Bachelorarbeit, 2016
64 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Propaganda im NS-Regime
2.1. Propagandatheorie in Hitlers „Mein Kampf”
2.2. Aufbau der Propagandamaschine
2.3. Die ökonomische und ideologische Gleichschaltung der deutschen Filmlandschaft
3. Kriegserziehung im deutschen Propagandafilm
3.1. Unterhaltungs- und Propagandafilm
3.2. Kriegserziehung
3.3. Funktionsweisen des Films als Volkserzieher
3.3.1. Heldenfiguren
3.3.2. Star-Kult
3.4. Elemente der Kriegserziehung im Film
3.4.1. Volksgemeinschaft und Führer-Mythos
3.4.2. Militarismus
3.4.3. Feindbilder
4. Weiterführende Beispiele
4.1. Triumph des Willens
4.1.1. Analyse
4.1.2. Zusammenfassung
4.2. Unternehmen Michael
4.2.1. Analyse
4.2.2. Zusammenfassung
5. Verbreitung im Volk
6. Erfolg der Filmpropaganda
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie deutsche Filmemacher zwischen 1933 und 1939 durch den Einsatz propagandistischer Mittel versuchten, die deutsche Bevölkerung auf einen bevorstehenden Krieg einzustimmen, Kriegsbegeisterung zu wecken und eine Bereitschaft zu persönlichen Opfern für das Regime zu etablieren.
3.4.2. Militarismus
Während die Filme in den ersten Jahren nach der Machtübernahme noch durch die Propagierung von Gemeinschaft und Führerhörigkeit geprägt waren, nahm spätestens ab 1936 auch eine ausgeprägte Kriegspropaganda ihren Platz im deutschen Film ein. Eine breite Kriegslüsternheit sollte geweckt, die Uniformierung des zivilen Lebens vorangetrieben werden. Wolf Donner beschreibt in seinem Buch Propaganda und Film drei Charakteristika der Kriegsdarstellung:
„1. Die starre Hierarchie und die absolute Unterordnung werden als selbstverständlich vorausgesetzt.
2. Das Soldatenleben wird als lustig, schön, frei, gesund dargestellt.
3. Der nächste Krieg ist unvermeidbar, eine beschlossene Sache.”
Durch die stetige Wiederholung der Darstellung dieser Charakteristika, sollten sich diese in den Köpfen der Menschen festsetzen. Dabei bediente man sich hauptsächlich den Genres des Kriegs- und Historienfilms, vor allem durch die künstlerische Aufarbeitung des Ersten Weltkrieges sollte auf einen neuen Krieg vorbereitet werden. Dies begann schon zu Beginn des Jahres 1933 mit einem Film, der zwar noch nicht vom NS-Propagandaministerium in Auftrag gegeben wurde, jedoch schon deutlich von dessen Idealen durchzogen war: Morgenrot. Dieser stellt Kameradschaft, Heldentum und die Bereitschaft für Deutschland zu sterben in den Mittelpunkt. Im Folgenden wurde diese Linie der Filme, die Militarismus propagieren, fortgesetzt, wobei Heldentum und Todeskampf unserer Emden und Stoßtrupp 1917 im Jahr 1934 die ersten, mit der Unterstützung der Nationalsozialisten produzierten, Weltkriegsfilme darstellten.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Bedeutung des Films als Propagandainstrument im NS-Staat und stellt die Forschungsfrage nach den Mitteln zur kriegerischen Erziehung.
2. Propaganda im NS-Regime: Dieses Kapitel erläutert die ideologischen Grundlagen der NS-Propaganda, Hitlers Vorstellungen aus „Mein Kampf” und den Aufbau der zentralisierten Kontrollapparate wie des RMVP.
3. Kriegserziehung im deutschen Propagandafilm: Hier werden die theoretischen Unterscheidungen zwischen Unterhaltung und Propaganda sowie die spezifischen Mechanismen der Filmarbeit als Erziehungsmittel analysiert.
4. Weiterführende Beispiele: Anhand der konkreten Analysen von „Triumph des Willens” und „Unternehmen Michael” werden die theoretischen Kriegserziehungselemente belegt.
5. Verbreitung im Volk: Dieses Kapitel untersucht die logistischen Maßnahmen der NS-Führung, um die Propagandafilme flächendeckend in die Kinos und zu verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu bringen.
6. Erfolg der Filmpropaganda: Die abschließende Betrachtung diskutiert die Wirksamkeit der Propagandabemühungen und kommt zu dem Schluss, dass zwar der Hitler-Mythos verankert wurde, eine allgemeine Kriegsbegeisterung jedoch ausblieb.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die nationalsozialistische Filmpropaganda ihr Ziel, eine flächendeckende Kriegslust zu wecken, verfehlte.
Kriegserziehung, NS-Propaganda, Film, Volksgemeinschaft, Führer-Mythos, Militarismus, Feindbilder, Joseph Goebbels, Leni Riefenstahl, Filmzensur, Massenmanipulation, Ideologie, Reichskulturkammer, Nationalsozialismus, Unterhaltungsfilm.
Die Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime das Medium Film nutzte, um die deutsche Bevölkerung in der Zeit zwischen 1933 und 1939 durch systematische Propaganda auf den bevorstehenden Krieg vorzubereiten.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der NS-Propaganda, die Rolle des Führerkults, die Konstruktion einer Volksgemeinschaft sowie die filmische Verklärung von Militarismus und Feindbildern.
Die Forschungsfrage lautet, mit welchen wiederkehrenden Elementen deutsche Filmemacher versuchten, Kriegsbegeisterung und Opferbereitschaft im Volk zu wecken, und ob diese Form der „Kriegserziehung“ tatsächlich erfolgreich war.
Die Autor arbeitet primär mit einer medienhistorischen Analyse von Filmen sowie der Auswertung von zeitgenössischen Dokumenten, Reden und der filmwissenschaftlichen Fachliteratur der NS-Zeit.
Der Hauptteil analysiert, wie Propaganda und Erziehung ineinandergriffen, beleuchtet die Mechanismen der Filmzensur und Gleichschaltung und unterzieht zwei konkrete Beispiele („Triumph des Willens“ und „Unternehmen Michael“) einer detaillierten Analyse.
Die wichtigsten Begriffe sind Kriegserziehung, NS-Propaganda, Volksgemeinschaft, Militarismus und Führer-Mythos.
Basierend auf zeitgenössischen Quellen (wie Dr. K. Zierold) definiert die Arbeit Propaganda als kurzfristige Willensausrichtung der Massen, während Erziehung als kontinuierliche Formung des gesamten Menschen auf längerfristige Ziele zielt.
Riefenstahl wird als prominentes Beispiel für die filmische Ästhetisierung des Faschismus angeführt, deren Dokumentarfilme wie „Triumph des Willens“ maßgeblich zur sakralen Inszenierung des Hitler-Kultes beitrugen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Hitler-Mythos zwar erfolgreich im Volk implementiert werden konnte, jedoch keine generelle Kriegsbegeisterung erzeugt wurde; die Mehrheit der Bevölkerung blieb kriegsscheu.
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