Diplomarbeit, 2015
154 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund
2.1 Selbstregulierendes moralisches Verhalten
2.1.1 Der Effekt des Moral Licensing
2.1.2 Der Effekt des Moral Cleansing
2.2 Der Einfluss anderer auf die moralische Selbstregulation
2.2.1 Der Effekt des Vicarious Moral Licensing
2.2.2 Der Effekt des Vicarious Moral Cleansing
2.3 Potenzielle Einflussfaktoren
2.3.1 Identifikation mit der Ingroup
2.3.2 Moralische Internalisierung
2.3.3 Konsistenzstreben
2.3.4 Zusammenfassung der potenziellen Einflussfaktoren
2.4 Potenzielle Erklärungsansätze
2.4.1 Moralische Regulationsprozesse
2.4.2 Moral Credentials
2.4.3 Evozierte Stimmungen
2.4.4 Zusammenfassung der potenziellen Erklärungsansätze
2.5 Gegenstand der vorliegenden Untersuchung
2.5.1 Hypothesenkomplex 1 – Einfluss des moralischen Gruppenstatus auf prosoziales Verhalten
2.5.2 Hypothesenkomplex 2 – moderierender Einfluss von Ingroup Identifikation, moralischer Internalisierung und Konsistenzstreben auf prosoziales Verhalten
2.5.3 Hypothesenkomplex 3 – mediierender Einfluss von moralischem Selbstkonzept, Moral Credentials und evozierten Stimmungen auf prosoziales Verhalten
3 Methoden
3.1 Voruntersuchung
3.2 Hauptuntersuchung
3.2.1 Untersuchungsdesign
3.2.2 Rekrutierung und Beschreibung der Hauptstichprobe
3.2.3 Untersuchungsablauf
3.2.4 Beschreibung der experimentellen Bedingungen
3.2.4.1 Experimentalgruppe 1 – moralische Überlegenheit
3.2.4.2 Experimentalgruppe 2 – moralische Unterlegenheit
3.2.4.3 Kontrollgruppe 1 – moralischer Durchschnitt
3.2.4.4 Kontrollgruppe 2 – neutrale KG
3.2.5 Beschreibung der Operationalisierung der abhängigen Variable
3.3 Berücksichtigung potenzieller Störvariablen
3.3.1 Identifikation unaufmerksamer VersuchsteilnehmerInnen
3.3.2 Manipulation Check
3.3.3 Einordnung des Spendenverhaltens
3.4 Messinstrumente zur Erfassung der Moderator- und Mediatorvariablen
3.4.1 Identifikation mit der Ingroup (Moderator I)
3.4.2 Moralische Internalisierung (Moderator II)
3.4.3 Konsistenzstreben (Moderator III)
3.4.4 Moralisches Selbstkonzept (Mediator I)
3.4.5 Moral Credentials (Mediator II)
3.4.6 Evozierte Stimmungen (Mediator III)
3.5 Operationalisierte Hypothesen und statistische Datenauswertung
3.5.1 Hypothesenkomplex 1 – Mittelwertsunterschiede
3.5.2 Hypothesenkomplex 2 – Moderationshypothesen
3.5.3 Hypothesenkomplex 3 – Mediationshypothesen
4 Ergebnisse
4.1 Datenscreening der Hauptstichprobe
4.2 Beschreibung der Analysestichprobe
4.3 Manipulation Check
4.4 Korrelationsmatrix relevanter Untersuchungsvariablen
4.5 Statistische Überprüfung der Hypothesen
4.5.1 Hypothesenkomplex 1 – Mittelwertsunterschiede
4.5.1.1 Prüfung der Voraussetzungen
4.5.1.2 Überprüfung der Mittelwertsunterschiede
4.5.2 Hypothesenkomplex 2 – Moderationshypothesen
4.5.2.1 Prüfung der Voraussetzungen
4.5.2.2 Hypothese 2a – moderierender Einfluss der Identifikation mit der Ingroup
4.5.2.3 Hypothese 2b – moderierender Einfluss der moralischen Internalisierung
4.5.2.4 Hypothese 2c – moderierender Einfluss des Konsistenzstrebens
4.5.2.5 Gesamtmodell unter Einschluss aller angenommenen Moderatoren
4.5.3 Hypothesenkomplex 3 – Mediationshypothesen
4.5.3.1 Hypothese 3a – mediierender Einfluss durch das moralische Selbstkonzept
4.5.3.2 Hypothese 3b – mediierender Einfluss durch die Moral Credentials
4.5.3.3 Hypothese 3c – mediierender Einfluss durch evozierte Stimmungen
5 Diskussion
5.1 Einordnung und Interpretation der Ergebnisse
5.1.1 Mittelwertsunterschiede bezogen auf die Effekte Vicarious Moral Licensing und Vicarious Moral Cleansing
5.1.2 Moderierende Einflüsse auf die Effekte Vicarious Moral Licensing und Vicarious Moral Cleansing
5.1.2.1 Moderierender Einfluss der Identifikation mit der Ingroup
5.1.2.2 Moderierender Einfluss der moralischen Internalisierung
5.1.2.3 Moderierender Einfluss des Konsistenzstrebens
5.1.3 Mediierende Einflüsse auf die Effekte Vicarious Moral Licensing und Vicarious Moral Cleansing
5.1.3.1 Mediierender Einfluss des moralischen Selbstkonzepts
5.1.3.2 Mediierender Einfluss der Moral Credentials auf den Effekt des Vicarious Moral Licensing
5.1.3.3 Mediierender Einfluss evozierter Stimmungen auf den Effekt des Vicarious Moral Cleansing
5.2 Kritische Würdigung der vorliegenden Untersuchung samt Anregungen für zukünftige Forschung
5.3 Fazit und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht das Phänomen des "Vicarious Moral Licensing" und "Vicarious Moral Cleansing", bei dem Individuen ihr eigenes moralisches Verhalten in Abhängigkeit vom moralischen Gruppenstatus ihrer Ingroup anpassen. Das primäre Forschungsziel besteht darin, diese Effekte anhand eines experimentellen Online-Paradigmas mit einem realen Verhaltensmaß (Spendenverhalten) zu replizieren und die zugrundeliegenden moderierenden und mediierenden psychologischen Mechanismen zu identifizieren.
2.1.1 Der Effekt des Moral Licensing
Eine anschauliche Definition zur Beschreibung von Moral Licensing stammt von Merrit et al. (2010):
„Past good deeds can liberate individuals to engage in behaviors that are immoral, unethical, or otherwise problematic, behaviors that they would otherwise avoid for fear of feeling or appearing immoral.” (S. 344)
Individuen können folglich durch frühere gute Taten lizenziert werden Handlungen zu begehen, die sie sonst aus Furcht oder einem Gefühl, unmoralisch zu sein, vermieden hätten. Unklar bleibt, weshalb die Wahrscheinlichkeit steigt, dass auf eine moralisch gute, eine moralisch schlechte Tat folgt und wieso Menschen zu solch inkonsistentem Verhalten neigen.
Zur Wahrung einer inneren moralischen Balance muss die Erlaubnis für moralisch kritisierbares Verhalten scheinbar erst verdient werden (Sachdeva et al., 2009). In der Regel erfolgt dabei der Rückgriff auf ein bereits gezeigtes Verhalten, das Menschen die Zuversicht gibt, eigentlich moralisch integer zu sein (Merrit et al., 2010). Miller und Effron (2010) sprechen in diesem Zusammenhang von einer psychologischen Lizenz. Diese definieren sie als die Wahrnehmung einer Person, die Erlaubnis zu besitzen, eine unmoralische Handlung vollziehen oder bestimmte Gedanken verbalisieren zu können, ohne sich selbst dabei in Verruf zu bringen. Beispielsweise konnten Monin und Miller (2001) in der ersten zu Moral Licensing veröffentlichten Studie zeigen, dass männliche Versuchspersonen, welche sexistischen Aussagen widersprechen konnten, anschließend einen stereotyp männlichen Job auch als für Männer geeigneter einstuften. Nach Meinung der Autoren fiel es den Probanden nach Ablehnung der sexistischen Statements leichter, ihre ehrliche Meinung kundzutun, ohne befürchten zu müssen, als vorurteilsbehaftet angesehen zu werden.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, stellt das Phänomen anhand des Beispiels von Uli Hoeneß dar und leitet die Forschungsfrage bezüglich des stellvertretenden Einflusses anderer auf das eigene moralische Verhalten ab.
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund: Hier werden die Effekte Moral Licensing und Moral Cleansing definiert, auf die stellvertretende Ebene (Vicarious) übertragen und theoretische Einflussfaktoren sowie Erklärungsansätze für diese Prozesse dargelegt.
3 Methoden: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, inklusive der Voruntersuchung, des experimentellen Designs der Hauptuntersuchung, der Stichprobenrekrutierung, der experimentellen Manipulationen und der eingesetzten psychologischen Messinstrumente.
4 Ergebnisse: Hier erfolgt die statistische Auswertung der Daten, wobei das Datenscreening, die Manipulationskontrolle und die Überprüfung der verschiedenen Hypothesenkomplexe mittels varianzanalytischer und regressionsanalytischer Verfahren dargestellt werden.
5 Diskussion: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse eingeordnet und interpretiert, kritisch gewürdigt, Einschränkungen aufgezeigt und Anregungen für zukünftige Forschungsarbeiten gegeben.
Vicarious Moral Licensing, Vicarious Moral Cleansing, moralische Selbstregulation, Ingroup-Identifikation, moralische Internalisierung, Konsistenzstreben, moralische Regulationsprozesse, Moral Credentials, evozierte Stimmungen, prosoziales Verhalten, Diktatorspiel, experimentelle Psychologie.
Die Diplomarbeit untersucht, ob das moralische Verhalten anderer Personen (z.B. von Mitgliedern der eigenen Gruppe) einen Einfluss darauf hat, wie moralisch oder unmoralisch wir uns selbst verhalten, insbesondere ob dies unser "Moralkonto" beeinflusst.
Zentral sind die sozialpsychologischen Effekte "Vicarious Moral Licensing" (moralische Rechtfertigung durch das Verhalten anderer) und "Vicarious Moral Cleansing" (Kompensation nach wahrgenommenem Fehlverhalten anderer).
Das Hauptziel ist die Replikation bisheriger Befunde zum Vicarious Moral Licensing sowie die Untersuchung des entgegengesetzten Effekts (Vicarious Moral Cleansing) in einer deutschen Stichprobe, unter Berücksichtigung potenzieller Moderatoren und Mediatoren.
Es wurde eine quantitative experimentelle Onlinestudie (Between-subjects-Design) durchgeführt, bei der Versuchspersonen fiktive Informationen über den moralischen Status der eigenen Gruppe erhielten, gefolgt von einer Verhaltensaufgabe (Spenden von Losen).
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Effekte, die detaillierte Beschreibung des methodischen Aufbaus, die statistische Auswertung der erhobenen Daten mittels Varianz- und Regressionsanalysen sowie eine kritische Diskussion der Ergebnisse.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie (Vicarious) Moral Licensing, Moral Cleansing, Ingroup-Identifikation, moralische Internalisierung und Konsistenzstreben aus.
Der Autor vermutet, dass die experimentelle Manipulation im gewählten Kontext der Fußball-Weltmeisterschaft möglicherweise zu schwach war oder die hohe allgemeine Spendenbereitschaft der Stichprobe die feinen Unterschiede in den experimentellen Bedingungen überlagert hat.
Die Attraktivität des Gewinns wurde kontrolliert, da sie als Störvariable fungieren könnte. Die Ergebnisse zeigten, dass sie zwar mit dem Spendenverhalten korreliert, aber nicht die zentralen Gruppeneffekte der experimentellen Manipulation überlagert hat.
Obwohl ein Einfluss nachweisbar war, konnte dieser nicht wie postuliert als Abschwächung der VMC-Effekte interpretiert werden, sondern war primär durch einen Effekt innerhalb der neutralen Kontrollgruppe geprägt, was die Interpretation im Sinne der Hypothese erschwerte.
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