Examensarbeit, 2015
104 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil
2.1 Bewegungsereignisse und Bewegungsverben
2.2 Typologie der Lokalisierungsergebnisse
2.2.1 Satelliten- und Verbsprachen: Typologie nach L. Talmy
2.2.2 Satelliten in S – Sprachen
2.3 S - Sprachen und V – Sprachen
2.3.1 Lexikalisierungsmuster in S- Sprachen und V – Sprachen
2.3.2 Unterschiede bei S – Sprachen und V – Sprachen
2.3.3 Spezielle Unterschiede im Deutschen und Türkischen
2.4 Bewegungsereignisse im Deutschen
2.4.1 Art – Verben
2.4.2 Lexikalisierung von Bewegungsereignissen
2.4.3 Endpunktmarkierung
2.5 Bewegungsereignisse im Türkischen
2.6 Konzeptualisierung
3 Methodischer Teil
3.1 Hypothesen
3.2 Korpus
4 Analyseteil
4.1 Hypothesen
4.1.1 Hypothese 1
4.1.2 Hypothese 2
4.1.3 Hypothese 3
4.2 Sprachunterschiede auch Inhaltsunterschiede?
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die Konzeptualisierung und Formulierung von Bewegungsereignissen im Deutschen als Erst- und Zweitsprache, insbesondere bei Schülern mit türkischem Migrationshintergrund. Dabei wird analysiert, ob sich typische Lexikalisierungsmuster ihrer Erstsprache in deutschen Texten widerspiegeln und ob sprachliche Unterschiede zu inhaltlichen Abweichungen in der Nacherzählung führen.
2.4.1 Art – Verben
S – Sprachen weisen ein großes Inventar an Art – Verben auf. (vgl. Bauer 2010, S.34) So gibt es eine Unmenge an Verben, die mit großer Präzision eine Bewegungs – Manner beschreiben. (Oliveira 2012, S. 27)
SLOBIN (1998) stellt dazu fest:
It is as if the availibility of the combined slot for Motion and Manner in S-languages has encouraged speakers to elaborate the entries in this slot. There is no additional „cost“ to adding richer manner expressions, since the slot must be filled by some verb or other in order fpr a syntactically complete sentence to be produced. (Slobin 1998, S.6)
Die folgende Tabelle stellt eine Übersichtstabelle über unterschiedliche Art – Verben in Bezug zu ihren semantischen Merkmalen dar. Sie wurde von BAUER (2010) in Anlehnung an GERLING/ORTHEN (1979) erstellt und von mir ergänzt.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Bewegungsverben und Zielsetzung der Untersuchung bei Schülern mit türkischem Migrationshintergrund.
2 Theoretischer Teil: Darstellung der Typologie von Bewegungsereignissen nach Talmy sowie spezifische Unterschiede zwischen S-Sprachen (Deutsch) und V-Sprachen (Türkisch).
3 Methodischer Teil: Vorstellung der drei Hypothesen auf Basis von Goschler und Beschreibung des verwendeten Korpus an Schülertexten.
4 Analyseteil: Empirische Überprüfung der Hypothesen anhand der Schülertexte sowie Untersuchung der inhaltlichen Auswirkungen sprachlicher Unterschiede.
5 Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass sich zwar sprachliche Muster unterscheiden, dies jedoch keine inhaltlichen Nachteile bei der Nacherzählung zur Folge hat.
Bewegungsereignisse, Bewegungsverben, Lexikalisierungsmuster, S-Sprachen, V-Sprachen, Konzeptualisierung, Deutsch als Zweitsprache, Türkisch, Talmy, Weg, Art und Weise, Sprachvergleich, Schülertexte, Empirische Analyse, Migration
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Muttersprachler und Schüler mit türkischem Migrationshintergrund Bewegungsereignisse (z. B. laufen, klettern) sprachlich ausdrücken.
Die Arbeit fokussiert auf die Unterschiede zwischen satellitenrahmenden Sprachen (Deutsch) und verbrahmenden Sprachen (Türkisch) und deren Einfluss auf den Schriftspracherwerb.
Es soll geklärt werden, ob fortgeschrittene L2-Lerner die Konzeptualisierungsmuster ihrer Erstsprache in der Zweitsprache beibehalten und ob dies inhaltliche Auswirkungen auf ihre Texte hat.
Es handelt sich um eine empirische Korpusanalyse von 30 Schülertexten, die eine Bildergeschichte (Frog Story) nacherzählen, basierend auf Talmys Sprachtypologie.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Sprachtypologie und einen Analyseteil, in dem Hypothesen zur Verwendung von Bewegungsartverben und Pfadangaben geprüft werden.
Bewegungsereignisse, Sprachtypologie, Konzeptualisierung, Zweitspracherwerb und Lexikalisierung sind die zentralen Begriffe.
Die Arbeit zeigt, dass Schüler mit türkischem Hintergrund unbewusst auf Muster ihrer Erstsprache zurückgreifen, auch wenn sie bereits fortgeschrittene Deutschkenntnisse besitzen.
Nein, die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die unterschiedliche sprachliche Realisierung keine negativen inhaltlichen Auswirkungen auf die Qualität der Texte hat.
Die Autorin vermutet eine hohe Motivation bei den Migrantenkindern, da die Texterhebung außerhalb der regulären Bewertungssituation stattfand und sie so frei von Leistungsdruck schreiben konnten.
Die Autorin erklärt dies durch eine stärkere Orientierung der Migrantenkinder an der gesprochenen Umgangssprache im Vergleich zu den deutschen Schülern.
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