Diplomarbeit, 2004
159 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Aufbau der Arbeit
1.2. Persönlicher Zugang zum Phänomen
1.3. Entwicklung vorläufiger Forschungsfragen
1.4. Projektwerkstatt
2. Gegenstandsfeld
2.1. Zur Schwierigkeit einer Sehnsuchtsdefinition
2.2. Zur Etymologie des Begriffes der Sehnsucht
2.2.1. Im Griechischen
2.2.2. Im Lateinischen
2.2.3. Im Deutschen
2.2.4. Im Englischen
2.2.5. Im Romanischen
2.3. Sehnsucht in Philosophie und Religion
2.4. Sehnsucht in Literatur und Kunst
2.4.1. Die deutsche Sehnsucht
2.4.2. Die portugiesische Saudade
2.5. Sehnsucht in Mark(t) und Medien
3. Theoretische Erkundungen
3.1. Allgemeiner Stand „Sehnsucht“
3.1.1. Kulturanthropologischer Ansatz
3.1.2. Tiefenpsychologische Ansätze
3.1.3. Emotionspsychologische Ansätze
3.1.4. Phänomenlogische Ansätze
3.1.5. Entwicklungspsychologische Ansätze
3.2. Allgemeiner Stand „Identität“
3.2.1. Empirische Identitätstheorie
3.2.2. Formaltheoretische Identitätstheorie
3.3. Zusammenführung
3.4. Präzisierung der Forschungsfrage
4. Methodischer Zugang und Forschungsprozess
4.1. Zum Selbstverständnis qualitativer Forschung
4.1.1. Über Forschungsprozessmodelle
4.1.2. Über prägende Grundannahmen
4.1.2.1. Offenheit und Reflexion
4.1.2.2. Kommunikation und Reflexivität
4.1.2.3. Explikation
4.1.3. Über Gütekriterien und Geltungsansprüche
4.2. Zur Durchführung dieser Studie
4.2.1. Vorbereitung
4.2.1.1. Zum Verlauf der Vorbereitungsphase
4.2.1.2. Zur Methodologie der Vorbereitungsphase
4.2.2. Erhebung
4.2.2.1. Zur Auswahl des Erhebungsverfahrens
4.2.2.1.1. Zum Funktionsprinzip der Satzergänzung
4.2.2.1.2. Theoretisch relevante Einflussfaktoren
4.2.2.2. Zur Entstehung des Satzergänzungsverfahrens
4.2.2.2.1. Zur Instruktion
4.2.2.2.2. Zur Induktorenkonstruktion
4.2.2.2.3. Zur Online-Umsetzung
4.2.2.3. Zur Auswahl der Studienteilnehmer
4.2.2.4. Zur Methodologie der Erhebungsphase
4.2.3. Auswertung
4.2.3.1. Zur Auswahl der Auswertungsmethoden
4.2.3.1.1. Zur Globalauswertung
4.2.3.1.2. Zur Grounded Theory
4.2.3.1.3. Zur computergestützten qualitativen Datenanalyse
4.2.3.2. Zum Verlauf der Auswertungsphase
4.2.3.2.1. Phase I: Konzeptionalisierung
4.2.3.2.2. Phase II: Kategorisierung
4.2.3.2.3. Phase III: Dimensionalisierung
4.2.3.2.4. Phase IV: Subkategoriale Verknüpfung
4.2.3.2.5. Phase V: Einbezug neuen Datenmaterials
4.2.3.2.6. Phase VI: Kernkategoriale Verdichtung
4.2.3.3. Zur Methodologie der Auswertungsphase
5. Ergebnisse
5.1. Beschreibung der vorläufigen Kategorien
5.1.1. Intensität
5.1.2. Befindlichkeit
5.1.3. Isolation
5.1.4. Personale Kontrolle
5.1.5. Wirklichkeitsraum
5.1.6. Veränderung
5.1.7. Grenzerfahrungen
5.1.8. Selbstverständnis
5.1.9. Bewältigungstechniken
5.2. Darstellung des roten Fadens
5.3. Ausbreitung der Kernkategorie
5.4. Einbezug der Identitätsdimension
5.5. Empirische Falldarstellung
5.6. Formaltheoretische Betrachtung
6. Diskussion
6.1. Rückbindung der Forschungsfragen
6.2. Fazit
6.3. Ausblick
7. Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht das vernachlässigte Phänomen der Sehnsucht innerhalb der Identitätsforschung, mit dem Ziel, dessen Dynamik, Funktion und individuelle Ausprägung im Prozess der Identitätskonstruktion und Kohärenzherstellung zu begreifen.
Die deutsche Sehnsucht
Durch die im Zuge der Romantik aufkommende Betonung der nach innen gerichteten Gefühlsschau wird das Sehnsuchtsgefühl auch im deutschen Sprachraum zum Gegenstand von Dichtung und Malerei. Nach Danzer (1998) steht das von Novalis geformte Zeitgeistmotto „Nach innen führt der Weg“ für eine bereits in der Antike bekannte Idee, nach der Mikrokosmos (Psyche) und Makrokosmos (Natur und Weltall) einander entsprechen.
Den künstlerisch-intellektuellen Bestrebungen dieser Zeit, welche sich tieferliegende Erkenntnisse über die Beschaffenheit der menschlichen Seele und somit der Welt erhofften, blieben hierdurch zweierlei Annäherungsmöglichkeiten. Der Makrokosmos spiegelt sich in zahlreichen unverfälschten Natur- und Landschaftsmalereien wieder, die „als >nicht enden wollender Raum< dem Auge des Betrachters durchaus die Möglichkeit des >Hinein-Steigens< und des >Sich darin-Verlierens< bieten.“ (Danzer in Fuchs 1998, S.185). Hierbei tritt eine Sehnsucht nach dem ursprünglich-harmonischen Welteinverständnis zu Tage (vgl. Kohlschmidt in Vogt 1993). Im inneren Mikrokosmos des Betrachters entsteht ein Sehnen nach der Wahrhaftigkeit initialisierenden Kraft der Sehnsucht.
Auch in der Dichtung werden diffuse Möglichkeiten des Glückes angedeutet, die gegenwärtige Entbehrungen vergessen machen und die Vorstellung des Lesers in dunkle, geheimnisvolle Fernen ziehen.
1. Einleitung: Diese Einleitung bietet einen Wegweiser durch die Struktur der Arbeit, stellt den autobiographischen Zugang zum Thema vor und führt in das Konzept der Projektwerkstatt ein.
2. Gegenstandsfeld: In diesem Kapitel wird ein breiter Bedeutungsraum der Sehnsucht durch verschiedene Disziplinen wie Philosophie, Religion, Literatur und Kunst aufgespannt, um der Vielschichtigkeit des Phänomens gerecht zu werden.
3. Theoretische Erkundungen: Hier werden psychologische Theorien zur Sehnsucht und Identität zusammengeführt, um die Basis für die Forschungsfragen und die empirische Untersuchung zu legen.
4. Methodischer Zugang und Forschungsprozess: Dieser Teil erläutert das methodologische Selbstverständnis der qualitativen Forschung sowie das konkrete Studiendesign, die Erhebung mittels Online-Satzergänzung und die Auswertung nach der Grounded Theory.
5. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die empirisch abgeleiteten Kategorien des Sehnsuchtserlebens und verknüpft diese systematisch mit der Identitätsdimension sowie einer beispielhaften Falldarstellung.
6. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse im Hinblick auf die initialen Forschungsfragen und resümiert die funktionale Bedeutung der Sehnsucht für die Identitätsarbeit.
7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung komprimiert den gesamten Forschungsprozess, die methodische Herangehensweise und die wesentlichen Erkenntnisse der Untersuchung.
Sehnsucht, Identität, Identitätskonstruktion, Qualitative Forschung, Grounded Theory, Lebensgestaltung, Kohärenz, Selbstverständnis, Emotionspsychologie, Satzergänzung, Psychodynamik, Subjektivität, Entwicklungspsychologie.
Die Diplomarbeit untersucht das psychologische Phänomen der Sehnsucht und deren Bedeutung für die Entwicklung und Aufrechterhaltung der personalen Identität.
Die Arbeit verknüpft die phänomenologische und psychologische Betrachtung der Sehnsucht mit entwicklungspsychologischen Identitätsmodellen und methodischen Überlegungen zur qualitativen Forschung.
Das Ziel ist es, die funktionale Rolle der Sehnsucht als Motor oder Bremse in Prozessen der Identitätsbildung und der individuellen Lebensgestaltung aufzudecken.
Der Autor wählte einen qualitativen Ansatz, basierend auf der Grounded Theory, und nutzte ein Online-Satzergänzungsverfahren zur Gewinnung narrativer Daten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Kategorisierung des Sehnsuchtserlebens, eine Analyse seiner funktionalen Einbindung in die Identität und die exemplarische Darstellung eines empirischen Falls.
Zentrale Begriffe sind neben der Sehnsucht vor allem Identität, Identitätskonstruktion, Grounded Theory, Selbstverständnis und Prozessorientierung.
Die Arbeit beschreibt Sehnsucht als eine Ambivalenz zwischen dem Schmerz des Mangels (die Unerreichbarkeit des Ziels) und der energetisierenden Hoffnung bzw. dem positiven Erleben der Sehnsucht als Ausdruck von Lebendigkeit.
Das Online-Verfahren ermöglichte eine niedrigschwellige, anonyme Teilnahme für ein breiteres Spektrum an Personen, was dem Wunsch des Autors nach einer intimen, unvoreingenommenen Datenerhebung entgegenkam.
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