Examensarbeit, 2004
128 Seiten, Note: noch nicht bewertet
I. Vorwort
II. Schweden
III. Das schwedische Schulsystem
1. Besonderheiten
2. Schulgesetz
3. Organisationsebenen
A. Nationale Ebene
B. Skolverket
C. Kommunale Ebene
D. Schule
4. Schuljahr
5. Beurteilung und Zensuren
6. Lehrkräfte
7. Schulkinderbetreuung
8. Vorschule
9. Vorschulklasse
10. Grundschule
11. Sonderschule
12. Gymnasium
13. PISA und Evaluation
IV. Förderung
1. Allgemein
2. Heterogenität fördert Individualisierung
3. Ganztagesschule
A. Teamarbeit und Gruppenunterricht
B. Keine Hausaufgaben
4. Sonderpersonal
5. Klassengröße
6. Jahrgangsübergreifende Klassen
7. Multikulturelle Immigration
8. Lernmittelfreiheit
9. Vorschule
10. Medien
11. Mehr gemeinsame Grundschuljahre
12. Öffnung der Bildungseinrichtungen
13. Lesen
14. Automatische Versetzung
15. Notenverzicht
V. Stölletskolan
1. Allgemeines
2. Ganztagesschule
A. Schulstundenlänge
3. Ausstattung und Medien
4. Teamarbeit
A. Lehrerkonferenz
B. Elternabend
C. Offenheit
D. Familiäre Atmosphäre
5. Individualisierung
6. Klassengröße
7. Jahrgangsübergreifende Klassen
8. Bewertungssystem
9. Leseförderung
10. Lernmittelfreiheit
11. Kinder mit Migrationshintergrund
A. Fremdsprachen
12. Bewegung und Gesundheitspflege
13. Vorschule
A. Personal
B. Lokaler Arbeitsplan
C. Küche und Mahlzeiten
D. Elternbroschüre
E. Normen und Gewohnheiten
VI. Interviews
1. Interview A
2. Interview B
3. Interview C
4. Interviewauswertung
A. Übereinstimmende Aussagen
B. Einzelaussagen
C. Eigene Anmerkungen
VII. Schluss
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren in der schwedischen Grundschule, mit speziellem Fokus auf die Stölletskolan, eine förderliche Lernumgebung für Lehrkräfte und Schüler schaffen und wie diese in der Praxis umgesetzt werden.
C. Offenheit
Die Weite der umgebenden Landschaft scheint sich bis ins Klassenzimmer hinein fortzusetzen. Die einzelnen Räume sind nahezu für jedermann einladend offen und dies erleichtert eine Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften und ihren Klassen. Sogar Außenstehenden bereitet das Gebäude einen herzlichen Empfang durch seine leichte Zugänglichkeit. Sicherheitsvorkehrungen, wie ich sie aus Deutschland gewohnt bin, lassen sich vergeblich suchen. Man kann sich von Klasse zu Klasse über einen hellen Verbindungsgang bewegen, ohne auch nur eine Türe öffnen oder schließen zu müssen. Dies fördert die Zusammenarbeit zwischen den Klassen enorm, weil auch die Lehrkräfte bei einer Frage einfach zum Kollegen herüber gehen können, um sich die Antwort zu holen. Manche Zimmer haben bis zu drei Türen, also nahezu in jede Richtung eine, um wirklich überall schnell sein zu können. Vor jedem Klassenraum lädt ein offenes Foyer zum Verweilen ein und die Schüler sitzen dort ruhig während der Freiarbeit, weil sie ja die Nachbarklasse nicht stören wollen.
Ruhe ist ohnehin ein tragender Faktor. Die Kinder werden durch diese offenen Zimmer einerseits mehr oder minder dazu gezwungen, sie scheint jedoch auch selbstverständlich zu sein, sei es beim Gang zum Mittagessen oder beim Fußballspiel in der Pause. Diese Offenheit setzt sich bis zur Vorschule fort, die im gleichen Gebäude untergebracht ist und lediglich durch eine nicht verschlossene Tür von der Grundschule getrennt ist.
II. Schweden: Bietet einen Überblick über geografische Rahmendaten, die Bevölkerungsstruktur und die allgemeine Wertschätzung von Bildung im schwedischen Wohlfahrtsstaat.
III. Das schwedische Schulsystem: Beschreibt das integrierte, neunjährige Schulsystem in Ganztagesform, die Organisationsebenen von nationaler bis Schulebene sowie zentrale Aspekte wie das Schulgesetz, Lehrkräfte und Schulkinderbetreuung.
IV. Förderung: Analysiert theoretische Grundlagen und förderliche Faktoren für das Lernen, wie Heterogenität, Individualisierung, Ganztagsschule, Mediennutzung und die Bedeutung von Lesen ohne Notendruck.
V. Stölletskolan: Detaillierte Fallstudie der Stölletskolan, die Unterrichtsalltag, Ausstattung, Teamarbeit, Individualisierung und die Bedeutung der Schule als soziales Zentrum beschreibt.
VI. Interviews: Präsentiert die qualitative Auswertung von Gesprächen mit Lehrkräften zu ihren Erfahrungen mit dem schwedischen Schulsystem, der Arbeitssituation und pädagogischen Herausforderungen.
VII. Schluss: Zusammenfassung der wesentlichen Faktoren der Stölletskolan und Reflexion möglicher Anregungen für das deutsche Bildungssystem.
Schweden, Stölletskolan, Ganztagsschule, Individuelle Förderung, Heterogenität, Schulpädagogik, Bildungssystem, Grundschule, Lehrkräfte, Unterrichtsalltag, Schulentwicklung, Teamarbeit, Chancengleichheit.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den förderlichen Faktoren in der schwedischen Grundschule und deren Umsetzung an der Stölletskolan.
Die zentralen Themen sind das schwedische Ganztagesschulmodell, Individualisierung, Heterogenität, Teamarbeit und die schulische Ausstattung.
Das Ziel ist es, Faktoren für eine förderliche Lernumgebung zu identifizieren, die sowohl Lehrern als auch Schülern zugutekommt, und diese anhand einer konkreten Schule zu veranschaulichen.
Es wird eine offene, teilnehmende Beobachtung des Schulalltags durchgeführt, ergänzt durch qualitative Experteninterviews mit Lehrkräften.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Analyse des schwedischen Schulsystems, die theoretische Aufarbeitung von Förderkonzepten und eine detaillierte Fallstudie der Stölletskolan.
Wichtige Begriffe sind Ganztagesschule, Individuelle Förderung, Schulentwicklung und Chancengleichheit.
Die Lehrkräfte bewerten den Verzicht auf Noten in den niedrigen Klassen als sehr positiv, da dies den Druck nimmt und Raum für individuelle Lernentwicklung lässt.
Die offene Architektur fördert die Kommunikation zwischen Klassen und Lehrern sowie die Zusammenarbeit, was das Gemeinschaftsgefühl und die familiäre Atmosphäre stärkt.
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