Diplomarbeit, 2003
90 Seiten, Note: 1,7
A. Einleitung
B. Definition und Historik von Strafvollzug und Resozialisierung
1. Strafvollzug
1.1. Definition
1.2. Historik des Strafvollzugs
1.2.1. Entstehung der Strafvollzugs
1.2.2. Anfänge der „modernen“ Freiheitsstrafe
1.2.3. Gefängnisreformen des 19. Jahrhunderts
1.2.4. Entwicklungen vom Inkrafttreten des Reichsstrafgesetzbuches 1871 bis zum Jahr 1945
1.2.5. Entwicklungen im Strafvollzug ab 1945
2. Resozialisierung
2.1. Definition
2.2. Zur Historik des Begriffs Resozialisierung
C. Das Strafvollzugsgesetz - Gesetzliche Grundlage zur Resozialisierung im Vollzug
1. Einführendes zum Strafvollzugsgesetz
1.1. Inhalte und gesetzliche Funktionen des Strafvollzugsgesetzes
1.2. Die Entstehungsgeschichte des Strafvollzugsgesetzes
2. Vollzugsaufgaben und Gestaltungsprinzipien
2.1. Vollzugsaufgaben
2.1.1. Resozialisierung (§ 2 Satz 1 StVollzG)
2.1.2. Der Schutz der Allgemeinheit (§ 2 Satz 2 StVollzG)
2.1.3. Zum Spannungsverhältnis der in § 2 StVollzG festgelegten Normen
2.2. Ausformung des Vollzugsziels durch die Gestaltungsprinzipien (§ 3 StVollzG)
2.2.1. Der Angleichungsgrundsatz (§ 3 Absatz 1 StVollzG)
2.2.2. Der Gegensteuerungsgrundsatz (§ 3 Absatz 2 StVollzG)
2.2.3. Der Eingliederungsgrundsatz (§ 3 Absatz 3 StVollzG)
D. Zur Umsetzung des Vollzugszieles der Resozialisierung (§ 2 Satz 1 StVollzG)
1. Zu Maßnahmen und Hilfen während des Vollzugs im Allgemeinen
2. Maßnahmen in der Aufnahmephase des Vollzuges
2.1. Hilfen bei der Aufnahme
3. Maßnahmen in der Hauptphase des Vollzuges
3.1. Hilfen bei persönlichen Schwierigkeiten
3.2. Hilfen zur Wahrnehmung der Rechte und Pflichten des Gefangenen
3.3. Verlegung in eine andere Anstalt
3.4. Verlegung in eine sozialtherapeutische Anstalt
3.5. Unterbringung im offenen oder im geschlossenen Vollzug
3.6. Lockerung des Vollzuges
3.7. Zuweisung zu Wohn- und Behandlungsgruppen
3.8. Arbeitseinsatz sowie Maßnahmen der beruflichen Ausbildung, Weiterbildung, und Umschulung
3.9. Die Freizeitgestaltung
4. Maßnahmen in der Entlaßphase des Vollzuges
4.1. Hilfen zur Vorbereitung der Entlassung
E. Dem Resozialisierungsprozeß im Weg stehende Problemfelder des Vollzuges
1. Problemfelder in der Aufnahmephase des Vollzuges
1.1. Statuswandel
1.2. Degradierungszeremonien
2. Problemfelder in der Hauptphase des Vollzuges
2.1. Haftdeprivationen
2.2. Subkultur
2.3. Prisionierung
2.4. Psychische Auswirkungen
3. Problemfelder in der Entlaßphase des Vollzuges
3.1. Abgebrochene soziale und familiäre Kontakte
3.2. Persönliche Schwierigkeiten
3.3. Bürokratische Schwierigkeiten
3.4. Finanzielle Schwierigkeiten
3.5. Wohnung
3.6. Arbeit
3.7. Stigmatisierung
4. Phasenunabhängige Problemfelder
4.1. Knappheit finanzieller Mittel im Strafvollzug
4.2. Überfüllung der Haftanstalten
4.3. Gefangenenarbeit und deren Entlohnung
4.4. Sozialversicherung
F. Rückfälligkeit
1. Grundlegendes zur Rückfälligkeit
2. Rückfallzahlen
3. Zur Erfolgs- bzw. Mißerfolgsmessung an Hand von Rückfallzahlen
G. Schlußbetrachtung
Die Diplomarbeit untersucht die Diskrepanz zwischen dem gesetzlich verankerten Resozialisierungsziel des Strafvollzugsgesetzes und der realen Vollzugspraxis, die häufig durch resozialisierungsfeindliche Rahmenbedingungen geprägt ist. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit das Vollzugsziel in Anbetracht existierender, struktureller Problemfelder noch erreicht werden kann oder ob der Strafvollzug in seiner derzeitigen Form als gescheitert betrachtet werden muss.
1.1. Statuswandel
Beim Haftantritt erfolgt für den zukünftigen Strafgefangenen eine Ausgliederung aus dem für ihn bisher gewohnten sozialen Umfeld. Der bis dahin geltende gesellschaftliche Status geht verloren und er wird in die totale Institution des Strafvollzugs eingegliedert. Damit übernimmt er eine für ihn bisher unbekannt, ungewohnte soziale Rolle. Er wird nämlich Teil einer für ihn neuen, sozial niedriggestellten Gruppierung, in der er als Neuankömmling einen besonders niedrigen Status hat. Das Bild, das der zukünftige Gefangene bis zum Haftantritt von sich hatte und das ihm durch bestimmte mehr oder weniger stabile soziale Bedingungen seines heimischen Umfeldes Hilfe bot, wird ihm sofort beim Eintritt in das System des Strafvollzugs genommen. Die zukünftige, von ihm auszufüllende Rolle bietet wenig psychischen Halt, dafür um so mehr Unsicherheit und ist damit alles andere als ein stabile Basis für eine Resozialisierung. Der neue Status und die neue Identität werden durch die Degradierungszeremonien, die im folgenden Kapitel beschrieben werden, rituell bekräftigt.
A. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Grundwiderspruch des Strafvollzugs, in dem Straffällige innerhalb totaler Institutionen zu einem straffreien Leben in Freiheit erzogen werden sollen.
B. Definition und Historik von Strafvollzug und Resozialisierung: Das Kapitel bietet einen Abriss der historischen Entwicklung des Strafvollzugs vom Mittelalter bis zur Neuzeit und definiert die Kernbegriffe Strafvollzug und Resozialisierung.
C. Das Strafvollzugsgesetz - Gesetzliche Grundlage zur Resozialisierung im Vollzug: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen, Aufgaben und Gestaltungsprinzipien des Strafvollzugsgesetzes kritisch analysiert.
D. Zur Umsetzung des Vollzugszieles der Resozialisierung (§ 2 Satz 1 StVollzG): Dieses Kapitel strukturiert die verschiedenen Behandlungsmaßnahmen und Hilfsangebote in Aufnahme-, Haupt- und Entlassungsphase.
E. Dem Resozialisierungsprozeß im Weg stehende Problemfelder des Vollzuges: Es werden die zentralen Barrieren für eine erfolgreiche Resozialisierung, wie etwa psychische Auswirkungen, soziale Isolation und strukturelle Mängel, detailliert dargelegt.
F. Rückfälligkeit: Das Kapitel befasst sich mit der Problematik der Messung von Rückfallzahlen als Erfolgsindikator und stellt die Schwierigkeit dar, einen kausalen Zusammenhang zwischen Vollzug und späterer Delinquenz herzustellen.
G. Schlußbetrachtung: Der Autor resümiert, dass der Strafvollzug seinem gesetzlich verankerten Anspruch in der Realität oft nicht gerecht wird, betont jedoch die Notwendigkeit, am Resozialisierungsgedanken festzuhalten.
Strafvollzug, Resozialisierung, Strafvollzugsgesetz, soziale Eingliederung, Rückfälligkeit, totale Institution, Haftdeprivation, Prisionierung, Stigmatisierung, Sozialarbeit, Behandlungsplan, Entlassungsvorbereitung, Strafhaft, soziale Kontrolle, Resozialisierungskonzept.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der Resozialisierung im deutschen Strafvollzug unter Berücksichtigung der Diskrepanz zwischen gesetzlichem Anspruch und der tatsächlichen Wirklichkeit im Vollzugsalltag.
Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung des Vollzugs, die gesetzlichen Grundlagen durch das StVollzG, die verschiedenen Phasen der Behandlung (Aufnahme, Hauptphase, Entlassung) sowie die vielfältigen Problemfelder, die einer erfolgreichen Wiedereingliederung entgegenstehen.
Das primäre Ziel ist die Analyse der Frage, ob der Strafvollzug heute in der Lage ist, die im Gesetz versprochene Resozialisierung zu leisten, oder ob die realen Vollzugsbedingungen diesen Prozess systematisch untergraben.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit kriminologischen Theorien, dem Strafvollzugsgesetz sowie empirischen Erkenntnissen zur Situation Inhaftierter.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der gesetzlichen Maßnahmen und Hilfsangebote sowie eine umfassende Analyse der "Problemfelder", die den Resozialisierungsprozess behindern, wie etwa Haftschäden, Subkultur und gesellschaftliche Stigmatisierung.
Zentrale Begriffe sind Resozialisierung, Strafvollzugsgesetz, Haftdeprivation, Rückfallquote, Stigmatisierung und soziale Integration.
Das Phasenmodell (Aufnahme-, Haupt- und Entlassungsphase) dient als Strukturierungsansatz, um die verschiedenen Hilfsangebote und zugleich die jeweils spezifischen Problemfelder entlang der Haftdauer systematisch zu untersuchen.
Der Verfasser kommt zu dem Schluss, dass der Strafvollzug in seiner bestehenden Form dem gesetzlichen Ideal der Resozialisierung weitgehend nicht gerecht wird, warnt jedoch davor, das Resozialisierungsziel aufgrund der Mängel gänzlich aufzugeben.
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