Magisterarbeit, 2004
97 Seiten, Note: 2,0
1 Erzähltheoretische Vorüberlegungen
2 Historische Reflexion in Romanen von Alice Walker, Toni Morrison und John Grisham
2.1 Sklaverei als gegenwärtige Vergangenheit: The Color Purple
2.2 Vom Bürgerkrieg zur Bürgerrechtsbewegung: Paradise
2.3 Der Ku-Klux-Klan als Symbol für Gewalt: A Time to Kill
3 Rassendiskriminierung
3.1 Rassismus als gesellschaftliche Konvention: The Color Purple
3.2 Rassenwahn als zerstörerisches Element: Paradise
3.3 Gerechtigkeit vor rassistischer Kulisse: A Time to Kill
4 Geschlechtliche Diskriminierung
4.1 Die afroamerikanische Frau als rechtloses Objekt: The Color Purple
4.2 Weiblichkeit als Bedrohung: Paradise
4.3 Von sozialer Unterordnung bis zu sexueller Gewalt: A Time to Kill
5 Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit analysiert die literarische Repräsentation von Diskriminierung in ausgewählten Romanen des 20. Jahrhunderts, die im amerikanischen Süden spielen. Dabei untersucht sie, wie Rassismus und Sexismus als miteinander verknüpfte Unterdrückungsmechanismen in den Werken von Alice Walker, Toni Morrison und John Grisham dargestellt werden und welche Auswirkungen diese auf die Identität und Handlungsspielräume der Protagonisten haben.
3.1 Rassismus als gesellschaftliche Konvention: The Color Purple
“Have you ever seen a white person and a colored sitting side by side in a car?” (CP, 109).
“No writer has made the intimate hurt of racism more palpable than Walker”.110 Zwar stellt die sexistische Diskriminierung der afroamerikanischen Frauen innerhalb ihrer eigenen ethnischen Gruppe ohne Frage den umfangreichsten Themenkomplex in Alice Walkers Roman dar111, aber die ungerechte Behandlung der afroamerikanischen Bevölkerung durch die Gesellschaft der Weißen sowie die dadurch verursachten Leiden der Betroffenen werden ebenso eindringlich zur Geltung gebracht. Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt auf der Figur der Sofia und ihrer rassistisch begründeten Diskriminierung, welche sich in verschiedenen Ausprägungen, wie sozialer Herabsetzung, Gewaltanwendung und juristischer Ungerechtigkeit äußert.
Der Roman thematisiert den Überlegenheitsanspruch der Weißen gegenüber den Afroamerikanern und ihre bewusste Demonstration von Vorherrschaft. Ein Beispiel für diese Form der Abwertung ist die Szene, als Sofia in der Stadt dem weißen Bürgermeister begegnet. Die Art und Weise, in der die Frau des Bürgermeisters, genannt Miss Millie, Sofias Kinder begutachtet und anfasst, veranschaulicht ihre Geringschätzung: “All these children, say the mayor’s wife, digging in her pocketbook. Cute as little buttons though, she say. She stop, put her hand on one of the children head. Say, and such strong white teef” (CP, 90). Ihre Bemerkung über die gesunden Zähne der Kinder sowie der später folgende Kommentar “All your children so clean” (CP, 90) unterstreichen ihre voreingenommene Einstellung, denn ihre ‚Komplimente‘ implizieren Verwunderung, wodurch der Eindruck entsteht, die Gesundheit und Sauberkeit von afroamerikanischen Kindern sei eher ungewöhnlich. Die Überzeugung, die weiße Rasse sei die Bessere, wird durch die überhebliche Äußerung, “Now Millie, [...] always going on over colored” (CP, 90), des sichtlich amüsiert auf seine Frau wartenden Bürgermeisters, noch verstärkt.
1 Erzähltheoretische Vorüberlegungen: Einführung in die Begrifflichkeiten und den wissenschaftlichen Rahmen der Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Diskriminierungsdefinition.
2 Historische Reflexion in Romanen von Alice Walker, Toni Morrison und John Grisham: Einordnung der ausgewählten Romane in ihren historischen und gesellschaftlichen Kontext, insbesondere im Hinblick auf Sklaverei und Bürgerrechtsbewegung.
3 Rassendiskriminierung: Analyse der rassistischen Strukturen in den Südstaaten und deren Darstellung in den drei Romanen, inklusive der internen rassistischen Spannungen in Paradise.
4 Geschlechtliche Diskriminierung: Untersuchung der patriarchalischen Strukturen und der sexistischen Unterdrückung von Frauen in den untersuchten Werken.
5 Schlussbetrachtungen: Synthese der Analyseergebnisse und Reflexion über die anhaltende Relevanz der dargestellten Diskriminierungsformen sowie die Ansätze zu deren Überwindung.
Diskriminierung, Rassismus, Sexismus, Afroamerikanische Literatur, Alice Walker, Toni Morrison, John Grisham, Südstaaten, Patriarchat, Sklaverei, Bürgerrechtsbewegung, Identität, Machtverhältnisse, Literaturanalyse, Unterdrückung.
Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung von Diskriminierung – speziell Rassismus und Sexismus – in drei bedeutenden Romanen, die den amerikanischen Süden als Hintergrund haben.
Die Schwerpunkte liegen auf der rassistischen Benachteiligung der afroamerikanischen Bevölkerung, der patriarchalen Unterdrückung von Frauen sowie der historischen Reflexion dieser Phänomene innerhalb der Literatur.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Autoren die Mechanismen von Rassismus und Sexismus literarisch verarbeiten und welche Folgen diese für die betroffenen Figuren und deren Gesellschaft haben.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text kritisch im Hinblick auf soziopolitische Kontexte und Machtstrukturen untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einbettung der Romane, die tiefgehende Analyse der Rassendiskriminierung und die Untersuchung der geschlechtsspezifischen Unterdrückung.
Diskriminierung, Rassismus, Sexismus, Patriarchat, Südstaaten, sowie die spezifischen Romane The Color Purple, Paradise und A Time to Kill sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Im Gegensatz zu den anderen Werken fokussiert Paradise weniger auf den Konflikt zwischen Schwarz und Weiß, sondern auf rassistische und klassenbasierte Ausgrenzung innerhalb der afroamerikanischen Gemeinschaft selbst.
Die Arbeit verdeutlicht, dass afroamerikanische Frauen durch ihre Hautfarbe und ihr Geschlecht gleichzeitig von Rassismus und Sexismus betroffen sind, was sie vor eine besondere gesellschaftliche Herausforderung stellt.
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