Diplomarbeit, 2004
89 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
Erstes Kapitel
Allgemeine Darstellung der gesetzlichen Krankenversicherung
A. Das System der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland
I. Grundlagen und Prinzipien
II. Versicherter Personenkreis
III. Finanzierung
IV. Leistungen
V. Träger und Organisation
B. Entwicklungen der vergangenen Jahre
I. Notwendigkeit von Strukturreformen
II. Wettbewerb als Lösungsansatz
III. Profilierungsmöglichkeiten im Wettbewerb
C. Ziele gesetzlicher Krankenkassen
Zweites Kapitel
Unmittelbare Gestaltungsspielräume für gesetzliche Krankenversicherungen
A. Gestaltungsspielräume in der Beitragssatzpolitik
I. Rechtliche Grundlagen der Beitragssatzberechnung
II. Theoretische Freiheitsgrade und Analyse bei ausgewählten Krankenversicherungen
B. Spielräume im Verwaltungsbereich
I. Definition und Ausmaß der Verwaltungsausgaben
II. Gestaltungsformen in der Praxis
C. Gestaltung der Beziehungen zu den Leistungserbringern
I. Allgemeine Grundlagen
II. Wettbewerb als Schlüssel für eine effiziente Versorgung
III. Umsetzung durch die Krankenversicherungen
D. Freiräume im Leistungsbereich
I. Darstellung der rechtlichen Spielräume
II. Analyse der praktischen Ausgestaltung
E. Abschließende Beurteilung
Drittes Kapitel
Mittelbare Gestaltungsspielräume durch Steuerung des Mitgliederverhaltens
A. Moral Hazard in der gesetzlichen Krankenversicherung
B. Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens
I. Theoretische Ansatzmöglichkeiten
II. Analyse der Umsetzung in der Praxis
1. Bonusprogramme
2. Betriebliche Gesundheitsförderung
3. Aufklärung und Information
C. Beeinflussung der Leistungsinanspruchnahme
I. Ziele und Möglichkeiten der Steuerung
II. Ausgestaltungsformen in der Praxis
1. Hausarztmodelle
2. Disease Management-Programme
3. Beitragsrückzahlung und Selbstbehalt
D. Abschließende Beurteilung
Ergebnisse und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die finanziellen Gestaltungsspielräume von gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Ziel ist es, in einem durch den Gesetzgeber streng regulierten Umfeld (insbesondere durch das Solidaritätsprinzip und den Risikostrukturausgleich) Identifikationsmöglichkeiten für Krankenkassen zu finden, wie diese im Wettbewerb um Mitglieder agieren können. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob und in welchen Bereichen – sei es in der Beitragssatzpolitik, im Verwaltungsmanagement, bei der Steuerung der Leistungsinanspruchnahme oder durch Bonusmodelle – sich Krankenkassen erfolgreich gegenüber Mitbewerbern profilieren können.
II. Wettbewerb als Lösungsansatz
Historisch bedingt war die Zuständigkeit der verschiedenen Krankenkassen für bestimmte Personenkreise gesetzlich geregelt. So waren die Betriebskrankenkassen beispielsweise für die Beschäftigten des jeweiligen Betriebs zuständig, die Innungskrankenkassen für alle Beschäftigten von Handwerksbetrieben und die Techniker Krankenkasse für Angestellte in technischen und chemischen Berufen. Ein Wahlrecht bestand nur für Angestellte, die sich zwischen Ersatzkassen für Angestellte und den Allgemeinen Ortskrankenkassen entscheiden konnten. Vor dem Hintergrund der oben genannten zunehmenden Finanzierungsproblematik, steigender Krankenkassenbeiträge für die Versicherten und steigender Lohnnebenkosten für die Unternehmen wurde mit Wirkung zum 1. Januar 1997 ein umfassendes Krankenkassenwahlrecht eingeführt. Mit der Integration des Wettbewerbsprinzips in die solidarische Krankenversicherung war die Hoffnung verbunden, stärkere Anreize zur Erhöhung von Effizienz und Effektivität im Gesundheitswesen zu setzen und einen entsprechenden Wettbewerbsdruck zu erzeugen.
Die Gesundheitsversorgung wird stärker an den Präferenzen und Bedürfnissen der Versicherten orientiert. Diese haben damit die Möglichkeit, über ihre Wahlentscheidung Einfluss auf das Verhalten der Krankenversicherungen zu nehmen. Wettbewerb bringt einen Zwang zur permanenten Ausschöpfung von Wirtschaftlichkeitsreserven sowie zur Suche nach Innovationen und neuen Versorgungsformen mit sich. Krankenkassen, denen das nicht gelingt, verlieren Kunden an ihre Konkurrenten und werden nach einiger Zeit aus dem Markt ausscheiden.
Erstes Kapitel: Dieses Kapitel stellt das System der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland vor, inklusive der historischen Grundlagen, Finanzierungsprinzipien und der Einführung des Wettbewerbs als Lösungsansatz für Finanzierungsprobleme.
Zweites Kapitel: Hier werden die unmittelbaren Handlungsspielräume der Krankenkassen untersucht, wobei insbesondere Beitragssatzpolitik, Verwaltungsausgaben und Vertragsbeziehungen zu Leistungserbringern beleuchtet werden.
Drittes Kapitel: Dieses Kapitel analysiert mittelbare Gestaltungsspielräume, die sich durch die aktive Steuerung des Mitgliederverhaltens ergeben, etwa durch Bonusprogramme, betriebliche Gesundheitsförderung und neue Versorgungsmodelle.
Gesetzliche Krankenversicherung, Krankenkassenwahlrecht, Wettbewerb, Risikostrukturausgleich, Beitragsatzpolitik, Verwaltungskosten, Leistungserbringer, Disease Management, Bonusprogramme, Betriebliche Gesundheitsförderung, Hausarztmodelle, Moral Hazard, Solidaritätsprinzip, Versichertenverhalten, Wirtschaftlichkeit.
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten der gesetzlichen Krankenkassen, trotz strenger gesetzlicher Regulierung und des solidarischen Finanzierungssystems, aktiv an der Gestaltung ihres Angebots mitzuwirken und sich im Wettbewerb um Versicherte zu profilieren.
Zu den zentralen Themen gehören die Beitragssatzpolitik, das Management der Verwaltungsausgaben, die Vertragsgestaltung mit Leistungserbringern sowie die Beeinflussung des Versichertenverhaltens durch Anreizmodelle.
Die Arbeit untersucht, ob und in welchen Bereichen die einzelnen Krankenkassen tatsächlich Spielräume besitzen, um sich gegenüber anderen Kassen abzuheben, und in welchem Umfang diese Möglichkeiten in der Praxis tatsächlich ausgeschöpft werden.
Neben einer theoretischen Fundierung durch Literatur- und SGB-Analyse wurde eine empirische Untersuchung durchgeführt, bei der Daten von 111 gesetzlichen Krankenkassen gesammelt und ausgewertet wurden.
Der Hauptteil ist in drei Kapitel unterteilt, die von den allgemeinen Rahmenbedingungen über unmittelbare Gestaltungsmöglichkeiten bei Finanzen und Leistungen bis hin zu mittelbaren Ansätzen der Verhaltenssteuerung bei den Mitgliedern führen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere der Wettbewerb zwischen Krankenkassen, die Gestaltung von Zusatzleistungen, Bonusmodelle, Disease Management-Programme und das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Effizienz und sozialem Auftrag.
Der Risikostrukturausgleich soll eine unerwünschte Risikoselektion verhindern, indem er Unterschiede in der Mitgliederstruktur (Alter, Geschlecht, Krankheitslast) ausgleicht. Er schafft so faire Startbedingungen für den Wettbewerb, setzt aber gleichzeitig Anreize, die Versorgung chronisch Kranker zu verbessern.
Hausarztmodelle ermöglichen es den Krankenkassen, Patienten durch das Gesundheitssystem zu leiten ("Lotse"-Funktion). Dies kann zu einer effizienteren Behandlung führen, Doppeluntersuchungen vermeiden und somit die Kosten senken sowie die Behandlungsqualität erhöhen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

