Diplomarbeit, 2004
67 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1 Abweichendes Verhalten
2.2 Kriminalität
2.3 Jugend und Jugendkriminalität
2.4 Ausländer
3. Jugendkriminalität aus psychologischer Sicht
3.1 Psychoanalytische Theorie
3.2 Trieb- und Instinkttheorie
3.3 Frustrations-Aggressions-Theorie
3.4 Individualpsychologische Sicht
3.5 Lerntheoretische Sicht
4. Jugendkriminalität aus soziologischer Sicht
4.1 Anomietheorie
4.2 Subkulturtheorien
4.3 Interaktionistischer Ansatz
4.4 Sozialisationstheorie
5. Erläuterungen der Einwanderungszeit als Grundlage zur Analyse von Kriminalität bei jungen Ausländern
6. Darstellung der heutigen Lebenssituation ausländischer Familien
6.1 Räumliche Verteilung und Wohnsituation
6.2 Bildung und Ausbildung
6.3 Arbeitslosigkeit
6.4 Kulturelle Faktoren und familiäre Situation
6.5 Werte und Mentalitäten der Herkunftskultur
6.6 Generationsspezifische Betrachtung von Ausländerkriminalität
7. Kriminalisierung von Jugendlichen mit Migrationhintergrund
7.1 Polizeiliche Kriminalstatistik
7.2 Verzerrungsfaktoren
7.3 Der Anzeige- und Polizeieffekt
7.4 Die Rolle der Medien im Kriminalisierungsprozess
8. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Frage, ob ausländische Jugendliche in Deutschland krimineller sind als deutsche Jugendliche. Dabei wird beleuchtet, ob ausländische Jugendliche stärker kriminogenen Einflüssen ausgesetzt sind und wie sich das soziale Umfeld, Diskriminierung und mangelnde Integration auf ihre Entwicklung auswirken.
3.1 Psychoanalytische Theorie
Aus psychoanalytischer Sicht wird kriminelles Verhalten auf gestörte Prozesse der Identifikation und Gewissenbildung in frühkindlichen Phasen der Entwicklung zurückgeführt. Die psychopathischen Formen der Kriminalität entstehen u.a. durch Mangel, Inkonsistenz und Ambivalenz emotionaler Zuwendung und lückenhafte Identifikationsprozesse.
Grundannahmen der Psychoanalyse
Nur ein geringer Teil der seelischen Vorgänge, die im Menschen vorgehen, ist bewusst; die meisten Vorgänge gehen unter die Oberfläche des Bewusstseins zurück und spielen sich im Unbewussten und Vorbewussten ab. Grundlegende Annahme der Psychoanalyse ist, dass bestimmte seelische Vorgänge und innere Kräfte – z.B. verbotene und bestrafte Wünsche, unangenehme Erlebnisse und Probleme – dem Bewussten verborgen, also „unbewusst“ sind, sich jedoch auf das individuelle Verhalten und die Entwicklung der Persönlichkeit nach ganz bestimmten Gesetzmäßigkeiten auswirken.
1. Einleitung: Darstellung des Forschungsinteresses und der Zielsetzung, den Vorurteilen rund um die sogenannte Ausländerkriminalität durch wissenschaftliche Fakten zu begegnen.
2. Begriffsklärung: Definition zentraler Begriffe wie abweichendes Verhalten, Kriminalität, Jugendalter und Ausländer als notwendige Grundlage für die weitere Untersuchung.
3. Jugendkriminalität aus psychologischer Sicht: Analyse verschiedener psychologischer Theorien, die den Ursprung von Kriminalität in individuellen oder psychischen Strukturen verorten.
4. Jugendkriminalität aus soziologischer Sicht: Darstellung soziologischer Modelle, die Kriminalität aus gesellschaftlichen Strukturen, Sozialisationsbedingungen und Milieufaktoren erklären.
5. Erläuterungen der Einwanderungszeit als Grundlage zur Analyse von Kriminalität bei jungen Ausländern: Historische Betrachtung der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte und deren Auswirkungen auf die heutige Lebenssituation.
6. Darstellung der heutigen Lebenssituation ausländischer Familien: Untersuchung belastender Lebenslagen wie Wohnsituation, Bildung, Arbeitslosigkeit und kulturelle Konflikte.
7. Kriminalisierung von Jugendlichen mit Migrationhintergrund: Kritische Auseinandersetzung mit der polizeilichen Kriminalstatistik, Verzerrungseffekten und dem Einfluss der Medien auf die Wahrnehmung.
8. Zusammenfassung: Resümee der Ergebnisse mit dem Hinweis, dass soziale Benachteiligung und Kriminalisierungsprozesse den Kern der beobachteten Unterschiede ausmachen.
Jugendkriminalität, Ausländerkriminalität, Migration, Soziale Benachteiligung, Kriminalisierung, Polizeiliche Kriminalstatistik, Stigmatisierung, Sozialisation, Anomietheorie, Subkulturtheorie, Integrationsprobleme, Bildungsdefizite, Diskriminierung, Medien.
Die Arbeit untersucht die Frage, ob ausländische Jugendliche in Deutschland tatsächlich krimineller sind als deutsche Jugendliche, und beleuchtet die Hintergründe dieser Debatte.
Die Schwerpunkte liegen auf psychologischen und soziologischen Erklärungsmodellen, dem Einfluss der Einwanderungsgeschichte, der aktuellen Lebenssituation und der kritischen Analyse statistischer Daten.
Das Ziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Ergebnisse zu prüfen, ob ausländische Jugendliche stärker kriminogenen Einflüssen ausgesetzt sind und inwieweit soziale Faktoren die Kriminalitätsraten beeinflussen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Statistiken basiert, um Erklärungsmodelle auf das Thema anzuwenden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Ursachen (psychologisch/soziologisch) sowie eine detaillierte Betrachtung der Lebensrealität und der statistischen Verzerrungen bei der Erfassung von Delikten.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Jugendkriminalität, Ausländerkriminalität, Kriminalisierung, Migration, soziale Benachteiligung und Stigmatisierung.
Die Autorin betrachtet die Statistik kritisch und warnt davor, die Tatverdächtigenzahlen ungefiltert mit den tatsächlichen Kriminalitätsraten gleichzusetzen, da Verzerrungseffekte die Ergebnisse verfälschen.
Die Medien tragen nach Einschätzung der Arbeit dazu bei, ein beunruhigendes Bild zu schaffen, indem sie das Thema oft selektiv darstellen und Handlungen dramatisieren, was die Vorurteile gegenüber ausländischen Jugendlichen verstärkt.
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