Examensarbeit, 2015
104 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
Diese Examensarbeit untersucht, ob sich die Konzeptualisierung und Formulierung von Bewegungsereignissen im Deutschen als Erst- und Zweitsprache unterscheidet. Insbesondere wird geprüft, ob sich in Texten von Schülern mit türkischem Migrationshintergrund, die in einer "satellite framed language" geschrieben wurden, Strukturen finden lassen, die typisch für eine "verb – framed language" sind. Die Untersuchung fokussiert auf den Gebrauch von Bewegungsverben und Bewegungsereignissen durch Lerner mit L1 Deutsch oder Türkisch.
Die Einleitung führt in die Thematik der Konzeptualisierung und Formulierung von Bewegungsereignissen im Deutschen als Erst- und Zweitsprache ein und stellt die Forschungsfrage nach möglichen Unterschieden im Sprachgebrauch von Lernenden mit L1 Deutsch oder Türkisch. Der theoretische Teil beleuchtet zunächst die Definition von Bewegungsereignissen und Bewegungsverben sowie die Typologie von Sprachen nach Talmy, die in "S - Sprachen" und "V - Sprachen" unterteilt werden. Im Anschluss werden die speziellen sprachlichen, grammatikalischen und lexikalischen Unterschiede zwischen Deutsch und Türkisch im Hinblick auf Bewegungsereignisse beleuchtet. Der methodische Teil stellt die drei zu untersuchenden Hypothesen von GOSCHLERS (2010) vor, die als Grundlage für die Analyse des Korpus an Schülertexten dienen. Der Analyseteil untersucht, ob die Verwendung von Bewegungsverben und die Verwendung von "V – und S – Sprachenmerkmalen" im Schülerkorpus auf die zuvor genannten Hypothesen zutrifft. Abschließend wird erörtert, ob sich die festgestellten sprachlichen Unterschiede auch auf den Inhalt der Texte auswirken können.
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Konzeptualisierung, Formulierung, Bewegungsereignisse, Bewegungsverben, Sprachtypen, Satelliten- und Verbsprachen, Deutsch als Erst- und Zweitsprache, L1 Deutsch und Türkisch, Lexikalisierung, Typologie nach Talmy, Schülertexte, empirische Untersuchung.
Nach Talmy kodieren Satellitensprachen (wie Deutsch) die Richtung einer Bewegung meist in Partikeln (Satelliten), während Verbsprachen (wie Türkisch) die Richtung direkt im Verb ausdrücken.
Im Deutschen gibt es viele „Art-Verben“ (schlendern, rennen), die die Weise der Bewegung betonen. Im Türkischen liegt der Fokus stärker auf dem Pfad oder der Richtung, während die Art der Bewegung oft vernachlässigt wird.
Konzeptualisierung ist der geistige Prozess, bei dem ein Ereignis (z.B. eine Bewegung) in Gedanken strukturiert wird, bevor es sprachlich formuliert wird. Diese Struktur ist oft durch die Muttersprache geprägt.
Ja, die Untersuchung zeigt, dass Schüler mit türkischem Hintergrund im Deutschen oft Muster ihrer Erstsprache verwenden, indem sie Bewegungen anders strukturieren als deutsche Muttersprachler.
Ja, die Wahl der Verben und Satelliten beeinflusst, welche Details einer Bewegung (Art, Pfad, Endpunkt) im Text hervorgehoben werden, was die Wahrnehmung des Lesers verändert.
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