Bachelorarbeit, 2012
39 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Kant
2.1. Der Begriff der Architektonik
2.2. Das gemeinschaftliche Prinzip der Vernunft
2.3. Freiheit
2.3.1. Mögliche Freiheit
2.3.2. Wirkliche Freiheit
2.3.3. Das höchste Gut
2.3.4. Das Interesse der Vernunft
2.4. Die Urteilskraft
3. Fichte
3.1. Fichtes Ausgangspunkt und sein Selbstverständnis
3.2. Die Grundsätze
3.2.1. Tathandlung als oberster Grundsatz
3.2.2. Der zweite Grundsatz
3.2.3. Der dritte Grundsatz
3.3. Theorie und Praxis
3.4. Zirkularität des Systems der Vernunft
3.5. Glaube und Wissen
4. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von theoretischer und praktischer Philosophie im Deutschen Idealismus, mit einem besonderen Fokus auf die systematische Verbindung beider Bereiche bei Immanuel Kant und Johann Gottlieb Fichte.
2.3.2. Wirkliche Freiheit
Kant beweist die Wirklichkeit des Freiheitsbegriffs in der KpV mit Hilfe einer »gleichsamen« Tatsache. Damit wird auf die Strukturgleichheit von dem was sein soll zu dem was ist aufmerksam gemacht. Sowohl was ist, als auch was soll, setzt notwendige formale Strukturen voraus, damit diese in das Bewusstsein treten können. Da das Sollen nicht aus der Erfahrung gewonnen werden kann, handelt es sich um etwas, was durch die Vernunft selbst bewusst wird. Dabei bezieht Kant sich auf die vage Bezeichnung vom »Faktum der reinen Vernunft«, welches zeigen soll, dass der Wille durch die praktische Vernunft a priori bestimmt werden kann. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Kant davon ausgeht, dass die praktische Vernunft "[...] ihrer Begriffe Realität durch die Tat [...]" beweist. Denn Kant zeigt zusätzlich, dass die praktische Vernunft sich beschäftigt "[...] mit Bestimmungsgründen des Willens, welcher ein Vermögen ist, den Vorstellungen entsprechende Gegenstände entweder hervorzubringen, oder doch sich selbst zu Bewirkung derselben [...] zu bestimmen". Ein Wesen, welches ein Bewusstsein einer Verpflichtung hat, hat damit auch das Bewusstsein des moralischen Gesetzes. Da es etwas soll, kann es eben dies, nämlich den vorgestellten Gegenstand (die Handlung) verwirklichen. In wieweit diese Argumentation erfolgreich ist, ist stark umstritten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Differenzierung zwischen theoretischer und praktischer Philosophie ein und benennt die Zielsetzung der Untersuchung bei Kant und Fichte.
2. Kant: Dieses Kapitel analysiert die Architektonik der Vernunft bei Kant und beleuchtet, wie der Freiheitsbegriff und das höchste Gut das System der Vernunft als Einheit zu etablieren versuchen.
2.1. Der Begriff der Architektonik: Die Untersuchung erläutert Kants Verständnis der Vernunft als System und die Notwendigkeit, Erkenntnisse unter einer Idee der Einheit zu verknüpfen.
2.2. Das gemeinschaftliche Prinzip der Vernunft: Hier wird das Prinzip der Gesetzgebung der reinen Vernunft als verbindendes Element zwischen theoretischem und praktischem Vernunftgebrauch herausgearbeitet.
2.3. Freiheit: Dieses Kapitel widmet sich der zentralen Rolle der Freiheit als Dreh- und Angelpunkt, der den Menschen als Sinnenwesen und zugleich als moralische Intelligenz bestimmt.
2.3.1. Mögliche Freiheit: Hier wird die theoretische Perspektive der Freiheit durch die Auflösung der dritten Antinomie der reinen Vernunft dargestellt.
2.3.2. Wirkliche Freiheit: Die Analyse konzentriert sich auf Kants Beweisführung der Wirklichkeit des Freiheitsbegriffs in der Kritik der praktischen Vernunft.
2.3.3. Das höchste Gut: Dieses Unterkapitel untersucht die dialektische Idee des höchsten Guts als notwendigen Endzweck der praktischen Vernunft.
2.3.4. Das Interesse der Vernunft: Der Fokus liegt auf dem Primat des Praktischen und der Vereinigung der Vernunftinteressen durch die Postulate von Gott, Freiheit und Unsterblichkeit.
2.4. Die Urteilskraft: Diese Sektion prüft, inwiefern die teleologische Naturbetrachtung in der Kritik der Urteilskraft die Brücke zwischen Natur und Freiheit weiter festigt.
3. Fichte: Fichte wird als Kritiker Kants eingeführt, der durch eine strengere methodische Systematik versucht, die Kluft zwischen theoretischer und praktischer Philosophie zu überwinden.
3.1. Fichtes Ausgangspunkt und sein Selbstverständnis: Dieses Kapitel beleuchtet Fichtes transzendentalen Standpunkt und die Notwendigkeit, alle Erkenntnis aus einem Prinzip zu deduzieren.
3.2. Die Grundsätze: Die systematische Begründung der Wissenschaftslehre durch drei wechselseitig bedingte Grundsätze steht hier im Mittelpunkt.
3.2.1. Tathandlung als oberster Grundsatz: Der Fokus liegt auf der Tathandlung als unhintergehbarem Ausgangspunkt des Wissens im reinen Ich.
3.2.2. Der zweite Grundsatz: Die Rolle des Nicht-Ich als notwendige Bedingung für die Entgegensetzung und damit für die Erfahrung wird erörtert.
3.2.3. Der dritte Grundsatz: Hier wird die synthetische Vereinigung von Ich und Nicht-Ich durch das Prinzip der Teilbarkeit dargestellt.
3.3. Theorie und Praxis: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Theorie und Praxis auf den Lehrsätzen des dritten Grundsatzes aufbauen und warum das Wollen dem Wissen vorangeht.
3.4. Zirkularität des Systems der Vernunft: Die Untersuchung thematisiert den endlosen Prozess des Strebens nach Identität und die problematische Systemform bei Fichte.
3.5. Glaube und Wissen: Das Kapitel schließt mit der Einsicht, dass der Systemabschluss bei Fichte als Postulat eines Glaubensaktes zu verstehen ist.
4. Fazit und Ausblick: Eine abschließende Synthese der Ergebnisse zur Systemverbindung bei Kant und Fichte sowie ein Ausblick auf weiterführende Fragestellungen der Philosophie des Geistes.
5. Quellen: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten Primär- und Sekundärliteratur.
Deutscher Idealismus, Theoretische Philosophie, Praktische Philosophie, Immanuel Kant, Johann Gottlieb Fichte, Vernunft, Freiheit, Tathandlung, Wissenschaftslehre, Architektonik, Höchstes Gut, Systemphilosophie, Idealität, Realität, Intellektuelle Anschauung
Die Arbeit untersucht, wie das Verhältnis von theoretischer und praktischer Philosophie im Deutschen Idealismus bestimmt wird, insbesondere durch die systematischen Versuche von Kant und Fichte, beide Bereiche in einem Gesamtsystem zu vereinen.
Der Autor konzentriert sich auf die Philosophie von Immanuel Kant und Johann Gottlieb Fichte, da diese den Höhepunkt der Reflexion über das Verhältnis von Theorie und Praxis im Deutschen Idealismus darstellen.
Die Arbeit geht der Frage nach, ob es Kant und Fichte gelingt, einen überzeugenden systematischen Zusammenhang zwischen dem theoretischen und praktischen Gebrauch der Vernunft herzustellen, oder ob beide Systeme an inneren Widersprüchen scheitern.
Es handelt sich um eine systematische philosophische Textanalyse. Der Autor nutzt die Schriften der Philosophen, um deren Argumentationslogik aufzuzeigen und die Kohärenz ihrer jeweiligen Systeme kritisch zu hinterfragen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kants Architektonik der Vernunft, seinem Freiheitsbegriff und dem höchsten Gut sowie in die Analyse von Fichtes Wissenschaftslehre, seinen drei Grundsätzen und der Rolle der Tathandlung.
Neben den Hauptvertretern Kant und Fichte sind die Begriffe Vernunft, Freiheit, Systemeinheit, Tathandlung und das Primat des Praktischen entscheidend für das Verständnis der Arbeit.
Diese Differenz markiert die grundlegende Trennung zwischen theoretischer Naturerkenntnis und praktischer Moralität, deren Überbrückung das erklärte Ziel der untersuchten Systemphilosophien ist.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass weder Kant noch Fichte eine logisch widerspruchsfreie Systemverbindung gelingt; bei Kant bleibt die Hoffnung unzureichend begründet, bei Fichte mündet das System in eine a priori undenkbare Forderung.
Die Tathandlung ist der Ausgangspunkt der Wissenschaftslehre; sie beschreibt das Ich nicht als statische Tatsache, sondern als ein Tun oder Handeln, das erst alle anderen Erkenntnisvermögen möglich macht.
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