Masterarbeit, 2016
90 Seiten, Note: 1,3
A Einleitung
1. Intrigentheorie
2. Machiavellis Lehre der politischen Klugheit
B Dramenanalysen
I. Die Räuber
1. Ausführung der Intrige
2. Scheitern der Intrige
3. Fazit zur Intrige in den Räubern
II. Die Verschwörung des Fiesko zu Genua
1. Machiavellis Theorie über Verschwörungen
2. Die Verschwörung in Genua
2.1 Vor der Verschwörung
2.2 Während der Verschwörung
2.3 Nach der Verschwörung
3. Fazit zur Verschwörung des Fiesko in Genua
III. Kabale und Liebe
1. Vor der Intrige
2. Beginn der Briefintrige
3. Scheitern der Intrige
4. Fazit zur Intrige in Kabale und Liebe
C Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die zentrale Rolle von Intrigen und Verschwörungen in den frühen Dramen Friedrich Schillers (Die Räuber, Die Verschwörung des Fiesko zu Genua, Kabale und Liebe) unter Rückgriff auf Niccolò Machiavellis Lehre der politischen Klugheit und Peter von Matts Intrigenmodell.
1. Intrigentheorie
Etymologisch kann 'Intrige' von ital. intricare = verwickeln, verwirren und lat. tricae = Widerwärtigkeiten, Machenschaften, Ränke abgeleitet werden. Peter von Matt definiert sie folgendermaßen: „Intrige ist geplante, zielgerichtete und folgerichtig durchgeführte Verstellung zum Schaden eines anderen und zum eigenen Vorteil.“ Im literaturwissenschaftlichen Kontext wir unter 'Intrige' allerdings ein dramaturgisches Prinzip verstanden, das Veränderung bewirkt. Die Intrige stört die Ordnung und bringt soziale Verhältnisse in Bewegung, die durch Konventionen erstarrt sind. Dieses Komplott wird heimlich durchgeführt; Intrige beruht somit immer auf einer Täuschung.
Dementsprechend ist auch das Handeln des Intriganten von Täuschung geprägt. Dadurch gerät er in einen Bereich der Mehrdeutigkeit; er ist ein Doppelspieler, Handelnder und Beobachter zugleich. Durch diese Doppelrolle fungiert er als Störfaktor, der weitreichende Eingriffe in die Kommunikations- und Interaktionszusammenhänge zwischen den Dramenfiguren vornimmt und den Fortgang der Handlung beschleunigt. Sein Handeln ist durch Simulation und Dissimulation gekennzeichnet, wodurch er in die Lage versetzt wird, ein überlegenes Wissen aufzubauen, das ihm dazu dient, seine Ziele zu verwirklichen. „Die Simulation spiegelt etwas vor, was nicht der Fall ist. […] Die Dissimulation wiederum spiegelt nichts vor, sondern verbirgt und verheimlicht die wahre Beschaffenheit.“ Beide Begriffe verweisen auf eine Instrumentalisierung und Funktionalisierung der Sprache und des menschlichen Verhaltens.
A Einleitung: Einführung in die Vernachlässigung der Intrigen-Thematik in der Schillerforschung und Darlegung der methodischen Grundlagen durch Machiavelli und Peter von Matt.
B Dramenanalysen: Umfassende Untersuchung der drei frühen Dramen mit Fokus auf die spezifische Ausgestaltung und das Scheitern der jeweiligen Hauptintrigen sowie die Rolle der Intriganten.
C Fazit: Synthese der Ergebnisse, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Intrigenkonzepte herausarbeitet und das Scheitern der Intriganten als Rückkehr zur Menschlichkeit interpretiert.
Friedrich Schiller, Intrige, Verschwörung, Machiavelli, politische Klugheit, Peter von Matt, Die Räuber, Fiesko, Kabale und Liebe, Täuschung, Verstellung, Macht, Drama, Literaturwissenschaft, Dramenanalyse
Die Arbeit analysiert das dramaturgische Phänomen der Intrige und Verschwörung in den frühen Stücken Friedrich Schillers vor dem Hintergrund politischer Klugheitslehren.
Im Zentrum stehen die Konzepte von Täuschung und Verstellung (Simulation/Dissimulation), die Rolle der Intriganten als Störfaktoren sowie der Einfluss machiavellistischer Grundsätze auf Schillers Figuren.
Das Ziel ist ein systematischer Vergleich der Intrigenhandlungen in den drei Dramen, um die Funktion der Intrige für die Charakterentwicklung und den dramatischen Verlauf zu beleuchten.
Die Arbeit stützt sich primär auf Peter von Matts Intrigenmodell sowie auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Niccolò Machiavellis "Fürst" und "Discorsi" zur politischen Klugheit.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Analysen: "Die Räuber", "Die Verschwörung des Fiesko zu Genua" und "Kabale und Liebe". Hier werden Ablauf, Ausführung und Scheitern der Intrigen detailliert untersucht.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "politisches Handeln", "Intrigentheorie", "Tragödie", "Schein und Sein" sowie die "Macht" als zentrales Motiv.
Die Arbeit zeigt, dass die Protagonisten wie Karl Moor und Fiesko oft an einer "Größenphantasie" leiden, die ihre Handlungen motiviert, aber gleichzeitig ihre moralische Verfehlung und ihr Scheitern herbeiführt.
Die Untersuchung ergibt, dass Frauen in allen drei untersuchten Dramen primär als Opfer der Intrigen von Männern fungieren, was die moralische Problematik der Intriganten zusätzlich verschärft.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

