Bachelorarbeit, 2014
31 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. METHODEN
2.1 PROBANDEN
2.2 SETUP
2.3 VORBEREITUNG UND ABLAUF DER MESSUNG
2.4 H/M-REKRUTIERUNGSKURVE
2.5 ELEKTROMYOGRAPHIE (EMG) -ABLEITUNG / -AUFNAHME
2.6 PERIPHERE NERVENSTIMULATION (PNS) / H-REFLEXE
2.7 TRANSKRANIELLE MAGNETSTIMULATION / MEP
2.8 H-REFLEX KONDITIONIERUNG
2.9 PAIRED ASSOCIATIVE STIMULATION (PAS)
3. DATENANALYSE UND STATISTIK
3.1 MOTORISCH EVOZIERTE POTENTIALE (MEPS) UND KONTROLL H-REFLEXE
3.2 MMAX, HMAX, H/M-RATIO
3.3 KONDITIONIERTE H-REFLEXE
4. ERGEBNISSE
4.1 MOTORISCH EVOZIERTE POTENTIALE (MEPS) UND KONTROLL H-REFLEXE
4.2 MMAX, HMAX, H/M-RATIO
4.3 KONDITIONIERTE H-REFLEXE
5. DISKUSSION
6. FAZIT UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die Effekte der Paired Associative Stimulation (PAS) auf die kortikospinale Erregbarkeit, wobei der Fokus insbesondere auf der Modulation konditionierter H-Reflexe liegt, um differenziertere Einblicke in die zugrunde liegenden Mechanismen der neuronalen Plastizität zu gewinnen.
1. Einleitung
Das Zentrale Nervensystem (ZNS) als Steuereinheit unseres Denkens, Fühlens und Handelns wird bereits seit Langem nicht mehr als starres Konstrukt verstanden. Verschiedenste Einflüsse und Reize der Umwelt führen zu Veränderungen und Anpassungsvorgängen in diesem hochkomplexen System. Diese ständige Rekonstruktion des ZNS wird als neuronale Plastizität bezeichnet und stellt eine grundlegende Voraussetzung für kognitive Phänomene wie Lernen und Gedächtnis dar. Die Erkenntnis der Anpassungsfähigkeit des ZNS prägte zudem das Verständnis des Verhältnisses von Mensch und Umwelt als ein flexibles, adaptives und bilaterales System der Interaktion.
Neuronale Plastizität, insbesondere des Sensomotokortex, kann durch verschiedene Einflüsse wie das Erlernen neuer Fähigkeiten und Fertigkeiten oder Verletzungen des Nervensystems getriggert werden. Neuronale Veränderungen konnten bspw. nach Amputation einer Gliedmaße (Cohen, Bandinelli, Findley, & Hallett, 1991), bei Nervenblockade (Brasil-Neto et al., 1993), bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson, Schlaganfall oder Multipler Sklerose oder beim Erlernen bzw. Training einer motorischen Fertigkeit nachgewiesen werden.
Neben diesen weitgehend natürlichen Formen des Induzierens neuronaler Plastizität, können ähnliche Veränderungen auch künstlich durch neurophysiologische Techniken hervorgerufen werden. Hierzu zählen verschiedene Formen der zentralen und peripheren Nervenstimulation (wie PNS, TMS, rTMS, TBS, TES, tDCS, etc.). Das Induzieren neuronaler Plastizität mittels neurophysiologischer Stimulationsmethoden ermöglicht es, neuronale Veränderungen künstlich hervorzurufen und zu erforschen. Dies kann helfen, sowohl Lernmechanismen als auch Prozesse nach Verletzungen des ZNS besser zu verstehen und gewonnene Erkenntnisse bspw. im Rahmen der Rehabilitation einzusetzen.
1. EINLEITUNG: Einführung in das Konzept der neuronalen Plastizität sowie die Motivation, diese mittels neurophysiologischer Stimulationsmethoden wie der PAS zu untersuchen.
2. METHODEN: Detaillierte Darstellung des Probandenkollektivs, des Versuchsaufbaus, der EMG-Ableitung und der Durchführung der H-Reflex Konditionierung sowie der PAS-Intervention.
3. DATENANALYSE UND STATISTIK: Beschreibung der statistischen Verfahren und Auswertungsparameter zur Beurteilung der gewonnenen neurophysiologischen Daten.
4. ERGEBNISSE: Präsentation der erhobenen Daten zu MEPs, H-Reflexen und M-Wellen, inklusive der statistischen Auswertung der Prä-Post-Vergleiche.
5. DISKUSSION: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der aktuellen Forschung und Erörterung der Mechanismen hinter den beobachteten bahnenspezifischen Effekten.
6. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der Erkenntnisse zur PAS-induzierten Plastizität und Diskussion möglicher zukünftiger Forschungsansätze.
Neuronale Plastizität, Paired Associative Stimulation, PAS, H-Reflex, Motorisch evozierte Potentiale, MEP, Kortikospinale Erregbarkeit, Nervenstimulation, PNS, Transkranielle Magnetstimulation, TMS, Motorik, Rehabilitation, Elektromyographie, Synaptische Plastizität.
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der neuronalen Plastizität im menschlichen Nervensystem, insbesondere wie diese durch gezielte neurophysiologische Reize moduliert werden kann.
Die zentralen Felder sind die Anwendung der Paired Associative Stimulation (PAS), die Analyse des kortikospinalen Systems und die Untersuchung von Reflexmodulationen.
Das Ziel ist es, durch die Erhebung konditionierter H-Reflexe differenziertere Aussagen über die Mechanismen der PAS-induzierten Plastizität und deren Auswirkungen auf spezifische kortikospinale Bahnen zu treffen.
Es wird eine Kombination aus peripherer Nervenstimulation (PNS) und transkranieller Magnetstimulation (TMS) verwendet, eingebettet in ein experimentelles Prä-Post-Interventions-Design.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung der Datenerhebung, die statistische Analyse der gewonnenen Messwerte sowie die anschließende Diskussion der Ergebnisse im Hinblick auf den PAS-Mechanismus.
Die wesentlichen Begriffe umfassen neuronale Plastizität, PAS, H-Reflex, MEP, kortikospinale Erregbarkeit und motorische Kontrolle.
Ein konstanter Kontroll H-Reflex ist die zwingende Voraussetzung, um Veränderungen in der Reflexantwort valide auf die Intervention (PAS) zurückführen zu können.
Es zeigte sich eine signifikante Reduktion der H-Reflex-Amplituden, jedoch spezifisch nur bei monosynaptisch verschalteten Bahnen (early fascilitation).
Der Autor vermutet, dass die PAS inhibitorische Interneurone auf kortikaler Ebene aktiviert, die einen hemmenden Einfluss auf die schnellsten kortikospinalen Bahnen ausüben.
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