Examensarbeit, 2001
114 Seiten, Note: sehr gut
EINLEITUNG
I. FACHWISSENSCHAFTLICHER TEIL
1. HÄRESIEN IM HOHEN MITTELALTER
1.1. Begriffserklärung Ketzerei/ Häresie
1.2. Forschungsstand und Quellenlage
1.2.1. Zur Forschung
1.2.2. Zu den Quellen
2. DIE HÄRESIEN IM ÜBERBLICK
2.1. Häresien des 11. Jahrhunderts
2.1.1.Der Bauer Leuthard (1000)
2.1.2.Orléans (1022)
2.1.3.Lüttich und Arras (1025)
2.1.4.Monteforte (1028)
2.1.5.Zusammenfassung
2.1.6.Die „Ketzer“ während des Investiturstreits
2.2. Wiederaufleben im 12. Jahrhundert
2.2.1.Tanchelm von Antwerpen und Seeland
2.2.2.Der Mönch Heinrich
2.2.3.Peter von Bruis
2.2.4.Arnold von Brescia
2.2.5.Zusammenfassung
2.3. Die Waldenser
2.3.1.Die Entstehung
2.3.2.Die weitere Entwicklung der Bewegung (Von 1182-1215)
2.3.3.Die Organisation
2.4. Die Katharer
2.4.1.Anfänge und Verbreitung
2.4.2.Lehre und Organisation
2.4.3.Verfolgung
3. ERKLÄRUNGSVERSUCHE
3.1. Marxistische Interpretation
3.2. Bürgerliche Deutung
3.3. Gesellschaft und Kirche im hohen Mittelalter
3.3.1.Wandel der gesellschaftlichen Bedingungen seit dem 11. Jahrhundert
3.3.2.Wandel der Kirche und der Religiosität
3.4. Zusammenfassende Beurteilung der Häresien
4. REAKTIONEN DER KIRCHE
4.1. Bettelorden
4.1.1.Dominikaner
4.1.2.Franziskaner
4.2. Inquisition
II. DIDAKTISCHER TEIL
1. MITTELALTER IM GESCHICHTSUNTERRICHT
1.1. Ziele des Geschichtsunterrichts
1.2. Warum Mittelalter? Prüfung eines historischen Gegenstandes
1.2.1. Bedeutung des Themas Mittelalter für die SchülerInnen
1.2.2. Wie kann das Mittelalter SchülerInnen betroffen machen?
1.3. Häresien im Spiegel der Geschichtsbücher
2. DIDAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN FÜR EINE THEMATISIERUNG IM UNTERRICHT
2.1. Was kann eine Unterrichtseinheit Ketzer im hohen Mittelalter leisten?
2.1.1.Aufzeigen des Wandels der mittelalterlichen Gesellschaft
2.1.2.Mittelalterliche Religiosität
2.1.3.Betroffenheit der SchülerInnen
2.1.4.Instrumentalisierung (u.a.) religiöser Motive
2.1.5.Europäisierung der mittelalterlichen Geschichte
2.1.6.Perspektivisches Denken
2.1.7.Fazit
2.2. Vorschläge zur Umsetzung
SCHLUßBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die Häresien des hohen Mittelalters sowohl aus einer fachwissenschaftlichen Perspektive, um das Verständnis für die Epoche und ihre religiösen Abweichungen zu vertiefen, als auch aus fachdidaktischer Sicht, um Möglichkeiten für eine sinnvolle Integration dieser Themen in den Geschichtsunterricht aufzuzeigen.
2.1.1. Der Bauer Leuthard (1000)
Einer der ersten Fälle wird von dem Chronisten Rodulfus Glaber um das Jahr 1000 berichtet. Der Chronist hatte durch Pilger und wandernde Mönche von einem Bauern namens Leuthard aus dem Dorf Vertu in der Champagne (im Gebiet Châlons-sur-Marne) erfahren, welcher für wahnsinnig und für einen Boten des Satans gehalten wurde. Bei der Feldarbeit eingeschlafen, soll dieser Bauer von einem Bienenschwarm geträumt haben, der in seinen Körper eindrang und dann mit großem Getöse aus seinem Mund wieder hinausflog. Anschließend sollen die Bienen auf ihn eingeredet und ihn zu ungewöhnlichen Handlungen aufgefordert haben. „Endlich erhob er sich ganz zerschlagen und ging nach Hause. Dort trennte er sich sogleich von seinem Weibe und ließ sich, angeblich nach evangelischer Vorschrift, scheiden. Dann begab er sich nach draußen, um zu beten, betrat die Dorfkirche, packte das Kruzifix und zertrampelte das Bild des Erlösers. Alle, die das sahen, ergriff Entsetzen ... Er aber überzeugte die Anwesenden - Bauern sind ja wankelmütig -, daß er das alles durch wunderbare Gottesoffenbarungen vollbringe ...Denn er sagte, den Zehnten zu entrichten sei in jeder Hinsicht überflüssig und unnütz ... die Propheten hätten teils Nützliches, teils Unglaubliches erzählt.“ Weiter wird berichtet, daß viele Zuhörer seinen Worten Glauben schenkten, woraufhin Bischof Gebuin II. von Châlons († 1004) den Bauern zu sich bringen ließ und ihn der Ketzerei überführte. Daraufhin, vom Volk im Stich gelassen, soll sich Leuthard in einem Brunnen ertränkt haben.
HÄRESIEN IM HOHEN MITTELALTER: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Häresie und erläutert die schwierige Quellenlage und den Forschungsstand.
DIE HÄRESIEN IM ÜBERBLICK: Hier werden beispielhaft verschiedene Häresien des 11. und 12. Jahrhunderts detailliert dargestellt und analysiert.
ERKLÄRUNGSVERSUCHE: Das Kapitel vergleicht unterschiedliche methodische Ansätze (marxistisch und bürgerlich) zur Interpretation der Entstehung von Häresien.
REAKTIONEN DER KIRCHE: Der Abschnitt analysiert die kirchlichen Gegenmaßnahmen, insbesondere die Gründung der Bettelorden und die Etablierung der Inquisition.
MITTELALTER IM GESCHICHTSUNTERRICHT: Hier werden Ziele des Geschichtsunterrichts formuliert und das Mittelalter als didaktischer Gegenstand geprüft.
DIDAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN FÜR EINE THEMATISIERUNG IM UNTERRICHT: Dieser Teil liefert konkrete Argumente und Vorschläge, wie das Thema Häresien im Unterricht behandelt werden kann.
Häresie, Ketzer, Mittelalter, Inquisition, Bettelorden, Kirchenreform, Sozialer Wandel, Geschichtsunterricht, Katharer, Waldenser, Religiosität, Geschichtsbewusstsein, Quellenkritik.
Die Arbeit analysiert die religiösen Bewegungen des hohen Mittelalters, die von der offiziellen Kirchenlehre abwichen, und untersucht deren Potenziale für den heutigen Geschichtsunterricht.
Neben der historischen Darstellung der einzelnen Ketzerbewegungen bilden die sozioökonomischen Bedingungen der Zeit sowie die didaktische Einordnung ins schulische Lernen die Schwerpunkte.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für mittelalterliches Denken und Handeln zu schaffen und aufzuzeigen, wie das Thema Häresien zur Identitätsbildung und zum kritischen Denken von Schülerinnen und Schülern beitragen kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse historischer Primär- und Sekundärquellen sowie einer Untersuchung fachdidaktischer Konzepte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Darstellung der verschiedenen Häresien und einen didaktischen Teil, der Vorschläge zur unterrichtlichen Umsetzung unterbreitet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Häresie, Ketzer, Mittelalter, Inquisition, Sozialer Wandel und Geschichtsdidaktik charakterisiert.
Um die Subjektivität der Geschichtsschreibung aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass das Verständnis vergangener Ereignisse stark von den Erkenntnisinteressen und der Standortbindung der Historiker abhängt.
Sie dienen als Beleg dafür, dass das Thema Häresien im heutigen Unterricht stark vernachlässigt wird, was der Autor als verpasste Chance für eine differenzierte historische Bildung kritisiert.
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