Bachelorarbeit, 2015
42 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Grundlagen über die Thematik Sprachlicher Bilder
2.1 Basisaussagen Metaphern und Vergleiche
2.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Metaphern und Vergleichen
2.3 Funktionen von Metaphern und Vergleichen
2.4 Der Begriff des sprachlichen Bildes
3. Die Edition als Grundlage dieser Arbeit
4. Handlung
5. Methodische Grundlagen zur empirischen Analyse
5.1 Methodisches Vorgehen
5.2 Problematik
6. Analyse der sprachlichen Bilder in „Moby-Dick“
6.1 Bildliche Darstellung von ausgewählten Zielbereichen
6.1.1 Der Wal
6.1.2 Das Schiff
6.1.3 Die Waljägerfahrt
6.1.4 Gefühle/Zustände
6.2 Sprachliche Bilder im Paratext
6.3 Markante Ursprungsbereiche
6.3.1 Pfanzen
6.3.2 Andere Kulturen
6.4 Charakterisierung der handelnden Figuren durch sprachliche Bilder
6.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
7. Fazit
8. Quellen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Einsatz und die Funktion sprachlicher Bilder – konkret Metaphern und Vergleiche – in der deutschen Übersetzung von Herman Melvilles „Moby-Dick“ einer linguistischen Analyse zu unterziehen und deren Beitrag zur Textkohärenz sowie zur Rezeption des Werkes zu untersuchen.
6.1.1 DER WAL
Eine der bedeutendsten Rollen in „Moby-Dick“ spielt das geheimnisvolle Wesen des Wals. Als textspezifscher Zielbereich möchte ich mit ihm beginnen.
Moby-Dick wird als ein Ungeheuer beschrieben, welches selbst für erfahrene Seefahrer ein Mysterium ist: Die meisten haben das Tier nie gesehen, die anderen sind nur schwer mit dem Leben davon gekommen. Es gilt also, dieses Geheimnis möglichst bildlich darzustellen. Noch dazu muss man davon ausgehen, dass der Wal eine dem Durchschnittsleser unbekannte Art ist, da unter anderem die Walforschung zu dieser Zeit nicht fortgeschritten war. Es gilt also, einer möglichst breiten Masse den Wal Moby-Dick nahezubringen. Aussehen (als auch Wesen) werden durch sprachliche Bilder beschrieben. Hier steht besonders die illustrative Funktion im Fokus, deren Potenzial voll ausgeschöpft wird: sein Blas ist groß, wie ein ganzer Schober Weizen, und weiß wie ein Stapel von unsrer Nantucketer Wolle nach der großen jährlichen Schafschur, […] und er wedelt mit seinem Schwanz wie ein geplatzter Klüver in einer Bö (S.255) / eine eigentümliche schneeweiße runzlige Nase und ein hoher, pyramidischer weißer Buckel (S.283) / dieser alte Urgroßvater mit dem weißen Kopf und Höcker (S.640) / für mich ähnelte dieser gewaltige elfenbeinrippige Kasten mit der langen, nicht gestürzten Wirbelsäule, welche sich in gerader Linie weit davon weg erstreckte, nicht wenig dem Embryorumpf eines frisch auf Stapel gelegten großen Schiffes (S.661) / da bläst er! Einen Höcker wie ein Schneeberg! Das ist Moby Dick! (S.788)
Neben einer breiten Masse sprachlicher Bilder werden nun die am meisten vertretenen Konzeptkopplungen mit einigen auffallenden Beispielen folgen:
Melville benutzt sprachliche Bilder, die auf uns als Rezipienten beeinfussend wirken. Indem er den Wal als tödlichstes Übel, namenlose Schrecknis oder Demogorgon bezeichnet, impliziert dem Leser diesen als ein böses Wesen anzusehen. Hierbei werden sowohl menschliches Denken als auch Handeln angesprochen. Außerdem haben sprachliche Bilder solcher Art Einfuss auf unsere moralischen Werte. Die deontische Funktionen und die Funktion der Stimulierung und Rechtfertigung von
1. Einleitung: Vorstellung des Gegenstands der Arbeit, Herman Melvilles „Moby-Dick“, und Begründung der Untersuchung von Metaphern und Vergleichen zur Analyse der Wirkung des Romans.
2. Grundlagen über die Thematik Sprachlicher Bilder: Theoretische Herleitung der kognitiven Metapherntheorie, Abgrenzung von Metaphern und Vergleichen sowie Erläuterung der Funktionen sprachlicher Bilder.
3. Die Edition als Grundlage dieser Arbeit: Begründung für die Wahl der Übersetzung von Friedhelm Rathjen als Basis der linguistischen Analyse.
4. Handlung: Zusammenfassender Abriss der Handlung des Romans, um den Kontext für die anschließende empirische Untersuchung zu schaffen.
5. Methodische Grundlagen zur empirischen Analyse: Darlegung des Vorgehens nach kognitiv-linguistischen Ansätzen und Erläuterung der auftretenden Probleme bei der Identifikation sprachlicher Bilder.
6. Analyse der sprachlichen Bilder in „Moby-Dick“: Durchführung der Untersuchung an zentralen Zielbereichen, im Paratext sowie bei der Charakterisierung der Figuren.
7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Bildlichkeit im Roman und deren Bedeutung für die Textkohärenz und Rezeption.
8. Quellen: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Internetressourcen.
Moby-Dick, Herman Melville, Metaphern, Vergleiche, kognitive Metapherntheorie, sprachliche Bilder, Zielbereich, Ursprungsbereich, Textkohärenz, linguistische Analyse, Personifikation, Bildlichkeit, Übersetzung, Literaturwissenschaft, Stilistik.
Die Arbeit untersucht die Verwendung und Funktion von sprachlichen Bildern – insbesondere Metaphern und Vergleichen – im Roman „Moby-Dick“ von Herman Melville auf Basis der deutschen Übersetzung von Friedhelm Rathjen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die kognitive Metapherntheorie, die Analyse der Bildlichkeit in Romanen, die Bedeutung von Paratexten sowie die Charakterisierung literarischer Figuren durch bildhafte Sprache.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Melville durch sprachliche Bilder eine bildliche Kohärenz im Text erzeugt und wie diese Bilder dazu beitragen, komplexe Themen für den Leser greifbarer und anschaulicher zu machen.
Es wird eine kognitive Metaphernanalyse angewandt, die sich an Modellen wie denen von Olaf Jäkel und Petra Ewald orientiert, um Ziel- und Ursprungsbereiche systematisch zu erfassen.
Der Hauptteil befasst sich mit der empirischen Analyse ausgewählter Zielbereiche wie Wal, Schiff, Seefahrt und Emotionen sowie mit der Untersuchung der sprachlichen Bilder in Paratexten und der Charakterzeichnung der Protagonisten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Metaphernanalyse, Bildkohärenz, kognitive Semantik, Herman Melville und Textkohärenz charakterisieren.
Die Entscheidung fiel auf diese Übersetzung, da sie für ihre große Nähe zum englischen Original sowie für ihre treue Bewahrung der sprachlichen Sperrigkeit des Textes bekannt ist, was eine authentische linguistische Analyse ermöglicht.
Der Paratext, wie etwa essayistische Einschübe zu walbiologischen oder philosophischen Themen, bildet laut der Arbeit eigene kleine Texte bildlicher Kohärenz, die den Textzusammenhang stützen und neue konzeptuelle Metaphern etablieren.
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