Magisterarbeit, 2004
94 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Vorbemerkungen zur Ernährungsforschung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2. Ernährungswandel in der BRD und der DDR sowie das Ernährungs und Mahlzeitenverhalten in der DDR vor der Wiedervereinigung
2.1 Ernährungswandel in der BRD
2.1.1 Die Nachkriegszeit und die 50er Jahre
2.1.2 Die 60er Jahre
2.1.3 Die 70er Jahre
2.1.4 Die 80er Jahre
2.2 Ernährungswandel in der DDR
2.2.1 Die Nachkriegszeit und die 50er Jahre
2.2.2 Die 60er Jahre
2.2.3 Die 70er Jahre
2.2.4 Die 80er Jahre
2.3 Ausgewählte Aspekte des Ernährungs- und Mahlzeitenverhaltens in der DDR
2.3.1 Ernährungsverhalten
2.3.1.1 Tendenzen beim Lebensmittelverbrauch
2.3.1.2 Staatliche Ernährungsbeeinflussung
2.3.1.3 Eigenproduktion von Nahrungsmitteln
2.3.2 Mahlzeitenverhalten
2.3.2.1 Restaurantbesuche
2.3.2.2 Gemeinschaftsverpflegung
2.3.2.3 Mahlzeitenrhythmus und Bedeutung von Mahlzeiten
2.4 Zusammenfassung und Vergleich der Tendenzen im Ernährungsverhalten der BRD und DDR von den 50er Jahren bis zur Wiedervereinigung
3. Ernährungs- und Mahlzeitenverhalten in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung und Identität als Einflussfaktor
3.1 Identität als Einflussfaktor auf die Ernährungsweise
3.1.1 Herausbildung der Ost-Identität
3.1.2 Bedeutung und Bedeutungswandel von DDR-Produkten für die Ost-Identität
3.1.3 Ernährung und Identität
3.2 Ernährungs- und Mahlzeitenverhalten nach der Wiedervereinigung
3.2.1 Ernährungsverhalten
3.2.2 Mahlzeitenverhalten
3.2.2.1 Restaurantbesuche
3.2.2.2 Gemeinschaftsverpflegung
3.3 Veränderungen der Ernährungssituation und des Ernährungs- und Mahlzeitenverhaltens in Thüringen
3.3.1 Methodisches Vorgehen
3.3.2 Subjektiv empfundene Veränderungen der Ernährungssituation
3.3.2.1 Positiv empfundene Veränderungen
3.3.2.2 Negativ empfundene Veränderungen
3.3.3 Ernährungsverhalten
3.3.3.1 Lebensmittelverbrauch
3.3.3.2 Herkunft der Lebensmittel
3.3.3.3 Eigenproduktion von Nahrungsmitteln
3.3.4 Mahlzeitenverhalten
3.3.4.1 Restaurantbesuche
3.3.4.2 Gemeinschaftsverpflegung
3.3.4.3 Mahlzeitenrhythmus und Kochgewohnheiten
3.3.4.4 Essenseinladungen
3.3.5 Auswertung der Ergebnisse
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
6. Anhang
Ziel dieser Arbeit ist es, die Entwicklung der Ernährungssituation und des Mahlzeitenverhaltens von der DDR-Zeit bis in die Zeit nach der Wiedervereinigung am Beispiel Thüringens zu analysieren und dabei den Einfluss kultureller Identität auf das Ernährungsverhalten zu untersuchen.
1.1 Vorbemerkungen zur Ernährungsforschung
Ernährung wird vielfach als soziales Totalphänomen1 beschrieben. Damit soll die Bedeutung der Ernährung für viele Dimensionen des menschlichen Lebens verdeutlicht werden, wie beispielsweise in wirtschaftlicher, politischer, religiöser, physischer und psychischer Hinsicht (Bayer et. al. 1999: 19).
Die Besonderheit der menschlichen im Gegensatz zur tierischen Ernährung liegt darin begründet, dass die Ernährungsweise des Menschen nicht biologisch determiniert, d.h. angeboren ist. Bis auf die Kriterien Essbarkeit und Verdaulichkeit wird das Ernährungsverhalten in allen Gesellschaften kulturell beeinflusst. Das betrifft die Selektion, die Wertschätzung und die Ablehnung von Nahrungsmitteln. Somit ist jede Esskultur selektiv, weil eine Auswahl aus den natürlichen Möglichkeiten getroffen wird (Barlösius 1999: 37ff.; Kutsch 1994: 103). Tolksdorf (1976: 67) beschreibt diesen Sachverhalt wie folgt: “ Zwischen Bedürfnis (Hunger) und Befriedigung (Essen und Trinken) setzt der Mensch das ganze kulturelle System der Küche”.
Die Ernährungsweise des Menschen, verbunden mit bestimmten Werten, Normen und Konventionen, wird tradiert und während des Enkulturationsprozesses erlernt. Durch die Verknüpfung mit gesellschaftlichen Aspekten bleibt sie auch ein offenes System, das von historischen Veränderungen erfasst werden kann (ebd.: 65f.).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein, beleuchtet das Phänomen des Trends zu Ostprodukten nach der Wiedervereinigung und legt die theoretischen Grundlagen der Ernährungsforschung als soziales Phänomen dar.
2. Ernährungswandel in der BRD und der DDR sowie das Ernährungs und Mahlzeitenverhalten in der DDR vor der Wiedervereinigung: Dieses Kapitel zeichnet die historischen Entwicklungslinien der Ernährungsweisen in beiden deutschen Staaten nach und analysiert spezifische Aspekte des Konsum- und Mahlzeitenverhaltens in der DDR.
3. Ernährungs- und Mahlzeitenverhalten in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung und Identität als Einflussfaktor: Das zentrale Kapitel analysiert, wie sich der politische Umbruch auf das Essverhalten auswirkte und welche Rolle die Identitätsbildung, insbesondere die Ost-Identität, bei der heutigen Produktauswahl spielt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die empirischen Ergebnisse zur Veränderung der Ernährungssituation in Thüringen zusammen und diskutiert die anhaltende Bedeutung von Ernährungsgewohnheiten als Identitätsmerkmal.
Ernährungswandel, DDR, Wiedervereinigung, Ost-Identität, Mahlzeitenverhalten, Lebensmittelverbrauch, Thüringen, Ernährungssituation, Ostalgie, Gemeinschaftsverpflegung, Konsumverhalten, kulturelle Identität, Ernährungsforschung, Lebensmittelsicherheit, Sonntagsessen.
Die Arbeit untersucht den Wandel der Ernährungssituation und der Ernährungsweisen von der DDR-Zeit bis zur Zeit nach der Wiedervereinigung, unter besonderer Berücksichtigung der kulturellen Identität der Ostdeutschen am Beispiel Thüringens.
Zu den Schwerpunkten zählen der historische Ernährungswandel in BRD und DDR, der Einfluss von politischer Planung und Mangelwirtschaft, die Bedeutung der Ost-Identität sowie die empirische Analyse heutiger Essgewohnheiten.
Das Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit kulturelle Normen, Werte und Konventionen der DDR das heutige Ernährungs- und Mahlzeitenverhalten der Ostdeutschen prägen.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Aufarbeitung der historischen Entwicklungen mit einer empirischen Untersuchung in Thüringen (schriftliche Befragung und Leitfadeninterviews).
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse des Ernährungswandels (vor 1990) und eine Untersuchung der postsozialistischen Ernährungssituation, inklusive der Identitätsfrage und empirischer Daten zu Thüringen.
Die zentralen Begriffe sind Ernährungswandel, DDR, Wiedervereinigung, Ost-Identität, Mahlzeitenverhalten und Ernährungssituation.
Die Ernährungssituation in der DDR war durch staatlich gesteuerte Preissubventionen, eine Mangelwirtschaft mit spezifischen Versorgungsengpässen und den Zwang zur Eigenproduktion geprägt, während in der BRD bereits früher eine größere Vielfalt und ein zunehmendes Gesundheitsbewusstsein dominierten.
Die Ost-Identität wirkt als Abgrenzungsmedium; der Kauf von DDR-Produkten dient dabei als Symbol für die eigene Biografie und als Ausdruck der Solidarität sowie des Widerstands gegen die Abwertung der ostdeutschen Lebensleistung.
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