römisches Reich und Christentum
2.2.7. Norden
2.2.8. Das Christentum
2.2.9. Die Zeit der Hexenverfolgung
2.2.10. Hexenverfolgung in Salzburg
2.3. Hexendarstellungen gestern und heute
2.3.1. Gebrüder Grimm
2.3.2. Elfie Donnelly
2.3.3. J. K. Rowling
2.4. Auseinandersetzungen mit der Hexe in der Performancekunst
2.5. Zwischenfazit
3. FORSCHUNGSFRAGEN
4. PRAKTISCHE ABHANDLUNG DES THEMAS
4.1. Beschreibung der Stichprobe
4.2. Methoden
4.2.1. Qualitative und quantitative Forschung
4.2.2. Triangulation
4.2.3. Pädagogische Hermeneutik
4.3.4. Die Kategorienbildung
4.3. Bezug zur Schule
4.3.1. Die Aufgabenstellung
4.3.2. Die schulische Intervention
4.4. Ergebnisse
4.4.1. Die ersten Zeichnungen
4.3.2. Fragebogenergebnisse
4.3.3. Zweite Zeichnung
4.4. Diskussion der Ergebnisse
5. FAZIT
5.1. Kritische Reflexion
5.2. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die soziokulturgeschichtlichen Hintergründe der Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit und analysiert, inwieweit das Bild der Hexe als negatives Konstrukt bzw. Stereotyp in den Vorstellungen heutiger Schülerinnen und Schüler verankert ist und durch pädagogische Interventionen modifiziert werden kann.
2.2.3. Der Einbruch des Mannes in die Welt der Großen Mutter
Dinis (2011) ist davon überzeugt, dass die damaligen Völker kosmische Kräfte, wie den Wind und den Mond, oder Ahnengeister für die Befruchtung verantwortlich machten, daher war es auch lange Zeit nicht wichtig, wer der Vater eines Kindes war. Die Bedeutung des Mannes bei der Fortpflanzung stieg erst mit der Domestizierung von Tieren und der Viehzucht. So wurde allmählich der Großen Göttin ein Partner an ihre Seite gestellt, der ihr jedoch lange Zeit untergeordnet blieb. Aus dem einfachen Sohn wurde ein Sohngeliebter, der zugleich als Vegetationsgott verehrt wurde. Die männliche Gottheit erhielt erst in dieser Funktion Menschengestalt. Davor taucht das männliche Prinzip lediglich in Tiergestalt auf (Dinis, 2011, S. 35).
Der Einbruch des Patriarchats kann nicht direkt nachgewiesen und zeitlich fixiert werden. Doch es wird angenommen, dass dies um 5000 vor. Chr. erfolgte, als die heutigen Wüsten der Sahara, in Arabien und Zentralasien immer trockener wurden (Hercksen, 2010).
Die Gesellschaftsordnung des Matriarchats zerfiel in einem Jahrhunderte andauernden Prozess von Hunger und Not, es bildeten sich Steppen und riesige Gebiete von Wüsten. Die Ursache für die Versteppung des Gebiets nördlich des Schwarzen und des Kaspischen Meeres war das Ausbleiben des ostmediterranen Monsuns, wie Geologen erst vor Kurzem nachweisen konnten (Gimbutas, 1991).
So waren große Völkerschaften, die matriarchal organisiert waren, gezwungen, auszuwandern. Die Versteppung dehnte sich derart weit aus, dass es allmählich zum Zusammenbruch der bestehenden Gesellschaftsordnung kam. Aus der matriarchalen Ackerbaukultur heraus reagierten die Menschen aus der Not heraus dazu, indem sie auf ältere und einfachere Gesellschaftsformen zurückzugreifen. Der Boden war nicht mehr zu bearbeiten und so sanken diese Völker auf das Niveau der Altsteinzeit zurück und wurden um 2000 v. Chr. Steppenjäger (Sekundärjäger).
1. EINLEITUNG: Hinführung zur Thematik der historischen Hexenverfolgung und Begründung des Forschungsinteresses an der Konstruktion des Frauenbildes und dessen Veränderbarkeit durch schulische Interventionen.
2. THEORETISCHE ABHANDLUNG DES THEMAS: Umfassende Untersuchung der theoretischen Grundlagen zu Stereotypen, Vorurteilen und psychologischen Abwehrmechanismen sowie eine historische Herleitung der Hexenfigur von matriarchalen Anfängen bis zur neuzeitlichen Dämonisierung.
3. FORSCHUNGSFRAGEN: Konkretisierung der zentralen Untersuchungsziele in Bezug auf die Ursachen der Verfolgung und die Möglichkeiten der Veränderung von Hexenstereotypen bei Kindern.
4. PRAKTISCHE ABHANDLUNG DES THEMAS: Beschreibung der empirischen Untersuchung mittels Triangulation durch Bildanalyse und Fragebögen bei Schülern sowie Darstellung der angewendeten schulischen Intervention und der Auswertung der Ergebnisse.
5. FAZIT: Kritische Reflexion der Forschungsergebnisse und Ausblick auf weiterführende Fragestellungen im Kontext der Geschlechterrollen und der medienpädagogischen Präventionsarbeit.
Hexenverfolgung, Matriarchat, Patriarchat, Stereotyp, Vorurteil, Projektion, Dämonisierung, Anima, Göttin, Pädagogische Hermeneutik, Triangulation, Schulische Intervention, Frauenbild, Symbolik, Sozialisation.
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung des Hexenbildes und untersucht, inwieweit dieses Konstrukt als negatives Stereotyp in den Köpfen von Kindern verankert ist und durch pädagogische Maßnahmen hinterfragt werden kann.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Hexenglaubens, psychologische Erklärungsmodelle für Dämonisierung und Sündenbockphänomene sowie die empirische Bildanalyse bei Jugendlichen.
Ziel ist es, die Gründe für die historische Dämonisierung der Frau aufzuzeigen und zu prüfen, ob Schüler durch eine gezielte schulische Intervention ihr stereotyp geprägtes Bild der „bösen Hexe“ revidieren können.
Es wird eine Triangulation verwendet, die qualitative Bildhermeneutik und quantitative Auswertungen von Fragebögen sowie eine pädagogische Intervention in Schulen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung (Stereotyp, Vorurteil, Projektion) und eine detaillierte historische Analyse von den archaischen Göttinnenkulten über die Zeit der Verfolgung bis hin zu modernen Hexenfiguren in Literatur und Kunst.
Schlüsselbegriffe sind Dämonisierung, Matriarchat, Projektion, Hexenhammer, Bildhermeneutik und die Transformation weiblicher Identitätsentwürfe im Laufe der Geschichte.
Die Autorin sieht in der Großen Göttin den ursprünglichen, matriarchalen Gegenentwurf, der im Zuge der patriarchalen Machtausdehnung und der Entstehung der Hexenverfolgung systematisch dämonisiert und in das Feindbild der Hexe umgedeutet wurde.
Die Schüler zeigten ein überwiegend negatives, stereotypisiertes Hexenbild, wobei Jungen die Hexe tendenziell stärker negativ und hässlich wahrnahmen, während Mädchen das Aussehen häufiger vom Charakter abhängig machten und nach der Intervention eine Tendenz zu einer realistischeren, differenzierteren Betrachtung erkennbar war.
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