Magisterarbeit, 2000
81 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Inhaltsangabe von „La prima Angélica“
2. Biographie von Carlos Saura
2.1. Kindheitserinnerungen
2.2. Sauras filmische Werke
3. Politische Situation im Spanien unter Franco
3.1. Die Zensur
3.2. Der Staat
4. Ideologie
5. Analyse von „La prima Angélica“
5.1. Das Aufschlüsseln der Handlungsebenen
5.2. Analyse der Personenkonstellation
5.3. Deutung weiterer Symbole
5.4. Politische Aspekte
6. Fazit
7. Bibliographie
8. Sequenzanalyse
9. Filmographie
Die vorliegende Arbeit untersucht das filmische Schaffen von Carlos Saura, insbesondere seinen Film „La prima Angélica“, unter der zentralen Forschungsfrage, ob zum Zeitpunkt der Entstehung in der Spätphase der Franco-Diktatur bereits von einer tatsächlichen filmischen Aufarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs gesprochen werden kann oder ob diese im Ansatz scheitert.
1.1.: Fragestellung:
In den vergangenen 15 Jahren erschienen mehrere Filme auf dem spanischen Markt, die für sich den Anspruch hatten, die Zeit des Spanischen Bürgerkriegs aufzuarbeiten. Als Beispiel dienen die Filme „Dragon Rapid“ von 1986 (Jaime Camino), „Amantes“ von 1991 (Vicente Aranda) und „Pasodoble“ von 1989 (José Luis García Sánchez). Doch bereits Mitte der 50er Jahre bis zum Ableben Francos entstanden während der Diktatur in Spanien Filme, die die Zensur passierten, obwohl sie kritische politische Aussagen enthielten. Im Rahmen der Magisterarbeit soll untersucht werden, ob man bereits von einer filmischen Aufarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs in der Zeit der Franco-Dikatatur sprechen kann. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, wird sie sich ausschließlich auf die Arbeiten von Carlos Saura stützen.
Das scheint berechtigt, da Saura seit den 60er Jahren als „bekanntester spanischer Regisseur“ gilt, und seine Filme sowohl in Spanien als auch im europäischen Ausland die höchsten Besucherzahlen erzielten. Saura selbst weist auf das Vorhandensein einer tieferen Bedeutungsebene in seinen Filmen hin: „Es ist evident, daß während der Zeit des Frankismus allen meinen Filmen eine politische Absicht zugrunde lag.“ Die Vergangenheit ist in den Filmen von Saura stets Thema, sei es in Gestalt von Historienfilmen wie „Llanto por un bandido“ und „El dorado“ oder anhand von Erinnerungen der in den Filmen agierenden Personen.
1. Einleitung: Stellt das Forschungsziel vor, den Grad der Aufarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs in Carlos Sauras Filmen kritisch zu hinterfragen.
2. Biographie von Carlos Saura: Beleuchtet die persönlichen Kindheitserlebnisse des Regisseurs und deren Einfluss auf die Motive und das autobiographische Fundament seiner Filme.
3. Politische Situation im Spanien unter Franco: Analysiert den repressiven Einfluss der Zensur sowie die staatliche und religiöse Ideologie als Rahmenbedingungen für die Filmproduktion.
4. Ideologie: Erläutert das Konzept der „Totalen Realität“ bei Saura unter Einbeziehung psychoanalytischer Ansätze von Freud und Zizek zur Deutung der Erzählweise.
5. Analyse von „La prima Angélica“: Untersucht die Handlungsebenen, Personenkonstellationen und Symbole, um die These der gescheiterten Aufarbeitung konkret am Filmbeispiel zu prüfen.
6. Fazit: Kommt zu dem Schluss, dass trotz der politischen Intention keine echte Aufarbeitung stattfindet, da psychologische Blockaden eine solche verhindern.
Carlos Saura, La prima Angélica, Spanischer Bürgerkrieg, Franco-Diktatur, Zensur, Psychoanalyse, Vergangenheitsbewältigung, Identität, Symbolik, Totale Realität, Filmgeschichte, Spanien, Ideologie
Die Arbeit untersucht, ob Carlos Sauras Film „La prima Angélica“ eine echte filmische Aufarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs darstellt.
Die Arbeit verknüpft Filmwissenschaft mit Geschichte und Psychoanalyse, um die Darstellung von Vergangenheit, Ideologie und Zensur unter Franco zu analysieren.
Es wird gefragt, ob der Film lediglich politische Absichten andeutet oder tatsächlich eine bewusste Aufarbeitung des traumatischen Bürgerkriegs leistet.
Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Inhalts- und Sequenzanalyse, ergänzt durch psychoanalytische Theorien von Freud und soziopolitische Ansätze von Zizek.
Der Hauptteil analysiert die filmischen Mittel wie Doppelrollen und Traumszenen, um die psychologische Ebene der Charaktere und die politische Ebene der Gesellschaft im Film zu entschlüsseln.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Totale Realität“, „Zensur“, „Identitätssuche“ und „Franco-Diktatur“ definiert.
Die Arbeit interpretiert Frauenfiguren in Sauras Filmen als oft unterdrückte, innerhalb häuslicher „Huis clos“-Strukturen gefangene Individuen, deren Ausbruchsversuche häufig scheitern.
Das Ende, das keine wirkliche Befreiung bietet, sondern eine Flucht des Protagonisten zeigt, stützt die These, dass eine Aufarbeitung der Vergangenheit zu diesem Zeitpunkt unmöglich war.
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