Bachelorarbeit, 2011
65 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Soziale Online Netzwerke
2.2 Literaturüberblick
2.3 Methodik
3 Empirische Untersuchung
3.1 Stichprobe
3.2 Datenauswertung
3.3 Gütebeurteilung
3.3.1 Reflektives Messmodell
3.3.2 Formatives Messmodell
3.3.3 Strukturmodell
4 Ergebnisse und Diskussion
5 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Einflussfaktoren auf die Nutzungsabsicht und -einstellungen von Anwendern sozialer Online-Netzwerke (SON) unter besonderer Berücksichtigung von Datenschutzbedenken. Das primäre Ziel ist es zu ergründen, wie das Spannungsfeld zwischen dem persönlichen Nutzen der Plattformen und den Bedenken bezüglich der Datensicherheit das tatsächliche Nutzungsverhalten beeinflusst.
2.1 Soziale Online Netzwerke
SON sind „Internetplattformen, die es den NutzerInnen ermöglichen, Kontakte herzustellen und aufrechtzuerhalten und Features enthalten“ [Fuch10, 453]. In den letzten Jahren sind zahlreiche solcher SON im Internet gestartet. Dabei entstand eine Vielzahl an verschiedenen Angeboten, Möglichkeiten und Webauftritten, mit denen sich die einzelnen SON von den Konkurrenzplattformen abheben wollen. Da ein SON nur erfolgreich ist, wenn es auch von vielen Menschen genützt wird, entsteht automatisch ein harter Wettbewerb zwischen den einzelnen Plattformen. So sind, wie bei vielen anderen SON auch [Schr11], beispielsweise die Mitgliederzahlen von MySpace seit einiger Zeit stark rückläufig, da immer mehr aktive Nutzer zu Facebook übergehen [Klin11].
Generell lassen sich SON in Plattformen für Privatnutzer und für Geschäftsnutzer untergliedern [Frau08, 59ff]. Bekannte Vertreter von SON für Privatnutzer sind MySpace, Schüler/StudiVZ, wer-kennt-wen, StayFriends, Lokalisten und Facebook. Vor allem in den jüngeren Generationen lässt sich heute kaum mehr jemand finden, der nicht in einem solchen präsent ist. MySpace startete im Jahre 2003 in den USA, um Künstlern, vor allem Musikbands, eine Präsentationsplattform zu bieten. Es kamen aber auch zahlreiche Privatpersonen dazu und die Mitgliederzahl stieg in kurzer Zeit auf knapp 200 Millionen an. Im Gegensatz zu anderen SON bietet MySpace seinen Nutzern mehr Freiheiten bei der Gestaltung der eigenen Profilseite und bietet die Möglichkeit, eigene externe Anwendungen dort einzubauen [Frau08, 59]. Auch können auf MySpace eigene Musikstücke hochgeladen werden, was die Plattform heute noch für zahlreiche Musikbands interessant macht. Im Juni 2011 wurde die Zahl der Nutzer auf 30 Millionen geschätzt [Spie11a]. Bei StudiVZ und SchülerVZ handelt es sich um zwei deutsche Plattformen. Der Dienst StudiVZ (kurz für Studierendenverzeichnis) ging im Jahre 2005 [Kirk11, 185f] online, kurz darauf auch SchülerVZ (kurz für Schülerverzeichnis).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz sozialer Netzwerke ein und umreißt die Forschungsfrage, die sich mit der Diskrepanz zwischen hoher Nutzungsintensität und Datenschutzbedenken beschäftigt.
2 Grundlagen: Hier werden soziale Netzwerke definiert, ein Literaturüberblick zu relevanten wissenschaftlichen Theorien gegeben und das theoretische Kausalmodell der Untersuchung hergeleitet.
3 Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die Datenerhebung, die Stichprobenzusammensetzung sowie die methodische Güteprüfung des verwendeten Kausalmodells.
4 Ergebnisse und Diskussion: Hier werden die Ergebnisse der statistischen Analyse detailliert interpretiert und die Hypothesen auf Basis der Datenlage diskutiert.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert deren wissenschaftliche Einordnung sowie zukünftige Forschungsfelder.
Soziale Online Netzwerke, Facebook, Datenschutzbedenken, Nutzungsabsicht, Kausalmodell, Partial Least Squares, Datensicherheit, Privatsphäre, Nutzerverhalten, Online-Marketing, Personalisierte Werbung, Soziale Normen, Wahrgenommener Nutzen, Datenverfügbarkeit, Empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht das Nutzungsverhalten von Anwendern des sozialen Netzwerks Facebook und analysiert, wie diese ihre Nutzungsabsichten gegen existierende Datenschutzbedenken abwägen.
Die Arbeit deckt die Bereiche soziale Online-Netzwerke, Akzeptanz von Informationstechnologien, Datenschutzrisiken und die Auswirkungen von persönlichen Netzwerkgruppen auf das individuelle Verhalten ab.
Das Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die zur aktiven Nutzung von Facebook führen, und zu verstehen, warum Nutzer trotz Datenschutzbedenken weiterhin auf der Plattform aktiv bleiben.
Die Arbeit basiert auf einer quantitativen empirischen Studie mit einem Online-Fragebogen, wobei das resultierende Kausalmodell mittels der Partial-Least-Squares-Methode (PLS) ausgewertet wurde.
Der Hauptteil befasst sich mit der Aufstellung und Überprüfung von 15 Hypothesen, der Güteprüfung des statistischen Modells und der Diskussion der Ergebnisse in Bezug auf die Motivation und die Datenschutzwahrnehmung der Nutzer.
Zentrale Begriffe sind soziale Online-Netzwerke, Datenschutzbedenken, Nutzungsintention, wahrgenommener Nutzen und soziale Gruppendynamik.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass viele Nutzer Datenschutzbedenken durch die individuelle Konfiguration von Privatsphäre-Einstellungen mindern und den persönlichen Mehrwert sowie den sozialen Gruppenzwang höher gewichten als die Risiken.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass die soziale Norm (der Druck, in einem Netzwerk präsent zu sein, da Freunde dort sind) ein starker Treiber für die Teilnahme ist, selbst wenn der Nutzer eine kritische oder negative Einstellung zur Plattform hat.
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