Bachelorarbeit, 2016
50 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Konzeptioneller Hintergrund
2.1 Begriff und Entstehung von Aufsichtsratsausschüssen
2.2 Aufsichtsratsausschüsse als Element der Corporate Governance
2.2.1 Corporate Governance als Bezugsrahmen
2.2.2 Entwicklung des Deutschen Corporate Governance Kodex
2.3 Verhaltenswissenschaftliche Grundlagen
2.4 Schwächen der Aufsichtsratspraxis
3 Prüfungsausschüsse in deutschen Aktiengesellschaften
3.1 Regulatorische Grundlagen
3.2 Organisation und Zusammensetzung von Prüfungsausschüssen
3.3 Aufgaben von Prüfungsausschüssen
3.4 Anforderungen an die Ausschussmitglieder
3.4.1 Persönliche Voraussetzungen
3.4.2 Qualifikation
3.4.3 Unabhängigkeit
4 Effektivität von Ausschüssen im Aufsichtsrat
4.1 Nutzen und Konsequenzen aus der Implementierung von Ausschüssen
4.1.1 Vorteile einer Ausschussbildung gegenüber dem Gesamtgremium
4.1.2 Risiken einer Ausschussbildung
4.2 Evaluation der Ausschusseffektivität: Die Effizienzprüfung
5 Empirische Ergebnisse zur Ausgestaltung von Prüfungsausschüssen und ihrer Wirkung auf die Unternehmensperformance
5.1 Einfluss der Unabhängigkeit der Prüfungsausschussmitglieder
5.2 Einfluss der Finanz- und Branchenexpertise der Prüfungsausschussmitglieder
6 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht auf Basis theoretischer Grundlagen und empirischer Studien, ob der Einsatz von Aufsichtsratsausschüssen – speziell des Prüfungsausschusses – tatsächlich zu einer Effektivitätssteigerung der Unternehmensüberwachung im deutschen dualistischen System beiträgt.
2.3 Verhaltenswissenschaftliche Grundlagen
Der Einführung von Strukturen und Maßnahmen zur effizienten Unternehmensüberwachung liegen wesentliche verhaltenswissenschaftliche Phänomene der Unternehmensführung zugrunde. Die dominierende Theorie, welche insbesondere in den Corporate Governance Kodizes verankert ist, stellt die sogenannte Prinzipal-Agent-Theorie dar (vgl. Zattoni / Cuomo, 2010). Den Kerngedanken der Theorie bildet die Interessensdivergenz zwischen den Eigenkapitalgebern (Prinzipal) und dem Management (Agent) aufgrund einer asymmetrischen Informationsverteilung. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Akteure vordergründig opportunistisch und nutzenmaximierend handeln, wodurch Zielkonflikte zwischen ihnen entstehen.
Die Ursache solcher Zielkonflikte liegt häufig in der Trennung von Eigentum und Kapital, welche als spezifisches Merkmal börsennotierter Aktiengesellschaften bezeichnet werden kann. Die unterschiedliche Informationsverteilung konfrontiert den Principal mit Unsicherheit über das Verhalten des Agenten, weil er dessen Absichten nicht vollständig einschätzen kann („hidden action“) (vgl. Rössler, 2001). Im Ergebnis führt dies zur Gefahr, dass der Agent zum Nachteil des Prinzipals handelt („moral hazard“) (vgl. Rössler, 2001).
1 Einleitung: Beleuchtung der Relevanz von Corporate Governance durch Unternehmensskandale und Definition der Zielsetzung zur Effizienzsteigerung der Überwachung durch Ausschüsse.
2 Konzeptioneller Hintergrund: Erläuterung der Begriffe, Entstehungsgeschichte sowie theoretische Verankerung der Ausschussbildung in der Corporate Governance.
3 Prüfungsausschüsse in deutschen Aktiengesellschaften: Detaillierte Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen, Aufgabenbereiche und Anforderungen an die Ausschussmitglieder.
4 Effektivität von Ausschüssen im Aufsichtsrat: Diskussion der Vor- und Nachteile sowie Analyse der Methoden zur Evaluierung der Ausschusseffektivität mittels Effizienzprüfung.
5 Empirische Ergebnisse zur Ausgestaltung von Prüfungsausschüssen und ihrer Wirkung auf die Unternehmensperformance: Wissenschaftliche Untersuchung des Einflusses von Unabhängigkeit und Expertise der Mitglieder auf die Überwachungsqualität.
6 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Aufsichtsrat, Prüfungsausschuss, Corporate Governance, Unternehmensüberwachung, Prinzipal-Agent-Theorie, Effizienzprüfung, Unabhängigkeit, Finanzexpertise, Bilanzskandale, Aufsichtsratsausschüsse, Performance, Rechnungslegung, Compliance, Stewardship-Theorie, Audit Committee.
Die Arbeit analysiert die Effektivität von Aufsichtsratsausschüssen, insbesondere von Prüfungsausschüssen, als Instrument zur Stärkung der Unternehmensüberwachung in deutschen Aktiengesellschaften.
Die zentralen Themen umfassen die regulatorischen Grundlagen, die theoretische Fundierung durch ökonomische Theorien, die Anforderungen an Ausschussmitglieder sowie die Auswirkungen dieser Gremien auf die Performance.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, ob eine tatsächliche Effizienzsteigerung der Aufsichtsratsarbeit durch die Implementierung von Ausschüssen erreicht werden kann.
Es handelt sich um eine konzeptionelle Analyse, die auf einer fundierten Auswertung relevanter Fachliteratur und existierender empirischer Befunde aus dem In- und Ausland basiert.
Im Hauptteil werden der konzeptionelle Hintergrund, die spezifischen Anforderungen an Prüfungsausschussmitglieder (Person, Qualifikation, Unabhängigkeit) und die Effektivitätsdiskussion vertieft.
Sie zeichnet sich durch die Verknüpfung von juristischen Rahmenbedingungen mit verhaltenswissenschaftlichen Theorien und die Einordnung aktueller empirischer Ergebnisse in den deutschen Kontext aus.
Da er eine Schlüsselrolle bei der Kontrolle des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung innehat, gilt er als eines der wichtigsten Instrumente für das Vertrauen der Anleger.
Dies beschreibt das Risiko, dass Aufsichtsratsmitglieder, die nicht in einem Ausschuss sitzen, sich aufgrund der Vorarbeit der Ausschüsse unterfordert fühlen und unkritisch deren Empfehlungen übernehmen.
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