Diplomarbeit, 2004
76 Seiten, Note: 2,7
Einleitung
1. Die Geschichte Sardiniens
1.1 Die Nuraghenkultur (1500 bis 500 v. Chr.)
1.2. Sardinien und die Römer (238 v. Chr. bis 450 n. Chr.)
1.3. Christianisierung
1.4. Die Richterzeit
1.5. Die spanische Herrschaft
1.6. Das „Königreich Sardinien“ unter der Herrschaft der Savoyer
1.6. Sardinien als Teil des Gesamtstaates Italien
2. Hauptproblemfelder
2.1. Sprache und Kultur
2.2. Wirtschaftslage
2.3. Militärbasen in Sardinien
3. Die Parteien der Autonomie- und Unabhängigkeitsbewegung
3.1. Partito Sardo d’Azione
3.2. Indipendèntzia Repùbrica de Sardigna
3.3. Sardigna Natzione Indipendentzia
4. Heutige Situation
Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuelle politische Bedeutung der Autonomie- und Unabhängigkeitsbewegungen auf Sardinien nach dem Zweiten Weltkrieg. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit den Ursachen und Zielen dieser Bewegungen sowie deren Auseinandersetzung mit der wirtschaftlichen und kulturellen Marginalisierung der Insel im italienischen Staatsgefüge.
2.1. Sprache und Kultur
Das Sardische ist eine Minderheitensprache, die auf dem Lateinischen basiert. Sie entstand während der 700 Jahre andauernden Herrschaft der Römer auf Sardinien.
„…, la parlata indigena s’impoverisce del suo lessico e s’arricchisce di quello del latino classico del periodo repubblicano ed imperiale, importato dagli amministratori, e di quello volgare dei soldati e dei coloni agricoli; il latino si trasforma in sardo ed il sardo assimila la lingua del dominatore.”
Sardisch besteht aus unzähligen Dialekten, die auf den drei Hauptmundarten Logudoresisch, Campidanesisch und Galluresisch basieren. Die konservativsten Zentraldialekte des Sardischen haben sich bis heute in der gesprochenen Sprache kaum verändert, während die Syntax der geschriebenen Sprache in Dokumenten und Urkunden eine Wandlung durchgemacht hat. Diese Wandlung ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Sardinien in seiner Geschichte unter etlichen verschiedenen Verwaltungen war. Sardische Dokumente weisen je nach Entstehungsdatum griechische, byzantinische, toskanische, katalanische und spanische Einflüsse auf.
Sardinien ist, außer während der Richterzeit, nie ein unabhängiger Staat gewesen. Im Jahr 1326 übernahmen die Aragonesen die Herrschaft und Katalanisch blieb bis ins 17te Jahrhundert offizielle Amts- und Kultursprache und wurde dann durch Spanisch ersetzt. 1764 wurde Italienisch zur offiziellen Amtssprache erklärt. Sardisch existierte praktisch stetig als „Nebensprache“ zur offiziellen Amtsprache, wurde aber kaum mehr in der schriftlichen Form verwendet.
Einleitung: Die Einleitung skizziert die kulturelle Identität Sardiniens und definiert das Ziel der Arbeit, die historischen Wurzeln sowie die aktuellen Probleme der Unabhängigkeitsbewegungen aufzuzeigen.
1. Die Geschichte Sardiniens: Dieses Kapitel liefert einen chronologischen Überblick von der Urgeschichte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, um die Ursprünge der heutigen politischen Bewegungen verständlich zu machen.
2. Hauptproblemfelder: Es werden die zentralen Konfliktlinien der Insel analysiert, insbesondere die Bedrohung der Sprache, die wirtschaftliche Stagnation und die Belastung durch Militärbasen.
3. Die Parteien der Autonomie- und Unabhängigkeitsbewegung: Detaillierte Darstellung der politischen Akteure (PSd’A, iRS, Sardigna Natzione) anhand ihrer Parteigeschichte und ihrer Programmatiken.
4. Heutige Situation: Untersuchung der jüngsten politischen Entwicklungen unter der Regierung Soru und der anhaltenden Relevanz föderaler Bestrebungen.
Sardinien, Autonomiebewegung, Unabhängigkeitsbewegung, Sardisch, Identität, Sardismus, PSd’A, iRS, Sardigna Natzione, Renato Soru, Wirtschaftslage, Militärbasen, Minderheitensprache, Italien, Föderalismus.
Die Arbeit analysiert das Streben Sardiniens nach politischer Autonomie und Unabhängigkeit im Kontext der Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Auswirkungen der historischen Fremdherrschaft, die sprachliche Identität, sozio-ökonomische Defizite und die Präsenz ausländischer Militärstützpunkte.
Ziel ist es, die Beweggründe der sardischen Unabhängigkeitsbewegungen zu beleuchten und ihr politisches Selbstverständnis im Kontrast zum italienischen Zentralstaat aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert primär auf einer Analyse von parteiinternen Programmdokumenten, Manifesten und zeitgenössischen Presseberichten, um das Selbstbild der Bewegungen direkt abzubilden.
Im Hauptteil werden neben den historischen Grundlagen die konkreten Problemfelder und die spezifischen Profile der drei wichtigsten politischen Organisationen (PSd’A, iRS, Sardigna Natzione) detailliert ausgearbeitet.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Autonomie, Identität, Sardismus, Separatismus, wirtschaftlicher Strukturwandel und sprachliche Unterdrückung charakterisiert.
Die sardische Sprache wird als zentrales Element der Identität betrachtet; ihr Schutz und ihre Kodifizierung sind essenzielle Forderungen für den Erhalt der sardischen Eigenständigkeit.
Die Militärbasen werden von den Bewegungen als koloniale Zumutung und Risiko für Umwelt und Gesundheit wahrgenommen, was die Forderung nach Unabhängigkeit zusätzlich legitimiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

