Examensarbeit, 2004
95 Seiten
1 EINLEITUNG
1.1 Stand der Wissenschaft
1.2 Ziel der Arbeit
2 ENTWICKLUNG UND DEFINITION DES KOLLOKATIONSBEGRIFFS IM RAHMEN DER SPRACHWISSENSCHAFT
2.1 Von Wortkombinationen zu Kollokationen
2.2 Die verschiedenen Definitionen des Kollokationsbegriffs - Vorwort
2.3 Kollokationen im Britischen Kontextualismus
2.3.1 Kollokationen bei Firth
2.3.2 Kollokationen bei Halliday
2.3.3 Automatische Gewinnung von Kollokationen mit der Unterstützung statistischer Verfahren – Kollokationen nach Sinclair
2.4 Kollokationen in der Lexikographie
2.4.1 Kollokationen nach Cowie
2.4.2 Definition des Kollokationsbegriffs nach Hausmann
2.4.3 Kollokationen als grammatische und lexikalische Kombinationen-Benson und Ilson
2.5 Weitere Klassifikationen von Kollokationen
2.5.1 Der Kollokationsbegriff nach Kromann
2.5.2 Kollokationen nach Lehr
2.5.3 Syntaktische Muster für Kollokationen
2.6 Kritik an der frequenzorientierten Kollokationsforschung
2.7 Kollokationsauffassung der zugrunde liegenden Studie
3 DIE ABGRENZUNG DES KOLLOKATIONBEGRIFFS VON ANDEREN SPRACHLICHEN PHÄNOMENEN
3.1 Paradigmatische und Syntagmatische Beziehungen als sprachlich verwandte Phänomene
3.1.1 Definition syntagmatischer und paradigmatischer Beziehungen
3.1.2 Wesenhafte Bedeutungsbeziehungen nach Porzig
3.1.3 Lexikalische Solidaritäten nach Coseriu
3.1.4 Kollokationen als neutrale Syntagmen
3.2 Phraseolexeme und Funktionsverbgefüge
4 LEXIKOGRAPHISCHE ASPEKTE DER KOLLOKATIONEN
4.1 Vorwort
4.2 Allgemeine Klassifikation von Wörterbüchern
4.2.1 Einsprachige Wörterbücher
4.2.2 Zweisprachige Wörterbücher
4.2.3 Lernerwörterbücher
5 DIE BEHANDLUNG VON KOLLOKATIONEN IN EINSPRACHIGEN WÖRTERBÜCHERN
5.1 Einführung
5.2 Die wichtigsten Wörterbücher im Umgang mit Kollokationen
5.2.1 Kollokationswörterbücher
5.2.2 Kollokationen in einsprachigen Wörterbüchern
5.2.3 Elektronische Medien
5.3 Terminologie
6 VERB-NOUN-COLLOCATIONS ALS BASIS DER STUDIE
6.1 Allgemeines
6.2 Klassifikation von Verb und Nomen
6.3 Relevante Typen von Verb-Noun-Collocations
6.4 Wie und wo werden Verb-Noun-Collocations in den verschiedenen Wörterbüchern verzeichnet ?
6.4.1 DEWC
6.4.2 BBI
6.4.3 CCELD
6.4.4 DCE
6.4.5 OCDE
6.4.6 Zusammenfassung
7 BESTIMMUNG EINES EIGENEN UNTERSUCHUNGSKORPUS
7.1 Auswahl der zu untersuchenden Kollokationen und Festlegung des Untersuchungskorpus
7.2 Untersuchungsansatz - was soll wie untersucht werden ?
7.3 Letzte Bemerkungen
7.4 Auswertung der Studie
7.5 Weitere Fragestellungen
7.6 Zusammenfassung
8 SCHLUSS
9 BIBLIOGRAPHIE
Die vorliegende Arbeit untersucht die Berücksichtigung englischer Verb-Noun-Collocations in einsprachigen Wörterbüchern, um deren Darstellungsqualität für den Sprachgebrauch kritisch zu evaluieren und Empfehlungen für eine effektivere Verzeichnung zu erarbeiten.
2.1 Von Wortkombinationen zu Kollokationen
Sprecher und Schreiber einer Sprache kombinieren die lexikalischen Einheiten – die Wörter – zu Äußerungen und Sätzen. Solche Kombinationen unterliegen verschiedenen, z.B. syntaktischen und semantischen Restriktionen (siehe Bartsch 2004 bzw. Bahns 1996). Bestimmte Wortkombinationen innerhalb einer Äußerung scheinen in gewisser Weise besondere, ausgezeichnete Kombinationen zu sein: Hier bilden mehrere Wörter eine neue lexikalische Einheit, sog. Mehrwörterlexeme; die Wörter gehören „irgendwie“ fester zusammen als andere Wortkombinationen. Syntaktische und semantische Selektionskriterien reichen zur Begründung dieses Zusammengehörens jedoch nicht aus.
Die Festigkeit solcher Wortkombinationen hat des Weiteren „graduellen“ Charakter. Dies soll anhand der folgenden Bespiele verdeutlicht werden, welche die Verfasserin im Rahmen dieses Kapitels aus dem Deutschen ausgewählt hat.
2.1. In der Innenstadt wird ein wunderschönes Haus gebaut.
2.2.Mutter hat gerne einen Strauß schöner Blumen im Wohnzimmer stehen.
Die Wörter in 2.1. sind frei kombiniert, d.h. sie sind auf keine besondere Weise aneinander gebunden; ihre Auswahl aus der Menge aller im Deutschen zu Verfügung stehenden Wörter erfolgt aus rein semantischen und syntaktischen Gründen: Mit ihren soll eine bestimmte Aussage (bzw. Proposition) zum syntaktisch wohlgeformten Ausdruck gebracht werden. Dabei könnte das Verb gebaut durch das Synonym 1 errichtet ersetzt werden, ohne dass die Bedeutung des Satzes sich verändert. Ebenso verhält es sich beim Beispiel 2.2. Auch hier kann die Wortkombination syntaktisch bzw. semantisch erklärt werden; des Weiteren könnte das Adjektiv schön durch hübsch ersetzt werden, ohne dass sich die Bedeutung des Satzes verändert.
1 Einleitung: Darstellung der wissenschaftlichen Relevanz des Kollokationskonzepts und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
2 Entwicklung und Definition des Kollokationsbegriffs im Rahmen der Sprachwissenschaft: Übersicht über verschiedene linguistische Ansätze und Definitionen zur Bestimmung von Kollokationen.
3 Die Abgrenzung des Kollokationbegriffs von anderen sprachlichen Phänomenen: Differenzierung von verwandten Konzepten wie syntagmatischen Beziehungen und lexikalischen Solidaritäten.
4 Lexikographische Aspekte der Kollokationen: Theoretische Einordnung der Kollokationen in die Wörterbuchtypologie.
5 Die Behandlung von Kollokationen in einsprachigen Wörterbüchern: Untersuchung der Handhabung von Kollokationen in ausgewählten Wörterbüchern des L1- und L2-Gebrauchs.
6 Verb-Noun-Collocations als Basis der Studie: Spezifizierung der Untersuchung auf den Typ der Verb-Noun-Collocations und deren Klassifikation.
7 Bestimmung eines eigenen Untersuchungskorpus: Beschreibung der Methodik zur Korpuserstellung aus Pressetexten und anschließende Auswertung der Ergebnisse.
8 Schluss: Fazit der Arbeit bezüglich der Notwendigkeit und Qualität der Berücksichtigung von Kollokationen in modernen Wörterbüchern.
9 Bibliographie: Verzeichnis der zitierten wissenschaftlichen Literatur und der untersuchten Magazin- und Wörterbuchquellen.
Kollokation, Verb-Noun-Collocations, Lexikographie, einsprachige Wörterbücher, Sprachwissenschaft, syntagmatische Beziehungen, Korpusanalyse, Mehrwörterlexeme, Fremdsprachendidaktik, Semantik, Syntax, Kollokator, Basis, Sprachnorm, Wortkombinationen.
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen und lexikographischen Aufarbeitung englischer Verb-Noun-Collocations und deren Verzeichnung in einsprachigen Wörterbüchern.
Die zentralen Felder sind die theoretische Bestimmung des Kollokationsbegriffs, die Analyse lexikographischer Verfahren sowie die empirische Untersuchung der Häufigkeit und Art der Kollokationsdarstellung in Wörterbüchern.
Ziel ist es zu klären, wie Kollokationen in modernen einsprachigen Wörterbüchern erfasst sind und ob dies den Anforderungen einer effizienten Sprachvermittlung und -nutzung genügt.
Es wird ein zweigeteilter Ansatz gewählt: Zunächst erfolgt eine theoretische Klärung, gefolgt von einer empirischen Analyse, bei der ein eigens erstellter Korpus aus den Magazinen Time und Newsweek in verschiedenen Wörterbüchern abgeglichen wird.
Der Hauptteil behandelt die Klassifikation des Kollokationsbegriffs, die Abgrenzung zu anderen Phänomenen, die methodische Einordnung in die Lexikographie sowie die detaillierte Auswertung der Wörterbuchpraxis anhand des gewählten Korpus.
Kollokation, Verb-Noun-Collocations, Lexikographie, Sprachnorm, Korpusanalyse und Wortkombinationen sind die zentralen Begriffe.
Dieser Themenbereich wurde gewählt, um zu untersuchen, ob sich durch wissenschaftliche Entwicklungen neue Kollokationen bilden, die eventuell noch keinen Einzug in die Wörterbücher gefunden haben.
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