Bachelorarbeit, 2013
59 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung
2 Veränderungen im Bildungssystem
2.1 Quantitative Beschreibungen der Bildungsexpansion
2.2 Geschlechtsspezifischer Wandel
2.3 Entwicklung von Chancen nach sozialer Herkunft
3 Bildungsungleichheit in Deutschland
3.1 Zahlen und Fakten
3.1.1 Verteilung der Schülerinnen und Schüler
3.1.2 Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund
3.2 Ergebnisse der PISA und PISA-E Studien
3.2.1 Kompetenzerwerb nach sozialer Herkunft
3.2.2 Kompetenzerwerb und Migrationshintergrund
3.2.3 Kompetenzerwerb und Geschlecht
3.2.4 Ergebnisse des innerdeutschen Vergleichs
3.2.5 PISA 2009
3.2.6 Kritik an PISA
4 Erklärungsansätze zur Bildungsungleichheit
4.1 Ursachen der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund
4.2 Erklärungsansätze zur Bildungsungleichheit
4.2.1 Die Rational-Choice-Theorie
4.2.2 Das Weber-Boudieu-Paradigma
5 Fazit
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die wesentlichen Gründe und Ursachenkomplexe für die fortbestehende Chancenungleichheit im deutschen Bildungssystem zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie trotz der historischen Bildungsexpansion soziale Selektivitätsmechanismen weiterhin den Bildungsverlauf und den Erwerb von Bildungszertifikaten bestimmen.
3.2.6 Kritik an PISA
In keinem anderen Land wurde derart ausführlich über die Ergebnisse der PISA-Studien berichtet wie in Deutschland. Vorwiegend dadurch wurde die Bildungsthematik wieder relevant und trat in die öffentliche Diskussion. Das große Medienecho entstand vor allem aus der Kluft zwischen vorheriger Selbstwahrnehmung und den real erzielten Ergebnissen im Bildungsmonitoring. Glaubten sich die Deutschen als Spitzenreiter im internationalen Vergleich wiederzufinden, kam die Ernüchterung in Form der Platzierung auf den untersten Rängen (vgl. Knodel, et al. 2010, 68 f).
In diesem Abschnitt soll es in erster Linie um die Qualität des Messinstruments gehen und darum, welche Macht und welches Einflussvermögen die OECD mit ihrem PISA-Instrumentarium auf die Bildungspolitik (insbesondere in Deutschland) hat.
Das spezifische Novum der PISA Studien ist also die Erfassung sozialer Ungleichheit im Erwerb von Grundkompetenzen. Jedoch definiert die OECD in ihren Untersuchungen auch eigene Grundkompetenzen, die erfüllt sein sollten. Es wird demnach nicht die Umsetzung der Lehrpläne, sondern die als funktional relevante kognitive Leistung, die laut PISA vorhanden sein sollte, analysiert. Ein prominenter Kritiker dieser Studien ist Richard Münch (2009)11. Laut ihm verkörpere die Studie, die „Transformation von Bildung [als Kulturgut, d. Verf.] in Humankapital“ (ebd., 7). Bildung als Kulturgut wird entmachtet und zurückgewiesen, um sich auf dem Markt zu behaupten.
1 Einführung: Einleitung in das Thema der Bildungsungleichheit und die historische Entwicklung der Bildungsexpansion in Deutschland seit den 1950er Jahren.
2 Veränderungen im Bildungssystem: Darstellung der quantitativen Entwicklung des Bildungssystems, der geschlechtsspezifischen Unterschiede sowie der Chancenverteilung nach sozialer Herkunft.
3 Bildungsungleichheit in Deutschland: Analyse aktueller Daten und der Ergebnisse der PISA-Studien mit Fokus auf soziokulturelle Merkmale und kritische Reflexion des PISA-Monitorings.
4 Erklärungsansätze zur Bildungsungleichheit: Diskussion theoretischer Modelle zur Erklärung von Bildungsbenachteiligung, insbesondere durch den Rational-Choice-Ansatz und das Weber-Bourdieu-Paradigma.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Bildungspolitik und Ableitung von Empfehlungen für eine gerechtere Bildungsgestaltung unter Berücksichtigung systemischer und individueller Faktoren.
Bildungsexpansion, Bildungsungleichheit, Chancengleichheit, PISA-Studien, soziale Herkunft, Migrationshintergrund, Rational-Choice-Theorie, Pierre Bourdieu, Humankapital, Bildungszertifikate, Selektionsprinzip, Habitus, Bildungsbeteiligung, Schulsystem, Leistungsstandards.
Die Arbeit untersucht die Ursachen der fortwährenden Bildungsungleichheit im deutschen Bildungssystem und hinterfragt, warum trotz der massiven Bildungsexpansion weiterhin eine starke soziale Selektivität existiert.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung der Bildungsbeteiligung, den Einfluss von sozialer Herkunft und Migrationshintergrund, die Ergebnisse von PISA-Studien sowie soziologische Erklärungsmodelle für Bildungsdisparitäten.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die wesentlichen Gründe für die trotz bildungspolitischer Reformen vorherrschende Chancenungleichheit zu identifizieren und die Rolle der sozialen Selektion im deutschen Schulwesen zu beleuchten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer Theorien und der Auswertung empirischer Bildungsstatistiken sowie PISA-Ergebnissen, um einen theoretischen Rahmen für Bildungsungleichheit zu entwickeln.
Der Hauptteil gliedert sich in die empirische Bestandsaufnahme der Bildungsungleichheit, die Darstellung der PISA-Ergebnisse und die theoretische Auseinandersetzung mit dem Rational-Choice-Ansatz sowie dem Weber-Bourdieu-Paradigma.
Zentrale Begriffe sind Bildungsexpansion, soziale Herkunft, Humankapital, Habitus, PISA-Studien, Bildungszertifikate und Selektionsmechanismen.
Die Autorin/Der Autor argumentiert, dass PISA einen Paradigmenwechsel eingeleitet hat, der das deutsche Bildungswesen stärker unter den Druck globaler Leistungsstandards und eine ökonomische Ausrichtung („Bildung als Humankapital“) gesetzt hat.
Die elterliche Bildungsentscheidung wird als ein zentraler, ungleichheitsproduzierender Faktor identifiziert, der maßgeblich von der sozialen Schichtzugehörigkeit, den familiären Ressourcen und den inkorporierten Habitus-Mustern abhängt.
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