Diplomarbeit, 2002
114 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Klärung des Bedarfs an Sozialer Kompetenz in unserer Gesellschaft
2 Wissenschaftstheorie - Klärung der theoretischen Herangehensweise und wissenschaftstheoretischen Position
2.1 Phänomenologie und Hermeneutik - Zwei mögliche Wissenschaftstheorien und ihre methodischen Vorgehensweisen im Vergleich
2.1.1 Mit welcher Einschränkung sind die geisteswissenschaftlichen Forschungsmethoden der Phänomenologie und der Hermeneutik zu betrachten?
2.2 Annäherung an den Konstruktivismus - Eine Einführung
2.2.1 Das Prinzip der Autopoiese - Grundlage der Konstruktivistischen Denkweise und Anthropologie lebender Systeme
2.3 Resümee aus den dargestellten Wissenschaftstheorien
2.4 Das Menschenbild der Humanistischen Psychologie & Pädagogik
3 Didaktisches Selbstverständnis
3.1 Erklärungsprinzipien der konstruktivistischen Betrachtungsweise des Gegenstandsfeldes auf der Grundlage der Theorie autopoietischer Systeme nach Maturana & Varela
3.1.1 Selbstreferentialität
3.1.2 Strukturdeterminiertheit
3.1.3 Operationale Geschlossenheit
3.1.4 Strukturelle Koppelung
3.2 Extrapolation der Prinzipien der Autopoiese auf die Lernprinzipien des Individuums
3.2.1 Wahrnehmung
3.2.2 Lernen
3.2.3 Bewußtsein
3.2.4 Erleben
3.2.5 Fazit
3.3 Subjektive Didaktik
3.3.1 Chreoden und Morpheme
3.3.2 Didaktische Landschaft
4 Soziale Kompetenz. Versuch einer Begriffsbestimmung und Eingrenzung - Was genau soll erlernt bzw. erarbeitet werden?
4.1 Begriffsklärung
4.2 Kritische Betrachtung herkömmlicher Definitionen Sozialer Kompetenz am Beispiel der Definitionen der Komponenten Sozialer Kompetenz nach Schuler & Barthelme (1995)
5 Erlebnispädagogik - Versuch einer Bestandsaufnahme
5.1 Ursprünge der Erlebnispädagogik
5.2 Erlebnispädagogik auf lerntheoretischer Grundlage der Theorie lebender Systeme nach Maturana & Varela - In Anlehnung an die Diplomarbeit von Brischar & Saur (1996)
5.2.1 Anreiz
5.2.2 Erlebnis
5.2.3 Reflexion
5.2.4 Anschluss
5.2.5 Fazit
6 Die Bedeutung der Erlebnispädagogik für die Entwicklung Sozialer Kompetenz
6.1 Momente des Anreizes in der Erlebnispädagogik
6.1.1 Grenzerfahrung
6.1.1.1 Grenzerfahrung in der Gruppe
6.1.1.2 Grenzerfahrung in Auseinandersetzung mit der nicht personellen Umwelt
6.1.1.3 Grenzerfahrung in Auseinandersetzung mit sich selbst
6.1.2 Anreiz - Vertrauen & Zutrauen
6.2 Reflexion - Erarbeitungsmöglichkeiten sozialer Fähigkeiten innerhalb der Erlebnispädagogik
6.2.1 Reflexion innerhalb der sozialen Gruppe
6.2.2 Reflexion des Individuums
6.2.3 Methoden sozialen Lernens
6.2.3.1 Das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun – Kommunikation erlernen
6.2.3.2 Das Kommunikationsmodell der Transaktionsanalyse
6.2.3.3 Konflikte lösen durch Verbalisierung und Bewußtmachung versteckter Gefühle
6.2.4 Die biographische Selbstreflexion des erlebnispädagogischen Leiters
6.2.4.1 Wie schafft man ein entwicklungsförderndes pädagogisches Milieu?
6.2.4.2 Vermeidung von Projektionen durch „Aussöhnung mit dem eigenen Teufel“
6.2.4.3 Entlarvung der individuellen Spielneigung und Kommunikationsstruktur
6.2.4.4 Sebstverantwortliches Denken & Handeln - Soziale Kompetenz vorleben, anregen und anleiten am Beispiel des NLP
6.3 Erlebnispädagogik als Angstbewältigungsmethode
6.3.1 Freisein von Sozialer Angst als Soziale Kompetenz
6.3.2 Angst allgemein
6.3.3 Soziale Angst
6.3.4 Angst und Selbstdarstellung
6.3.5 Emotionsbewältigung durch Selbstdarstellung zum Schutze des Selbstwertes - Eine Bewältigungsmethode der Angst
6.3.6 „Unmittelbares Erleben“ als Chance, sich von sozialer Angst zu lösen - Selbstakzeptanz zur Unterstützung des Selbstwertgefühls
6.3.7 Die Entdeckung des wahren Selbst, um die Angst auf „vernünftige“ Weise zu bewältigen
6.3.8 Möglichkeiten der Angstbewältigung innerhalb der Erlebnispädagogik
7 Möglichkeiten der Evaluation
7.1 Kritik an der Evaluation
7.2 Alternative Selbstevaluation
8 Schlusswort
9 Literaturverzeichnis
10 Anmerkungen zu den Abkürzungen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, unter welchen theoretischen Aspekten die Entwicklung Sozialer Kompetenz durch erlebnispädagogische Maßnahmen gefördert werden kann, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Verknüpfung konstruktivistischer Lerntheorien mit den praktischen Ansätzen der Erlebnispädagogik liegt.
6.3.2 Angst allgemein
Angst ist wohl die Emotion, welche von allen anderen Emotionen am ehesten „Macht“ über ein Individuum ausüben kann. Mit Macht ist der Einfluß gemeint, welchen Angst auf das Wesen eines Menschen nehmen kann. Nicht umsonst wird dieser Emotion in der Persönlichkeitspsychologie als persönlichkeitsdeterminierenden Konstante enorme Bedeutung beigemessen. Bei Freud ist deshalb die Angst, neben den Trieben und der Verteilung und Anwendung der psychischen Energie, ebenfalls eine von insgesamt drei Komponenten, welche die Persönlichkeitsdynamik ausmachen (Vgl. Corell, 1976) und auch Riemann (1993) spricht von vier Grundformen der Angst, welche eine bestimmte Persönlichkeitsentwicklung herbeiführen können.
Menschen, die häufig große Angst verspüren, aus welchen Gründen auch immer, können durchaus zur Marionette dieser werden. Diese Angst wird dann oft überwunden wenn man darauf achtet, diese nicht in das Selbstkonzept zu übernnehmen, um so seinen Selbstwert zu schützen, d.h. man die Angst nach außen und vor sich selbst verbirgt. Doch ist es wirklich sinnvoll, die Bewältigung von Angst mit Hilfe einer Selbstdarstellung seiner Person, ohne das Zeigen der Emotion Angst, vorzunehmen?
Die „Fixed Role Therapy“ nach Kelly (1955) vertritt die Annahme, dass Personen zu den Rollen werden können, welche sie spielen (Vgl. Laux & Weber, 1993).
In besonderen Fällen ist das Überspielen von Angst mit Sicherheit notwendig, nämlich dann, wenn man sein Gegenüber einschüchtern will, d.h. man keine Angst zeigen darf, da sonst diese „Schwäche“ von einem vermeintlichen Gegner ausgenützt werden könnte. Dieser würde sich durch die Wahrnehmung der unverborgenen Angst überlegen fühlen und folglich diese Überlegenheit auch verkörpern. Diese Überlegenheitsdemonstration würde die Angst eines bereits angstempfindenden Individuums mit Sicherheit verstärken. Schlattmann und Hackfort bringen bezüglich der Emotionsbewältigung in Form der Emotionsdarstellung, in der es gilt Angst zu verbergen und sich somit Respekt zu verschaffen, folgendes Zitat Toni Schuhmachers: „Ganz wichtig ist es auch, die gegnerischen Stürmer einzuschüchtern. (...) Rein von der Optik her fürchtet ein Feldspieler einen kleinen Torwart weniger. Also muß Respekt geschaffen werden, unter Einsatz aller verfügbaren Mittel. Der Angreifer soll Angst bekommen“ (1991; zitiert nach Laux & Weber, 1993, S. 63).
1 Klärung des Bedarfs an Sozialer Kompetenz in unserer Gesellschaft: Dieses Kapitel analysiert den gesellschaftlichen Wandel und die damit verbundene Notwendigkeit, Soziale Kompetenz als Schlüsselqualifikation zu fördern.
2 Wissenschaftstheorie - Klärung der theoretischen Herangehensweise und wissenschaftstheoretischen Position: Hier werden die wissenschaftstheoretischen Fundamente gelegt, wobei ein Vergleich zwischen phänomenologischen und hermeneutischen Methoden sowie die Bedeutung des Konstruktivismus herausgearbeitet werden.
3 Didaktisches Selbstverständnis: Das Kapitel erläutert ein auf konstruktivistischen Prinzipien basierendes Didaktikverständnis, das den Einzelnen als autopoietisches System begreift.
4 Soziale Kompetenz. Versuch einer Begriffsbestimmung und Eingrenzung - Was genau soll erlernt bzw. erarbeitet werden?: Hier erfolgt eine definitorische Annäherung an den Begriff Soziale Kompetenz mit Fokus auf Kommunikationsfähigkeit und Strukturbewußtheit.
5 Erlebnispädagogik - Versuch einer Bestandsaufnahme: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Ursprünge der Erlebnispädagogik und ihre lerntheoretische Einordnung auf Basis der Theorie lebender Systeme.
6 Die Bedeutung der Erlebnispädagogik für die Entwicklung Sozialer Kompetenz: Es werden die zentralen Elemente der Erlebnispädagogik wie Anreiz, Reflexion und Angstbewältigung detailliert analysiert.
7 Möglichkeiten der Evaluation: Das letzte Kapitel kritisiert klassische Evaluationsansätze und plädiert für alternative, subjektzentrierte Formen der Selbstevaluation.
Erlebnispädagogik, Soziale Kompetenz, Konstruktivismus, Autopoiese, Systemtheorie, Kommunikation, Reflexion, Angstbewältigung, Identität, Persönlichkeitsentwicklung, Selbstevaluation, Handlungskompetenz, Strukturdeterminiertheit.
Die Arbeit untersucht, wie die Entwicklung Sozialer Kompetenz theoretisch und praktisch im Rahmen der Erlebnispädagogik verankert und gefördert werden kann, unter Verwendung systemtheoretischer und konstruktivistischer Ansätze.
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung der Erlebnispädagogik, das Verständnis von Sozialer Kompetenz als Strukturkompetenz, der Umgang mit Angst sowie die Rolle der Reflexion im Lernprozess.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie pädagogische Leiter Menschen in ihrer Einzigartigkeit fördern und sie bei der selbstständigen Entwicklung Sozialer Kompetenz unterstützen können.
Die Arbeit ist eine qualitative Literaturarbeit, die auf wissenschaftstheoretischen Grundlagen des Konstruktivismus sowie der Theorie lebender Systeme nach Maturana & Varela aufbaut.
Im Hauptteil werden Didaktikverständnis, Begriffsbestimmungen von Sozialer Kompetenz, die Bedeutung von Erlebnispädagogik für Veränderungsprozesse und spezifische Methoden der Reflexion und Angstbewältigung diskutiert.
Wichtige Begriffe sind Erlebnispädagogik, Konstruktivismus, Soziale Kompetenz, systemtheoretisches Denken und Persönlichkeitsentwicklung.
Das Konzept der Autopoiese verdeutlicht, dass Individuen autonom und strukturdeterminiert sind; daher können pädagogische Maßnahmen den Lernenden nicht direkt steuern, sondern nur Anreize für selbstorganisierte Lernprozesse bieten.
Die Arbeit kritisiert, dass klassische Evaluationen oft von einer linearen Kausalität ausgehen, was der komplexen, subjektiven Struktur des Menschen nicht gerecht wird; daher wird eine prozessbegleitende Selbstevaluation vorgeschlagen.
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