Magisterarbeit, 2004
90 Seiten, Note: 2,3
1. Vorwort – Zum Ursprung der thematischen Idee
2. Einleitung
3. Die Problematisierung des Begriffs ‚Männlichkeit’
4. Schwule Figuren in Film und Fernsehen
4.1. Passive Feminisierung
4.2. Aktive Feminisierung & Abgrenzung von Männlichkeit
4.3. Feminisierungs- & Abgrenzungstaktiken im Fernsehen
5. Männlichkeit ausgeblendet? - Freundschaft zwischen schwulen und heterosexuellen Männern
6. Die Problematisierung von Männlichkeit im Kontext von männlicher Homosexualität
7. Genre einer unproblematischen Männlichkeitsinszenierung: Schwuler Pornofilm
8. Zu den Wechselwirkungen medialer Männlichkeitskonstrukte & sozialer Männlichkeitsbilder
9. Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die Konstruktion von Männlichkeit in Film und Fernsehen, wobei der Fokus auf der Darstellung schwuler Figuren und deren Funktion innerhalb narrativer Strukturen liegt. Es wird analysiert, wie diese Darstellungen zur Stabilisierung hegemonialer Männlichkeitskonzepte beitragen.
3. Die Problematisierung des Begriffs ‚Männlichkeit’
Da ich mich in dieser Arbeit mit Männlichkeit beschäftige, ist es wichtig genau zu überlegen, was sich hinter dessen Wortsinn überhaupt verbirgt. ‚Männlichkeit’ wird als Begriff oftmals so verwendet, als habe er eine feste Definition. Das mag in bestimmten Bezügen auch unproblematisch sein, aber in Hinblick auf kultur-, sozial- und auch medienwissenschaftliche Zusammenhänge sollte man sich genau überlegen, was mit diesem Begriff ausgedrückt werden soll.
Oberflächlich betrachtet umschreibt Männlichkeit wohl das, was einen Mann ‚ausmacht’. Das könnten beispielsweise biologische Definitionen sein. Doch darum soll es mir nicht gehen. Vielmehr möchte ich auf ein Verständnis von Männlichkeit eingehen, welches umschreibt, was einen Mann kulturell und sozial als männlich definiert. Damit bewegt man sich zunächst in einem abgesteckten Umfeld, welches allgemein gültige kulturelle Zuschreibungen von Männlichkeit umfasst. Demnach wäre ein Mann laut Michael S. Kimmel (1994, 125) dann männlich, wenn er folgende Attribute in sich vereint: Stärke, Erfolg, Kontrolliertheit, Zuverlässigkeit, Kompetenz und Macht. Diese definierenden Attribute bilden, wie Kimmel es nennt, ein hegemoniales Männlichkeitsbild und machen, sicherlich auch noch in Verbindung mit anderen Kriterien, den dominanten Mythos des Mannes aus.
1. Vorwort – Zum Ursprung der thematischen Idee: Der Autor erläutert den Entstehungsprozess der Arbeit, der aus einem Seminar zum pornografischen Film und einer Reflexion über die Mediensichtbarkeit homosexueller Figuren resultierte.
2. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsziel, den Begriff „Männlichkeit“ kritisch zu hinterfragen und die These zu prüfen, ob die Darstellung schwuler Figuren der Stabilisierung patriarchaler Machtverhältnisse dient.
3. Die Problematisierung des Begriffs ‚Männlichkeit’: Dieses Kapitel setzt sich mit der theoretischen Definition von Männlichkeit als hegemoniales Konstrukt auseinander, das Macht durch die Abgrenzung zum Weiblichen und zum „Anderen“ generiert.
4. Schwule Figuren in Film und Fernsehen: Hier werden mediale Beispiele analysiert, um Mechanismen der passiven und aktiven Feminisierung sowie der Abgrenzung bei schwulen Charakteren aufzuzeigen.
5. Männlichkeit ausgeblendet? - Freundschaft zwischen schwulen und heterosexuellen Männern: Untersuchung der freundschaftlichen Verhältnisse zwischen schwulen und heterosexuellen Männern, bei denen Machtmechanismen zugunsten eines tieferen Bündnisses in den Hintergrund treten können.
6. Die Problematisierung von Männlichkeit im Kontext von männlicher Homosexualität: Analyse der internen Hierarchien und Identitätskonstruktionen innerhalb schwuler Subkulturen, etwa durch Phänomene wie Hypermaskulinität.
7. Genre einer unproblematischen Männlichkeitsinszenierung: Schwuler Pornofilm: Diskussion darüber, warum die schwule Pornografie durch eine spezifische Blickstruktur eine Ausnahme in der medialen Männlichkeitsverhandlung darstellt.
8. Zu den Wechselwirkungen medialer Männlichkeitskonstrukte & sozialer Männlichkeitsbilder: Reflexion über den gegenseitigen Einfluss von medialen Inszenierungen und gesellschaftlichen Identitätsvorstellungen.
9. Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit, dass Männlichkeit ein stets neu verhandelbares, kontextabhängiges Konstrukt ist, dessen mediale Darstellung sich im Wandel befindet.
Männlichkeit, Homosexualität, Feminisierung, Patriarchat, hegemoniales Männlichkeitsbild, Filmwissenschaft, Männerfreundschaft, Hypermaskulinität, Identitätsbildung, Queer Studies, mediale Inszenierung, Blickstruktur, schwule Kultur, Gender, Machtverhältnisse
Die Arbeit untersucht die Konstruktion von Männlichkeit in Film und Fernsehen und analysiert, wie die mediale Darstellung schwuler Männer genutzt wird, um traditionelle, patriarchale Machtstrukturen zu rechtfertigen und zu stützen.
Zentrale Themen sind die theoretische Problematisierung des Männlichkeitsbegriffs, die Anwendung von Feminisierungs- und Abgrenzungsmechanismen in der Film- und Fernsehproduktion sowie die Dynamik von Männerfreundschaften zwischen schwulen und heterosexuellen Protagonisten.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass schwule Figuren in Mainstream-Medien häufig als funktionale Elemente dienen, die durch Feminisierung ihrer Männlichkeit beraubt werden, um eine Vormachtstellung der heterosexuellen Männlichkeit zu sichern.
Der Autor nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Aufarbeitung soziologischer und kulturwissenschaftlicher Männlichkeitskonzepte (z. B. Kimmel, Easthope, Dyer) und einer medienwissenschaftlichen Inhaltsanalyse konkreter Film- und Fernsehbeispiele.
Im Hauptteil werden verschiedene Mechanismen – wie die passive und aktive Feminisierung – anhand von Spielfilmen (z. B. „Die Hochzeit meines besten Freundes“, „Copykill“, „American Beauty“, „Philadelphia“) und Fernsehformaten untersucht, um ihre narrativen Funktionen in Bezug auf das Patriarchat zu verdeutlichen.
Begriffe wie „hegemoniale Männlichkeit“, „Feminisierung“, „Abgrenzung“, „Bonding“, „Hypermaskulinität“ und „heteronormative Strukturen“ sind zentral für die theoretische Fundierung der Arbeit.
Der Film wird analysiert, weil er sowohl passive Feminisierung als auch den aktiven Abgrenzungsmechanismus durch die Figur des Frank Fitts zeigt, was den komplexen Umgang mit homosexuellen Charakteren innerhalb eines scheinbar heteronormativen Vorstadt-Settings verdeutlicht.
Der Autor argumentiert, dass die schwule Pornografie durch eine spezifische Blickstruktur, bei der Darsteller und Rezipient nicht in starre Subjekt-Objekt-Hierarchien gedrängt werden, eine Ausnahme darstellt, in der Männlichkeit nicht als problematischer Konflikt verhandelt wird.
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