Bachelorarbeit, 2013
81 Seiten, Note: 1,5
1 Einführung in die Thematik
1.1 Internationaler Getreidehandel und Kontroversen um Preisentwicklungen
1.2 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Methodik
2 Die Rolle von Spekulanten am Warenterminmarkt
2.1 Definition und Abgrenzung des Spekulationsbegriffs
2.2 Spekulation aus Sicht der Neoklassik
2.2.1 Allokation von Risiken
2.2.2 Preisstabilität und Wohlfahrtseffekte
2.2.3 Preisentdeckung
2.2.4 Liquidität
2.2.5 Öffnung der Märkte und finanzielle Innovationen
2.3 Kritik an der Neoklassik
2.3.1 Kosten von Spekulation
2.3.2 Behavioral Finance im Widerspruch zur Theorie effizienter Märkte
2.3.3 Massenspekulation
2.3.4 Zweifel an der Unabhängigkeit von Kassamärkten und Warenterminmärkten
2.4 Erstes Zwischenfazit
3 Aktuelle Entwicklungen am Getreidemarkt
3.1 Öffnung der Märkte
3.2 Index Funds Investments
3.3 Steigende Preise
3.4 Erhöhte Volatilität
3.5 Steigende Korrelation verschiedener Rohstoffe
4 Fundamentale Analyse der Spotpreisbildung von Weizen
4.1 Einfluss von Angebot und Nachfrage
4.1.1 Wetter
4.1.2 Ernährungsgewohnheiten in aufsteigenden Industrienationen
4.1.3 Bioethanol- und Biotreibstoffproduktion
4.1.4 Nationale Regulierungen und Exportverbote
4.1.5 Getreidespeichervolumen
4.2 Die Rolle von Wechselkursen
4.3 Korrelation von Weizen- und Ölpreis
4.4 Zweites Zwischenfazit
5 Statistische Analyse des Spekulationseinflusses auf Preise und Volatilität am Spotmarkt für Weizen
5.1 Messung mittels Granger-Kausalitätstests
5.1.1 Methodik des Granger-Kausalitätstests
5.1.2 Zusammenfassung von Erkenntnissen verschiedener Studien
5.1.3 Kritik der Methodik
5.2 Messung des Spekulationseinflusses mittels weiterer Instrumente
5.2.1 Entwicklung von Kennzahlen
5.2.1.1 Kennzahlen zur Spekulationsintensität
5.2.1.2 Stocks To Use Ratio
5.2.1.3 Open Interest
5.2.2 Messung des Preisdrucks
6 Schlussbetrachtung
6.1 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
6.2 Weiterer Forschungsbedarf
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Spekulation am Warenterminmarkt auf die Preisbildung von Weizen am Kassamarkt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Rolle Spekulanten bei der Preisbildung zukommt und inwieweit die Spekulationsaktivität die Preisvolatilität von Weizen beeinflusst.
2.1 Definition und Abgrenzung des Spekulationsbegriffs
Der Großteil der Literatur (z.B. Robles, Torero und Braun, 2009, S.2; Zantof und Dinauer, 2011, S.363) stimmt in der Definition von Spekulation sinngemäß mit Folgendem überein:
„Als Spekulation wird jede durch Gewinnstreben motivierte Ausnutzung erwarteter zeitlicher Preisunterschiede eines Gutes auf einem bestimmten Markt bezeichnet. Da zukünftige Preisveränderungen nicht mit Sicherheit vorhersehbar sind, ist Spekulation immer risikobehaftet. […]Dabei werden eingegangene Positionen nach kurzer Zeit wieder rückgängig gemacht.“ (Aschinger, 2001, S. 1-2)
Die Definition verdeutlicht, dass Spekulanten gewinnorientiert sind, das heißt sie orientieren sich primär nicht an Wertschöpfung, wenngleich sich die beiden Konzepte nicht ausschließen. Darüber hinaus geht diese weit verbreitete Definition davon aus, dass Spekulation immer risikobehaftet ist. Dies trennt sie von der Arbitrage, bei welcher „keine Unsicherheit [besteht,] es werden lediglich aktuelle Preisdifferenzen ausgenützt.“ (Aschinger, 2001, S.2). Dahingegen wird Hedging als Gegenpart zur Spekulation verstanden: „Investing in an asset to reduce the overall risk of a portfolio“ (Bodie, Kane und Markus, 2008, S. G-6). Es wird also angenommen, dass risikoaverse Hedger und risikosuchende Spekulanten am Warenterminmarkt aufeinander treffen, um unter anderem Risiken zu teilen (vgl. Klöhn, 2006, S.25). Man geht davon aus, dass Spekulanten nur kurzfristig Positionen halten, da sie sich per definitionem nur durch Gewinnstreben motivieren und nicht durch die Wertentwicklung ihrer Vermögenswerte.
1 Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel motiviert die Untersuchung durch die starke Preissteigerung bei Grundnahrungsmitteln ab 2008 und definiert die Forschungsfragen sowie die methodische Vorgehensweise.
2 Die Rolle von Spekulanten am Warenterminmarkt: Hier werden theoretische Grundlagen beleuchtet, indem die neoklassische Sichtweise der stabilisierenden Spekulation der kritischen Betrachtung durch Behavioral Finance gegenübergestellt wird.
3 Aktuelle Entwicklungen am Getreidemarkt: Das Kapitel beschreibt die Liberalisierung der Märkte, das Anwachsen von Index-Fonds-Investitionen und die Trends zu steigenden Preisen sowie Volatilität.
4 Fundamentale Analyse der Spotpreisbildung von Weizen: Es wird untersucht, ob fundamentale Faktoren wie Wetter, Ernährungsgewohnheiten oder Bioethanol-Produktion die Preisentwicklung erklären können.
5 Statistische Analyse des Spekulationseinflusses auf Preise und Volatilität am Spotmarkt für Weizen: Der methodische Hauptteil nutzt ökonometrische Tests und Kennzahlen, um den kausalen Zusammenhang zwischen Warenterminmarkt und Kassamarkt empirisch zu prüfen.
6 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel synthetisiert die Ergebnisse, hinterfragt die Methodik bestehender Studien und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Weizen, Warenterminmarkt, Spekulation, Kassamarkt, Index Funds, Preisbildung, Volatilität, Granger-Kausalität, Fundamentalwerte, Behavioral Finance, Risikomanagement, Agrarrohstoffe, Finanzialisierung, Markttransparenz, Hedging
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Spekulation am Warenterminmarkt auf die Preisbildung von Weizen am Kassamarkt vor dem Hintergrund starker Preisschwankungen ab dem Jahr 2008.
Die zentralen Felder sind die neoklassische Theorie der Spekulation, der Einfluss von Index-Fonds, die Analyse fundamentaler Marktdaten und die empirische Überprüfung kausaler Zusammenhänge mittels ökonometrischer Verfahren.
Das Ziel ist die Beantwortung der Fragen, welche Rolle Spekulanten bei der Weizenpreisbildung spielen und welche Auswirkungen ihre Aktivitäten auf die Preisvolatilität am Kassamarkt haben.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die bestehende ökonometrische Studien (insbesondere Granger-Kausalitätstests) vergleicht, bewertet und kritisch diskutiert.
Der Hauptteil analysiert aktuelle Marktentwicklungen, untersucht klassische fundamentale Einflussfaktoren und nutzt statistische Instrumente zur Messung von Spekulationsintensität und Preisdruck.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Weizenpreisbildung, Warenterminmärkte, Index-Fonds, Markttransparenz und Spekulationseinfluss charakterisieren.
Die Abgrenzung ist aufgrund komplexer Marktstrukturen und der Schwierigkeit, Händlergruppen (wie kommerzielle vs. nicht-kommerzielle Akteure) anhand der CFTC-Daten eindeutig zu klassifizieren, empirisch komplex.
Obwohl Index-Fonds als Treiber für Preisvolatilität kritisiert werden, kommt die Analyse zu dem Ergebnis, dass keine exzessive Spekulation vorliegt; vielmehr deuten die Entwicklungen auf Defizite bei der Verfügbarkeit von Informationen am Markt hin.
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