Bachelorarbeit, 2014
42 Seiten, Note: 2,5
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 Einleitung
2 Hypothesenherleitung
2.1 Mythos Orient: Die realitätsferne Sichtweise im Westen
2.2 Der Einfluss des Okzidents auf den Orient
2.3 Ein neues Orient-Bild
3 Analyse von Christoph Leistens „Marrakesch, Djemaa el Fna“
3.1 Marrakesch: Ein authentisches Stadtbild
3.2 Heimat und Fremde
3.3 Kontrastive: Orient und Okzident in Marrakesch
4 Analyse von Reinhard Kiefers „Café Moka“
4.1 Stadtbild von Agadir
4.2 Orient und Okzident in Agadir
4.3 Interkulturelle Brücken zwischen Orient und Okzident
5 Darstellungsweisen und Erfahrungsinhalte von Leisten und Kiefer im Vergleich
6 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Darstellung von Großstadt- und Fremdheitserfahrungen in den Werken „Marrakesch, Djemaa el Fna“ von Christoph Leisten und „Café Moka“ von Reinhard Kiefer. Das zentrale Ziel ist es, zu analysieren, wie beide Autoren westliche Vorurteile gegenüber dem Orient durch eine literarische Auseinandersetzung mit der Realität hinterfragen und ob es ihnen gelingt, ein authentischeres Bild der marokkanischen Städte Marrakesch und Agadir zu entwerfen.
3.1 Marrakesch: Ein authentisches Stadtbild
Die Stadt Marrakesch eignet sich durch ihre im Orientalismus festgefahrenen Wurzeln und ihrer wachsenden Internationalität besonders für die Offenlegung der Fremde. Die Metropole fand als „Perle des Südens“ Eingang in viele Romane und Reiseberichte, wie in Elias Canettis „Die Stimmen von Marrakesch“ oder Hubert Fichtes „Der Platz der Gehenkten“. Dadurch erfährt die Großstadt Marrakesch als sozialer und kultureller Erfahrungsraum eine besondere Bedeutung. Die marokkanische Großstadt wird zur Projektionsfläche für die Probleme der Neuzeit und wird zusätzlich zum Spiegel des Wandels.
Im Allgemeinen thematisiert die Großstadtliteratur häufig dystopische Zustände, Funktionalisierungen und Anonymitäten. Dieses Konzept hat sich seit Beginn der Industrialisierung bis heute durchgesetzt und weiterentwickelt. Bei der Lektüre von heutigen Reiseberichten oder Großstadtbeschreibungen ist eine neue Tendenz festzustellen. Der Fokus liegt dabei nicht auf den negativen Seiten einer Großstadt, sondern auf den ästhetischen Beschreibungen einer fremden Welt.
Christoph Leisten betrachtet die Stadt von einer objektiven Seite. Im Gegensatz zu den oben genannten Autoren geht er in seinen 88 Fragmenten nicht auf einzelne Personen ein, sondern nimmt die Stadt und insbesondere ihren berühmten Platz als Gesamtbild wahr. Als Ich-Erzähler setzt sich Leisten mit den unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen in der Stadt auseinander. Schon zu Beginn wird deutlich, dass durch seine prosahaften Zeilen die Fremde ästhetisch vermittelt wird.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Großstadt- und Fremdheitsforschung ein und definiert das Ziel, die literarische Verarbeitung marokkanischer Städte durch deutsche Autoren zu untersuchen.
2 Hypothesenherleitung: Es werden theoretische Grundlagen zum westlichen Bild des Orients und zur Reiseliteratur erarbeitet, um die im Hauptteil zu untersuchenden Thesen zu fundieren.
3 Analyse von Christoph Leistens „Marrakesch, Djemaa el Fna“: Das Kapitel beleuchtet Leistens ästhetische und fragmentarische Darstellung Marrakeschs sowie die Konfrontation zwischen orientalischen und okzidentalen Elementen.
4 Analyse von Reinhard Kiefers „Café Moka“: Hier wird Kiefers ambivalentes Bild von Agadir analysiert, wobei der Fokus auf dem Massentourismus, dem Einfluss des Westens und interkulturellen Brücken liegt.
5 Darstellungsweisen und Erfahrungsinhalte von Leisten und Kiefer im Vergleich: Die literarischen Methoden, die Rolle des Ich-Erzählers und die unterschiedlichen Schwerpunkte der beiden Werke werden kontrastierend gegenübergestellt.
6 Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und es wird festgestellt, dass beide Autoren durch eine realitätsnahe Dokumentation zur Neuorientierung des westlichen Orient-Bildes beitragen.
Großstadtliteratur, Fremdheitserfahrung, Orient, Okzident, Christoph Leisten, Reinhard Kiefer, Marrakesch, Agadir, Reiseliteratur, Interkulturalität, Globalisierung, Massentourismus, Identität, Diskurs, Literarische Analyse
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung und Wahrnehmung von Fremdheit in marokkanischen Städten durch zwei deutsche Autoren.
Zentrale Themen sind die Auseinandersetzung mit dem westlichen Orientalismus, die Auswirkungen des Tourismus auf fremde Kulturen und die Suche nach Authentizität.
Das Ziel ist der Vergleich der Werke „Marrakesch, Djemaa el Fna“ und „Café Moka“, um zu prüfen, ob die Autoren westliche Klischees überwinden und ein realistisches Bild vermitteln können.
Es wird eine analytisch-interpretatorische Methode angewandt, die auf einer theoretischen Fundierung der Fremdheits- und Reiseliteraturforschung basiert.
Der Hauptteil analysiert separat die Stadtbilder, die Kontraste zwischen Orient und Okzident sowie die interkulturellen Aspekte in beiden Primärwerken.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Großstadtliteratur, Orientalismus, Fremdheitserfahrung, Globalisierung und interkulturelle Identität.
Während Leisten Marrakesch durch ästhetische und sinnliche Fragmente erlebbar macht, wählt Kiefer einen philosophischeren, ironischen Zugang, der stärker die Konflikte der Moderne in Agadir beleuchtet.
Beide Autoren kritisieren den Massentourismus, da er zu einer Verfälschung lokaler Kulturen führt und einen „inszenierten Orient“ für westliche Reisende schafft.
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