Examensarbeit, 2014
69 Seiten
Diese vergleichende Analyse befasst sich mit der Darstellung der Heiratspolitik im Kontext der Aufklärung in Spanien, insbesondere anhand der Werke von Leandro Fernández de Moratín und Francisco de Goya. Die Arbeit untersucht, wie diese Künstler die Herausforderungen und Veränderungen der Ehe in der sich wandelnden Gesellschaft des 18. Jahrhunderts reflektierten.
Die Einleitung führt in die Thematik der Heiratspolitik in der Aufklärung ein und beleuchtet den historischen Kontext sowie die Relevanz des Themas. Kapitel 2 untersucht die Entwicklung der Ehe in Europa bis ins 17. Jahrhundert und zeichnet den Wandel hin zur bürgerlichen Ehe im 18. Jahrhundert nach. In Kapitel 3 steht Moratíns neoklassizistische Komödie El sí de las niñas im Fokus. Hier wird analysiert, wie Moratín die Kritik der Aufklärer am Theater des Siglo de Oro in seine Arbeit einbringt und wie er die gängige Heiratspraxis in Frage stellt. Kapitel 4 beschäftigt sich mit Goyas Caprichos und untersucht, wie der Künstler in seinen Radierungen die zeitgenössische Heiratspolitik und gesellschaftliche Missstände kritisiert. Das Kapitel beleuchtet insbesondere die Ambiguisierung der Heirat im Werk Goyas.
Heiratspolitik, Aufklärung, Spanien, Moratín, Goya, El sí de las niñas, Caprichos, neoklassizistisches Theater, bürgerliche Ehe, Geschlechterrollen, Gesellschaftskritik, Ambiguisierung, Kunst und Gesellschaft.
Es fand ein Übergang von der traditionellen, sozioökonomischen "Sachehe" hin zur bürgerlichen Ehe statt. Dabei gewannen emotionale Aspekte und die Idee der selbstbestimmten Partnerwahl an Bedeutung, obwohl materielle Voraussetzungen weiterhin wichtig blieben.
Der Begriff bezeichnet ungleiche Ehen, oft zwischen Partnern unterschiedlichen Alters oder sozialen Standes. In der Aufklärung wurde diese Praxis kritisiert, da sie oft auf Zwang durch die Eltern basierte und das Selbstbestimmungsrecht der Frau untergrub.
Moratín war ein Verfechter des Selbstbestimmungsrechts der Frau. In seiner Komödie "El sí de las niñas" kritisierte er die zeitgenössische Erziehung und die Praxis, junge Frauen in unvorteilhafte Ehen mit älteren Männern zu drängen.
Goya nutzte seine Radierungsfolge "Los Caprichos", um gesellschaftliche Missstände anzuprangern. In Bezug auf die Ehe thematisierte er durch künstlerische Innovation und Ambiguisierung die Heuchelei und den materiellen Fokus der damaligen Heiratspraxis.
Das Konzil von Trient markierte einen Wendepunkt, indem es die Ehe als heiliges Sakrament bestätigte und den Konsenscharakter der Verbindung zwischen Mann und Frau unterstrich, was langfristig zur Individualisierung der Partnerwahl beitrug.
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