Diplomarbeit, 2004
100 Seiten, Note: 1,7
2. Einführung
3. Geschichte des Fußballs
3.1. Fußball in Großbritannien
3.2. Fußball in Deutschland
3.2.1. Die Spielorte
3.2.2. Die Vereine und Spieler
3.2.3. Das Fernsehen
4. Das Fußballpublikum
4.1. Entwicklungen des Fußballpublikums
5. Der Fußballfan
5.1. Erscheinungsformen
5.1.1. Kutten / Fanclubs
5.1.2. Hooligans
5.1.3. Fan-Initiative / Fanzines
5.1.4. Ultras
6. Soziologische Betrachtung von Fußballfans
6.1. Fanverhalten aus systemtheoretischer Sicht
6.2 Jugendliche Fußballfans in Peer-Groups
6.3. Jugendliche Fußballfans als Subkultur
7. Auswirkungen der neueren Entwicklungen im Fußball auf jugendliche Fangruppen
7.1. Auswirkungen durch Veränderung der Stadien
7.1.1. Der Aspekt der polizeilichen Maßnahmen
7.1.1.1. Exkurs Datei „Gewalttäter Sport“
7.1.1.2. Exkurs Stadionverbote
7.1.2. Die Ebene der Modernisierungskonsequenzen
7.1.3. Die Ebene der Stadionatmosphäre
7.2. Auswirkungen durch Veränderung der Vereine und Spieler
7.2.1. Der Aspekt der Identifikation
7.2.2. Der Aspekt der Mitbestimmung
7.3. Auswirkungen durch Veränderungen durch das Fernsehen
7.3.1. Die Perspektive der Spieltagsveränderung
7.3.2. Die Perspektive der TV-Gelder
7.3.3. Die Perspektive des verzerrten Fan-Bildes
7.3.4. Die Perspektive der Interpretationsinstanz
8. Fußball-Fanprojekte
8.1. Entstehungsgeschichte
8.2. Konzeption
8.3. Organisation und Struktur
8.4. Finanzierung
8.5. Probleme & Zukunft der Fanprojektarbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den tiefgreifenden Wandel der Fankultur im modernen Profifußball und analysiert die daraus resultierenden neuen Anforderungen an die soziale Arbeit in Fanprojekten. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie sich Kommerzialisierung, polizeiliche Repression und mediale Verzerrung auf die Lebenswelt jugendlicher Fans auswirken.
Die Ebene der polizeilichen Maßnahmen
Sowohl ein quantitativer Anstieg der eingesetzten Polizeibeamten pro Spiel und Zuschauer als auch eine qualitative Verschärfung der Polizeistrategie ist innerhalb eines kurzen Zeitraums zu beobachten. Neben der bereits erwähnten Verkleinerung und Einzäunung der Fanblöcke sind hier vor allem zu nennen: deutliche Polizeipräsenz an Fantreffpunkten; das Klettenprinzip (polizeiliche Begleitung der Fangruppen auf den An- und Abmarschwegen); Durchsuchung der Fanbusse; Leibesvisitationen auf dem Bahnsteig, vor dem Stadion und vor dem Fanblock; Begleitung der Fans zu Auswärtsspielen durch uniformierte und insbesondere zivile Polizeibeamte; Videoüberwachung im Fan-Block; Einsatz von ‚Turnschuhkommandos’ zur Verbesserung der Beweglichkeit der Beamten; Einsatz von Zivil- und sog. Kontaktbeamten als ‚Aufklärer’ (sog. ‚Szenekundige Beamte’); Arrestierung der Fans vor dem Spiel bis lange nach dem Spiel, zur Verhinderung möglicher Straftaten oder zu deren ‚eigenem Schutz’ (sog. Sicherheitsverwahrungen); Bereitstellung von Wasserwerfern;
Einsatz von Gummiknüppeln und Reizgas; Festhalten von Fans in den Blöcken, bis das Stadion geleert ist.
Einführung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation als Fußballfan und formuliert die Ziele der Arbeit: die Untersuchung der Fankultur, die Analyse des Wandels durch Kommerzialisierung und die Überprüfung der Relevanz moderner Fanprojektarbeit.
Geschichte des Fußballs: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Fußballsports in Großbritannien und Deutschland nach, wobei der Fokus auf dem Wandel vom unregulierten Volkssport zum professionalisierten Zuschauersport liegt.
Das Fußballpublikum: Hier werden die strukturellen Entwicklungen der Zuschauerzahlen und der Wandel der Zuschauerzusammensetzung über die Jahrzehnte hinweg analysiert.
Der Fußballfan: Es erfolgt eine Kategorisierung der Fans nach soziologischen Kriterien, wobei zwischen konsumorientierten, fußballzentrierten und erlebnisorientierten Fußballfans unterschieden wird.
Soziologische Betrachtung von Fußballfans: Dieses Kapitel nutzt systemtheoretische und subkulturelle Ansätze, um das Verhalten und die Identitätsbildung jugendlicher Fans innerhalb ihrer Peer-Groups zu erklären.
Auswirkungen der neueren Entwicklungen im Fußball auf jugendliche Fangruppen: Untersucht werden die Folgen von Stadionmodernisierungen, polizeilichen Maßnahmen und TV-Einflüssen auf die Fans, mit speziellem Blick auf die zunehmende Ausgrenzung und Kriminalisierung.
Fußball-Fanprojekte: Detaillierte Darstellung der Entstehungsgeschichte, Konzeption und Organisation der Fanprojekte als präventive Maßnahmen der sozialen Arbeit, ergänzt um eine kritische Reflexion ihrer zukünftigen Rolle.
Fußball, Fankultur, Fanprojekt, Kommerzialisierung, Hooligans, Ultras, Sozialarbeit, Polizei, Stadionverbote, Gewaltprävention, Identität, Fan-Initiative, Subkultur, Fanverhalten, Fußballstadion
Die Arbeit analysiert den Wandel der deutschen Fußballfankultur unter dem Einfluss von Kommerzialisierung und sicherheitspolitischen Maßnahmen und untersucht, wie soziale Arbeit in Fanprojekten darauf reagieren kann.
Im Fokus stehen die Geschichte des Fußballs, die verschiedenen Erscheinungsformen von Fangruppen, die soziologische Einordnung von Fankultur sowie die Auswirkungen von Repression und Stadionmodernisierung.
Der Autor möchte das Phänomen Fansein soziologisch verstehen, die Auswirkungen struktureller Veränderungen in Stadien und Medien auf die Fans aufzeigen und die Arbeit von Fanprojekten kritisch bewerten.
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf einer fundierten Auswertung bestehender Fachliteratur, empirischer Studien und eigener Beobachtungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine soziologische Betrachtung von Fangruppen als Subkultur sowie eine detaillierte Analyse der Auswirkungen des modernen Fußballevents auf jugendliche Fans und die Konzeption der Fanprojektarbeit.
Fußball, Fankultur, Soziale Arbeit, Fanprojekte, Kommerzialisierung, Repression, Stadionverbote, Identität und Subkultur.
Die Fans kritisieren die polizeilichen Maßnahmen oft als pauschale Kriminalisierung und repressive Schikane, die den sozialen Dialog erschwert und Fans zu einem solidarisierenden Widerstand gegen die Staatsmacht drängt.
Das Fernsehen wird als wesentlicher Treiber der Kommerzialisierung und Entfremdung gesehen, da es die Spieltage zerstückelt und durch die Konzentration auf spektakuläre Bilder die soziale Identitätsbildung im Stadion untergräbt.
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