Diplomarbeit, 2004
82 Seiten, Note: 1,3
Prolog
1. Akt: Inszenierung der Leistungsfähigkeit - Die Weltausstellung 1888
1. Akt. 1. Szene: Die Entwicklung von Weltausstellungen bis 1888
1. Akt. 2. Szene: Exkurs zur Stadtbaugeschichte von Barcelona bis 1888
Gründe für die Weltausstellung in Barcelona 1888
1. Akt. 3. Szene: Städtebauliche Maßnahmen anlässlich der Weltausstellung 1888
1. Akt. 4. Szene: Auswirkungen der Weltausstellung von Barcelona 1888
2. Akt: Inszenierung der spanischen Eitelkeit - Die Weltausstellung 1929
2. Akt. 1. Szene: Die Entwicklung von Weltausstellungen von 1888 bis 1929
2. Akt. 2. Szene: Exkurs zur Stadtbaugeschichte von Barcelona von 1888 bis 1929
Gründe für die Weltausstellung in Barcelona 1929
2. Akt. 3. Szene: Städtebauliche Maßnahmen anlässlich der Weltausstellung 1929
2. Akt. 4. Szene: Auswirkungen der Weltausstellung von Barcelona 1929
2. Akt. 5. Szene: Die weitere Entwicklung von Weltausstellungen
3. Akt: „Barcelona, posa’t guapa!“ - Die Olympischen Spiele 1992
3. Akt. 1. Szene: Die Entwicklung von Olympischen Spielen seit der Neuzeit
3. Akt. 2. Szene: Exkurs zur Stadtbaugeschichte von Barcelona von 1929 bis 1992
Gründe für die Olympischen Spiele in Barcelona 1992
3. Akt. 3. Szene: Städtebauliche Maßnahmen anlässlich der Olympischen Spiele 1992
3. Akt. 4. Szene: Auswirkungen der Olympischen Spiele von Barcelona 1992
4. Akt: Die Strategie - Das internationale Forum der Kulturen 2004
4. Akt. 1. Szene: Die Entwicklung von internationalen Kulturveranstaltungen
4. Akt. 2. Szene: Exkurs zur Stadtbaugeschichte von Barcelona von 1992 bis 2004
Gründe für die internationale Kulturveranstaltung in Barcelona 2004
4. Akt. 3. Szene: Städtebauliche Maßnahmen anlässlich des Forums der Kulturen
4. Akt. 4. Szene: Anmerkungen zum Forum der Kulturen von Barcelona 2004
Epilog
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Großveranstaltungen und der städtebaulichen Entwicklung Barcelonas. Es wird analysiert, inwieweit Weltausstellungen, Olympische Spiele und Kulturveranstaltungen als Katalysatoren für längst geplante städtebauliche Transformationen dienten und wie diese den Umbau der Stadt beeinflussten.
Die Entwicklung von Weltausstellungen bis 1888
Mitte des 19. Jahrhunderts gewannen die nationalen Industrieausstellungen enorm an Bedeutung. Bei diesen Messen präsentierten die Industrieländer ihre Waren und neuesten technischen Errungenschaften zum Zweck des Leistungsvergleichs und zur Förderung des Absatzes. Der Engländer Henry Cole gab den Anstoß für eine internationale Industrieausstellung, die die Bestrebungen der sich universell entwickelnden Industrieländer in den Bereichen der Technik und Bildung sowie der wirtschaftlichen Vernetzung wie in einem Knotenpunkt zusammenfassen sollte. Die Idee der Weltausstellung als Mittel des friedlichen, wirtschaftlichen Wettstreits der Völker untereinander war geboren. In einem temporären Ausstellungsgebäude sollten für wenige Monate die neuesten Industriegüter und Erfindungen präsentiert und von einem internationalen Preisgericht beurteilt werden. Im Jahre 1851 lud London zur ersten “Great Exhibition of the Works of Industry of all Nations” ein (1). Für diese internationale Leistungsschau von Produkten und Produzenten wurde ein beeindruckendes Ausstellungsgebäude errichtet: Der Kristallpalast.
Der Landschaftsarchitekt Joseph Paxton errichtete den Kristallpalast nicht in der damals typischen Bauweise aus festem Mauerwerk, sondern aus den modernen Materialien Eisen und Glas. Seine filigrane Konstruktion ließ eine lichtdurchflutete Halle entstehen und löste den Gegensatz von innen und außen auf. Der Palast wurde im Hyde Parc errichtet. Bäume, die auf der Baufläche standen, integrierte Joseph Paxton in seine Architektur, indem er das Querschiff mit einem 33 Meter hohen Tonnengewölbe aus Glas überdachte.
1. Akt: Inszenierung der Leistungsfähigkeit - Die Weltausstellung 1888: Untersucht die Rolle der Weltausstellung 1888 bei der städtebaulichen Modernisierung und der erstmaligen, systematischen Nutzung einer Großveranstaltung zur Stadtentwicklung.
2. Akt: Inszenierung der spanischen Eitelkeit - Die Weltausstellung 1929: Analysiert den Einfluss der zweiten Weltausstellung auf die Erschließung des Montjuïc-Geländes und die damit verbundenen infrastrukturellen Fortschritte.
3. Akt: „Barcelona, posa’t guapa!“ - Die Olympischen Spiele 1992: Beleuchtet, wie die Olympischen Spiele 1992 als Katalysator für eine umfassende Stadterneuerung und die Öffnung Barcelonas zum Meer genutzt wurden.
4. Akt: Die Strategie - Das internationale Forum der Kulturen 2004: Betrachtet die Revitalisierung des Gebiets um La Mina durch das Forum der Kulturen und diskutiert die langfristigen Auswirkungen einer strategisch geplanten Festivalisierung.
Barcelona, Großveranstaltungen, Stadtentwicklung, Städtebau, Weltausstellung, Olympische Spiele, Forum der Kulturen, Festivalisierung, Infrastruktur, Gentrifizierung, Stadtplanung, Moderne, Modernisierung, Standortwettbewerb, Stadtumbau
Die Diplomarbeit untersucht die städtebauliche Entwicklung der Stadt Barcelona im Spiegel von vier bedeutenden Großveranstaltungen: den beiden Weltausstellungen 1888 und 1929, den Olympischen Spielen 1992 sowie dem internationalen Forum der Kulturen 2004.
Zentrale Themen sind die Wechselwirkung zwischen temporären Großereignissen und langfristiger Stadtplanung, der Ausbau von Infrastrukturen, die ästhetische und soziale Aufwertung von Stadtvierteln sowie die Kritik an der Politik der Festivalisierung.
Das Ziel ist zu überprüfen, ob Barcelona durch diese Großveranstaltungen tatsächlich einen Modernisierungsschub erfuhr, ob diese als Motor für ohnehin fällige städtebauliche Maßnahmen dienten und ob der Fokus dabei zu einseitig auf Prestigeprojekten lag, die Gentrifizierung fördern.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Studium von Dokumenten und Zeitungsveröffentlichungen sowie einer Rekonstruktion mittels Interviews mit beteiligten Planungsbüros und eigenen Beobachtungen vor Ort.
Der Hauptteil ist in vier Akte gegliedert, die jeweils eine der Großveranstaltungen historisch einbetten, die Beweggründe erläutern, die städtebaulichen Umsetzungen detailliert analysieren und die Auswirkungen (Erfolg vs. Kritik) bilanzieren.
Die wichtigsten Schlagworte sind Barcelona, Großveranstaltungen, Stadtentwicklung, Festivalisierung, Gentrifizierung, Stadtplanung und Standortwettbewerb.
Die Idee stammt von Dieter Eisfeld, um die inszenierte Natur dieser Großveranstaltungen besser darzustellen, da sie nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern auch eine Bühne für die Selbstdarstellung der Stadt darstellen.
Die Autorin kritisiert, dass bei der Neugestaltung eine historische Tabula Rasa vollzogen wurde, bei der die gewachsene Identität verloren ging und der Stadtteil nun als „Retortenstadtteil“ den globalen ökonomischen Mustern folgt, anstatt die lokale Geschichte zu integrieren.
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