Diplomarbeit, 2004
189 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau
1.3 Zielsetzung der Arbeit
2 Die Fortbestehensprognose nach IDW
2.1 Der Begriff der Fortbestehensprognose
2.2 Das Wesen der Fortbestehensprognose
2.3. Abgrenzung von Begrifflichkeiten innerhalb der InsO
2.3.1 Zahlungsunwilligkeit, -unfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit
2.3.2 Überschuldung, drohende Überschuldung, Unterbilanz, Verschuldung, Unterkapitalisierung
2.4 Die Stellung der Fortbestehensprognose im System der Insolvenzgründe
2.5 Die Ausgestaltung der Fortführungsprognose
2.5.1 Zentrale Standards der Wirtschaftsprüfer
2.5.2 Heranzuziehende Informationen und Grundlagen der Entscheidung
2.5.3 Rechtliche Anforderungen an die Erstellung
2.5.4 Pflichten und Gefahren für beteiligte Personen
2.6 Anlässe für die Fortbestehensprognose im Unternehmensverlauf
2.7 Die Bestandteile
2.7.1 Darstellung eines aussagekräftigen Unternehmenskonzeptes
2.7.1.1 Krisen- und Schwachstellenanalyse
2.7.1.2 Lagebeurteilung und Szenarien eines Unternehmenskonzepts
2.7.1.3 Soll-Verlauf
2.7.2 Die Ableitung des Finanzplans auf Basis des Unternehmenskonzeptes
2.7.3 Die Ableitung der Fortbestehensprognose aus dem Finanzplan
2.7.4 Probleme bei der Reflektion von Daten aus der Buchführung
2.7.5 Das Beweismaß der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
2.7.6 Die Überschuldungsbilanz als Vermögensbilanz
2.7.6.1 Erstellung und Aufbau der Überschuldungsbilanz
2.7.6.2 Ansatz und Bewertung im Status
2.7.6.3 Behandlung von Aus- und Absonderungsrechten
2.7.7 Ansatz und Bewertung bei positiver Fortführungsprognose
2.7.8 Ansatz und Bewertung bei negativer Fortführungsprognose
2.7.9 Die Überschuldungsbilanz
2.7.9.1 Der Wertansatz der Vermögensposten
2.7.9.1.1 Ausstehende Einlagen
2.7.9.1.2 Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes, Gründung und Kapitalbeschaffung
2.7.9.1.3 Geschäfts- und Firmenwert
2.7.9.1.4 Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände
2.7.9.1.5 Grundstücke und Gebäude
2.7.9.1.6 Sonstige Gegenstände des Sachanlagevermögens
2.7.9.1.7 Finanzanlagen
2.7.9.1.8 Umlaufvermögen
2.7.9.1.8.1 Vorräte
2.7.9.1.8.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie Wertpapiere
2.7.9.1.9 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
2.7.9.2 Der Wertansatz der Schuldposten
2.7.9.2.1 Eigenkapital und Sonderposten mit Rücklagenanteil
2.7.9.2.2 Rückstellungen
2.7.9.2.2.1 Pensionsrückstellungen
2.7.9.2.2.2 Sonstige Rückstellungen
2.7.9.2.3 Verbindlichkeiten
2.7.9.2.4 Passive Rechnungsabgrenzungsposten
2.7.9.2.5 Sonstige Passivposten
2.7.9.3 Rangrücktrittsverbindlichkeiten und Forderungsverzicht
2.7.9.4 Eigenkapitalersetzende Sicherheiten
2.7.9.5 Verlustübernahme und Patronatserklärung
2.7.9.6 Ansprüche gegen Geschäftsführer und Gesellschafter
3. Insolvenzverwertungsgesellschaften in Deutschland; Möglichkeiten durch E-marketplaces und rechtliche Problemstellungen in Hinblick auf das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz bei der Verwertung von Insolvenzgütern
3.1 Verwertungsgesellschaften in Deutschland
3.2 Möglichkeiten durch elektronische Marktplätze bei der Veräußerung von Insolvenzwaren und ähnlichen Vermögensgegenständen
3.2.1 Eignung des Internets als Vertriebskanal
3.2.2 Traditionelle Kommunikationsmittel vs. Internetpräsenz
3.2.3 Anonyme Transaktion vs. langfristige Geschäftsbeziehung
3.2.4 Die mediale Handelbarkeit von Gütern
3.2.5 Realisierung eines Mehrwerts für die Beteiligten des Marktplatzes
3.2.5.1 Bündelung von Angebot und Nachfrage
3.2.5.2 Kosteneinsparungen
3.2.5.3 Mengenfunktion
3.2.5.4 Vermittlungsfunktion
3.2.5.5 Verbesserung der Informationssituation
3.2.5.6 Rationalität in der Abwicklung
3.2.6 Typen von Marktplätzen
3.2.6.1 Neutraler Marktplatz als offene Lösung (many to many)
3.2.6.2 Käuferorientierter Marktplatz
3.2.6.3 Verkäuferorientierter Marktplatz als Lösungsmöglichkeit
3.2.6.4 Horizontaler bzw. funktionaler Marktplatz
3.2.6.5 Vertikaler Marktplatz als Fokussierung
3.2.7 Betreiberstruktur
3.2.8 Finanzierung und Gebühren
3.2.9 Leistungserweiterungen auf dem virtuellen Marktplatz
3.2.9.1 Zahlungsabwicklung
3.2.9.2 Logistische Dienstleistungen
3.2.9.3 Vernetzung mit Dienstleistern und Dritten
3.2.9.4 Bereitstellung von Qualitätsinhalten
3.2.10 Erfolgsfaktoren
3.2.10.1 Systemsicherheit der Plattform
3.2.10.2 Vertrauensbildende Maßnahmen
3.2.10.3 Zusammenwirken
3.2.11 Der ideale Marktplatz
3.3 Rechtliche Problemstellungen in Hinblick auf die Verwertung von Insolvenzgütern
3.3.1 Die Pflicht zur umgehenden Verwertung nach § 159 InsO
3.3.2 Die Insolvenzmasse
3.3.3 Allgemeine Änderungen im Schuldrecht
3.3.4 Die Auswirkung des neuen Schuldrechts bei der Verwertung
3.3.4.1 Verjährungsrecht
3.3.4.2 Kaufrechtliche Sachmängelhaftung
3.3.5 Verkauf an Unternehmer
3.3.6 Verkauf an Privatabnehmer
3.3.7 Die rechtliche Stellung des Verwalters und Verwerters
3.3.8 Möglichkeiten zur Vermeidung von Gewährleistungsansprüchen
3.3.8.1 Explizite Vertragsgestaltung
3.3.8.1.1 Vereinbarung von eindeutigen Beschaffenheitsangaben
3.3.8.1.2 Verkauf mit Übergabeprotokoll
3.3.8.1.3 Verkürzung der Verjährung
3.3.8.2 Abwälzung der Risiken auf Verwertungsgesellschaften bzw. Dritte
3.3.8.3 Rücklagenbildung
3.3.8.4 Der Verkauf im Rahmen einer Versteigerung
3.3.8.5 Pfandveräußerung
3.3.8.6 Insolvenzrechtliche Rangvereinbarung
3.3.9 Verkauf von Sicherungsgütern
4. Ausblick und Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die Fortbestehensprognose nach IDW-Standards als zentrales Instrument bei drohender Insolvenz und untersucht gleichzeitig die Möglichkeiten sowie rechtliche Rahmenbedingungen für die effiziente Verwertung von Insolvenzgütern über elektronische Marktplätze.
Die Fortbestehensprognose nach IDW
Seit Inkrafttreten der neuen Insolvenzordnung am 01.01.99 sind folgende Insolvenzgründe vorgesehen: Zahlungsunfähigkeit (§17 InsO), drohende Zahlungsunfähigkeit (§18 InsO) und Überschuldung (§19 InsO). Zahlungsunfähigkeit als Insolvenzgrund liegt nach §17 (2) InsO dann vor, wenn der Schuldner nicht mehr in der Lage ist, seine fälligen Verbindlichkeiten zu begleichen. Ob Zahlungsunfähigkeit bereits vorliegt oder sie nur zukünftig droht, ist anhand eines Finanzstatus und eines darauf aufbauenden Finanzplans zu prüfen.
Bei drohender Zahlungsunfähigkeit besteht nur ein Antragsrecht, nicht aber die Pflicht zur Insolvenzantragstellung. Die Überschuldung stellt nur für juristische Personen und für Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit, bei der persönlich haftende Gesellschafter keine natürliche Personen sind, einen Antragsgrund dar. Die handelsbilanzielle Überschuldung markiert lediglich einen ersten Anhaltspunkt für die Überschuldung. Sie ist dann gegeben, wenn die Verbindlichkeiten nicht mehr durch das Vermögen gedeckt sind. Diese reicht aber nicht aus. Es muss dazu noch eine Überschuldungsbilanz als Vermögensbilanz aufgestellt werden. Hier greift nun die Fortbestehensprognose nach IDW als zentrales Element ein. Als 2-stufige Überschuldungsprüfung stellt sie den 1. Schritt dar.
Die Fortführungsprognose trifft eine begründete Aussage darüber, ob das Unternehmen nachhaltig seine geschäftlichen Aktivitäten unter Einhaltung der Zahlungsverpflichtungen fortführen kann. Ziel ist es, eine Aussage über die Beherrschbarkeit der Unternehmenskrise zu treffen und damit zu prognostizieren, ob das finanzielle Gleichgewicht gewahrt bleibt. Zur Erstellung werden geeignete Planungsinstrumentarien herangezogen, die eine Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln ermöglichen. Wichtiger Bestandteil einer aussagekräftigen Fortbestehensprognose ist das Unternehmenskonzept, das sich gliedert in: Darstellung und Beschreibung der Ausgangssituation des Unternehmens, Schwachstellen, Unternehmensleitbild, mögliche bzw. zu ergreifende Gegenmaßnahmen, Prognosezeitraum zergliedert in einzelne „milestones“, Prognosegrundlagen, Realisationsmanagement, kritische Prämissen und das Prognoseergebnis.
1 Einführung: Diese Einleitung skizziert die Problematik steigender Insolvenzzahlen und legt den Aufbau der Arbeit dar, die sich in die Themenbereiche Fortbestehensprognose und Insolvenzverwertung gliedert.
2 Die Fortbestehensprognose nach IDW: Dieses Kapitel erläutert die insolvenzrechtlichen Grundlagen der Fortbestehensprognose, die zentralen Standards der Wirtschaftsprüfer sowie die methodische Vorgehensweise bei der Erstellung einer solchen Prognose und einer Überschuldungsbilanz.
3. Insolvenzverwertungsgesellschaften in Deutschland; Möglichkeiten durch E-marketplaces und rechtliche Problemstellungen in Hinblick auf das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz bei der Verwertung von Insolvenzgütern: Dieser Hauptteil analysiert Verwertungsgesellschaften in Deutschland, die Effizienzvorteile elektronischer Handelsplattformen sowie die komplexen rechtlichen Risiken bei der Verwertung von Insolvenzmasse nach Inkrafttreten des Schuldrechtsmodernisierungsgesetzes.
4. Ausblick und Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz einer strukturierten Vorgehensweise bei Krisen und der aktiven Nutzung innovativer Verwertungsmöglichkeiten zusammen, wobei besonders auf die notwendige professionelle Handhabung rechtlicher Haftungsrisiken hingewiesen wird.
Insolvenzordnung, Fortbestehensprognose, Überschuldungsbilanz, Insolvenzverwertung, IDW-Standards, elektronische Marktplätze, E-Commerce, Schuldrechtsmodernisierungsgesetz, Gewährleistungsansprüche, Insolvenzverwalter, Sachmängelhaftung, Unternehmenskonzept, Sanierung, Risikomanagement.
Die Arbeit behandelt die Erstellung von Fortbestehensprognosen bei Unternehmenskrisen und untersucht gleichzeitig moderne Möglichkeiten der Insolvenzverwertung durch elektronische Marktplätze unter Berücksichtigung rechtlicher Änderungen.
Die Arbeit fokussiert auf insolvenzrechtliche Grundlagen, Anforderungen an die finanzielle Planung, moderne E-Commerce-Verfahren zur Verwertung und die Auswirkungen des Schuldrechtsmodernisierungsgesetzes auf die Praxis der Insolvenzverwalter.
Ziel ist es, den Ablauf einer professionellen Fortführungsprognose darzustellen und aufzuzeigen, wie Insolvenzverwalter durch E-Marketplaces Erlöse steigern und gleichzeitig rechtliche Haftungsrisiken bei der Verwertung von Waren minimieren können.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse einschlägiger IDW-Standards, rechtlicher Vorschriften (InsO, HGB, BGB) und Fachliteratur, ergänzt durch eine Bestandsaufnahme von Insolvenzverwertungsgesellschaften.
Der Hauptteil erörtert detailliert die zweistufige Überschuldungsprüfung, die Erstellung von Unternehmenskonzepten sowie die verschiedenen Aspekte elektronischer Handelsplattformen, einschließlich ihrer Betreiberstrukturen und rechtlichen Haftungsszenarien.
Wichtige Begriffe sind Fortbestehensprognose, Überschuldungsbilanz, Insolvenzverwertung, E-Marketplaces und das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz.
Das Ergebnis der Fortbestehensprognose bestimmt, ob Vermögensgegenstände mit Fortführungswerten oder Liquidationswerten anzusetzen sind, was direkte Auswirkungen auf die rechnerische Überschuldung hat.
Durch Strategien wie explizite Vertragsgestaltung, den Verkauf an gewerbliche Abnehmer, die Nutzung öffentlicher Versteigerungen oder die Beauftragung spezialisierter Verwertungsgesellschaften können Haftungsrisiken begrenzt werden.
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