Bachelorarbeit, 2012
65 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitendes
1.1. Forschungsstand
1.2 Begriff „Walhalla“
2. Architekt und Bauherr
2.1 Leo von Klenze
2.2 Ludwig I. von Bayern und seine Kunstpolitik
2.2.1 Vorgeschichte
2.2.2 Kunstpolitik
2.3 Leo von Klenze und Ludwig I. von Bayern
3. Entstehungsgeschichte der Walhalla
3.1 Vorgeschichte
3.2 Erste Entwürfe
3.3 Rundbauprojekte
3.4 Die Halle der Erwartung
3.5 Standortwahl
3.6 Baugeschichte
4. Baubeschreibung der Walhalla
4.1 Außenansicht
4.2 Innenansicht
5. Idee und Zweck der Walhalla
5.1 Gleichheit im Büstenprogramm
5.2 Nationale Einheit
5.3 Monarchisches Denkmal
6. Zur Wahl des Stils
7. Ursprünge und Vorläufer der Walhalla
7.1 Antike Vorläufer
7.1.1 Allgemeine antike Vorbilder
7.1.2 Vorbilder für den Unterbau
7.1.3 Hypogaion
7.1.4 Verhältnis von Bauwerk und Landschaft in der Antike
7.2 Neuzeitliche Vorläufer
7.2.1 Ideelle Vorläufer in Malerei und Literatur
7.2.2 Ideelle architektonische Vorläufer
7.2.3 Naturbezug und Landschaftsgarten
8. Ikonologische, ikonographische und metaphorische Bedeutungsebenen der Walhalla
8.1 Allgemeine Ikonologie und Ikonographie
8.1.1 Inneres
8.2 Germanische Ikonographie im Inneren
8.2.1 Karyatiden und Senkgiebel
8.2.2 Walhallafries
8.2.3 Viktorien und Ruhmesgenien
8.3 Ikonologie und Ikonographie des Äußeren
8.3.1 Giebel
8.3.2 Außenbau
8.4 Halle der Erwartung
8.5 Einbindung in einen Kult
8.6 Innenraum als Kirche
8.7 Offenes Denkmal
8.8 Landschaftlicher Bezug
8.8.1 Variatio der Ansichten
8.8.2 Metaphorische Wanderung
9. Nachwirkungen der Walhalla und Vergleiche
10. Rezeption
11. Abschließendes
Die vorliegende Arbeit analysiert die Walhalla bei Regensburg als bedeutendes deutsches Nationaldenkmal des 19. Jahrhunderts. Das primäre Ziel ist es, ein Gesamtbild des Bauwerks zu entwerfen, das über die bloße Architekturgeschichte hinausgeht und die Walhalla als Verkörperung einer ästhetischen, poetischen und nationalpädagogischen Idee im Kontext von Kunstpolitik und Identitätsstiftung begreift.
3.4 Die Halle der Erwartung
Der Unterbau aus dem zweiten Entwurf Klenzes bezieht nun erstmals die Planung einer „Halle der Erwartung“ mit ein. Durch die untere Eingangstür sollte man in diese Halle gelangen. Bestimmung dieser Halle sollte es sein, die Büsten „noch“ lebender walhallawürdiger Deutscher aufzunehmen, bis sie nach deren Tod in einer feierlichen Zeremonie in die Walhalla aufgenommen würden.
Der Staatsmann Fürst Metternich hatte hierzu angeblich spöttisch geäußert, dass Ludwig wohl vorhabe, seine eigene Büste dort aufzubewahren. Adrian von Buttlar meint hierzu, dass dies vermutlich missverstanden worden war, und dass vielmehr Metternich selbst erwartete, dass seine Büste dort aufgestellt werden würde. Ludwig hätte eine Büste Metternichs im Jahr 1827 bei Johann Nepomuk Schaller in Wien in Auftrag gegeben, um ihn in der pfälzischen Frage für sich zu gewinnen. Es zeigte sich hier nun das politische Problem der vorzeitigen Glorifikation. Das Projekt wurde somit unter dem Vorwand politischer Bedenken gestoppt.
Gegen die gänzliche Einsparung der Treppenanlage am Unterbau konnte sich Klenze erfolgreich wehren. Er verzichtete nun zwar auf die ursprüngliche Funktion der Halle, jedoch konnte er erreichen, dass der Sockelbau an sich bestehen blieb. Die untere Eingangspforte, durch die man über innen liegende Treppen in den Tempel darüber gelangen sollte, wurde einfacher gestaltet. So war es für Klenze möglich, das für ihn so wichtige Motiv des Ascensus in den entseelten Bereich beizubehalten.
1. Einleitendes: Einführung in das Thema der Walhalla als Nationaldenkmal des 19. Jahrhunderts und Überblick über den Forschungsstand.
2. Architekt und Bauherr: Analyse der Rollen von Leo von Klenze und König Ludwig I. sowie ihrer komplexen Zusammenarbeit und Kunstauffassung.
3. Entstehungsgeschichte der Walhalla: Chronologische Darstellung der Planungsphasen, Wettbewerbe und baugeschichtlichen Entscheidungen.
4. Baubeschreibung der Walhalla: Detaillierte Beschreibung der äußeren Erscheinung und der architektonischen Gliederung des Innenraums.
5. Idee und Zweck der Walhalla: Untersuchung der nationalpädagogischen Absichten, des Büstenprogramms und der Bedeutung als monarchisches Denkmal.
6. Zur Wahl des Stils: Diskussion der Entscheidung für den dorischen Baustil und dessen Rezeption sowie Kritik bei den Zeitgenossen.
7. Ursprünge und Vorläufer der Walhalla: Einordnung des Baus in antike und neuzeitliche Vorbilder der Denkmal- und Gartenkunst.
8. Ikonologische, ikonographische und metaphorische Bedeutungsebenen der Walhalla: Tiefgreifende Analyse der Symbolik von der Germanen-Thematik bis hin zur christlichen Ikonographie.
9. Nachwirkungen der Walhalla und Vergleiche: Betrachtung der Rezeption und des Einflusses der Walhalla auf spätere Denkmäler wie das Hermannsdenkmal.
10. Rezeption: Dokumentation der zeitgenössischen Wahrnehmung und der Bedeutung der Walhalla in verschiedenen Epochen bis heute.
11. Abschließendes: Resümee über die komplexe konzeptionelle Entwicklung und die heutige kulturelle Bedeutung der Walhalla.
Walhalla, Leo von Klenze, Ludwig I. von Bayern, Nationaldenkmal, Architekturgeschichte, Büstenprogramm, Germanische Ikonographie, Klassizismus, Denkmalgedanke, Kaukasustheorie, 19. Jahrhundert, Ruhmeshalle, Nationalbewusstsein, Baukunst, Identität.
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, Konzeption und Bedeutung der Walhalla bei Regensburg als eines der bedeutendsten deutschen Nationaldenkmäler des 19. Jahrhunderts.
Neben der Architekturgeschichte stehen die politische Kunstpolitik König Ludwigs I., die Rolle des Architekten Leo von Klenze sowie die ikonologischen und nationalen Bedeutungsebenen im Fokus.
Die Arbeit zielt darauf ab, ein umfassendes Gesamtbild der Walhalla zu erstellen, welches ihre Funktion als Denkmal sowie ihre ästhetische und ideelle Verankerung in der Geschichte verständlich macht.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten kunsthistorischen Analyse, die Literaturstudien, Primärquellen (Briefe, zeitgenössische Schriften) und vergleichende Studien zu Architekturtheorien und anderen Denkmälern integriert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Entstehungsgeschichte, bauliche Beschreibung, Analyse der Grundideen und Zwecke, Untersuchung der Stilsprache sowie eine tiefgehende ikonologische Deutung der Innen- und Außenarchitektur.
Walhalla, Nationaldenkmal, Leo von Klenze, Ludwig I., Klassizismus, Identität, Denkmalgeschichte, Germanische Ikonographie.
Die Wahl eines griechischen Tempelbaus für ein deutsches Nationaldenkmal stieß bei Zeitgenossen auf Kritik, da viele einen gotischen Baustil als authentischer für deutsche Identität empfanden.
Diese war als Bereich für noch lebende, zukünftige Walhallawürdige vorgesehen, um den Übergang von der Sterblichkeit in die Unsterblichkeit symbolisch darzustellen.
Sie diente Klenze als theoretische Grundlage, um eine Verbindung zwischen antiken griechischen und germanischen Ursprüngen herzustellen und damit den dorischen Stil für ein deutsches Denkmal zu legitimieren.
Im Gegensatz zu vielen militärisch geprägten Kriegerdenkmälern der späteren Zeit blieb die Walhalla primär ein kulturelles und intellektuelles Denkmal, das jedoch die angestrebte breite Breitenwirkung im Volk aufgrund elitärer Konzeptionen nur teilweise erreichte.
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