Masterarbeit, 2015
69 Seiten, Note: 1,7
1. Zur Bedeutung der Sicherung industrieller Produktionsarbeit für den Wirtschaftsstandort Deutschland
2. Entwicklung der heutigen Merkmale schlanker Produktionssysteme
2.1 Allgemeine Kennzeichnung schlanker Produktionssysteme
2.1.1 Aufgabe von Produktionssystemen
2.1.2 Abgrenzung schlanker Produktionssysteme
2.2 Das Toyota-Produktionssystem als Urtyp schlanker Produktionssysteme
2.2.1 Geboren aus der Notwendigkeit: Zur Entstehung der schlanken Produktion bei Toyota
2.2.2 Neuheit des Ansatzes: Weshalb sich Taylor und Toyota ähnlicher sind als häufig behauptet
2.3 Bedeutende Elemente der schlanken Produktion
2.3.1 Kaizen: Der kontinuierliche Verbesserungsprozess
2.3.2 Mitarbeiterfokussierung: Die wertvollste Ressource des Unternehmens
2.3.3 Arbeitsfluss: Fließende Prozesse erzwingen
2.3.4 Null-Fehlerprinzip: Qualität erzeugen anstatt zu „erprüfen“
2.4 Zur Erfolgswirkung der schlanken Produktion nach Toyota
3. Einzelne, aber miteinander verknüpfte Erfolgsfaktoren für den Unternehmenswandel zur schlanken Produktion
3.1 Das Verhalten der Beteiligten am organisatorischen Wandel als Erfolgsfaktor
3.1.1 Aktives Veränderungsmanagement: Die Grundlage der erfolgreichen Veränderung
3.1.2 Die Rolle der Führungskräfte: Zur Bedeutung der vorgelebten Veränderung
3.1.3 Mitarbeiter, Führungskräfte, und Betriebsrat: Gelungenes Miteinander oder misslungenes Gegeneinander
3.2 Das Umsetzungskonzept als Erfolgsfaktor des schlanken Produktionssystems
3.2.1 Zur Gestaltung des Einführungsprozesses: Erst denken, dann handeln
3.2.2 Unternehmensindividuelle Ausgestaltung: „Kapieren statt von Toyota kopieren“
3.2.3 Externe Berater: Wenn schlechter Rat teuer werden kann
3.3 Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor schlanker Produktionssysteme
3.3.1 Wenn das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile: Philosophie statt einzelne Methoden
3.3.2 Alle Unternehmensteile einbeziehen: Weshalb das schlanke Produktionssystem nicht nur die Produktion betrifft
3.3.3 Ein Projekt ohne Ende: Der nachhaltig gelebte kontinuierliche Verbesserungsprozess
3.4 Bedeutung eines übergreifenden erfolgssichernden Managements bei Umorganisationen
4. Controllingbegleitung als übergreifender Erfolgsfaktor für schlanke Produktionssysteme
4.1 Gestaltung der Controllingintegration in das schlanke Produktionssystem als Erfolgsfaktor
4.1.1 Weshalb es für den Erfolg wichtig ist den Controller von Beginn an einzubeziehen
4.1.2 Wie die Zusammenarbeit zwischen Controlling und dem Produktionsbereich gelingen kann
4.2 Koordination im Führungsbereich: Weshalb der Controller bei der Einführung schlanker Produktionssysteme unverzichtbar ist
4.2.1 Entscheidungsunterstützung des Managements bei der Verschlankung des Produktionssystems
4.2.2 Delegative Koordination als Erfolgsfaktor für schlanke Produktionssysteme
4.2.3 Sicherstellung von Entscheidungslogik als Erfolgsfaktor für schlanke Produktionssysteme
5. Industrie 4.0: Schlank war gestern – das Ende der Lean-Ära?
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die wesentlichen Erfolgsfaktoren für die Implementierung und nachhaltige Gestaltung schlanker Produktionssysteme (Lean Production) zu identifizieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, warum viele Unternehmen bei der Adaption dieses Konzepts hinter ihren Erwartungen zurückbleiben und wie ein ganzheitliches, erfolgssicherndes Management, insbesondere unter Einbeziehung des Controllings, den Wandel unterstützen kann.
2.3.1 Kaizen: Der kontinuierliche Verbesserungsprozess
Das zentrale Element für tägliche Produktivitätsgewinne steht unter dem japanischen Stichwort „Kaizen“, was so viel wie kontinuierliche Verbesserung in kleinen Schritten bedeutet.41) Ziel ist es im Tagesgeschäft permanent Verschwendung zu lokalisieren und nachhaltig zu beseitigen.42) Dies ist zugleich verbunden mit dem Zweck, robuste und störungsfreie Wertschöpfungsprozesse aufzubauen. Das geschieht selten durch scharfsinnige Methoden, sondern vielmehr durch Einsatz des „gesunden Menschenverstands“. Oftmals sind es viele kleine Verbesserungen, die in Summe große Effekte bewirken. Dabei soll jede erkannte Verbesserung eine Anpassung des bisher bestehenden Leistungsstandards nach sich ziehen und u. U. auch für andere Unternehmensbereiche übernommen werden.
Die Standardisierung von Arbeitsabläufen, Kommunikationswegen usw. ist die Basis für einen erfolgreichen Verbesserungsprozess. Standardisierung erfordert, dass die aktuell beste bekannte Vorgehensweise für eine bestimmte Tätigkeit exakt dokumentiert und visualisiert wird (z. B. durch eine detaillierte, bebilderte Arbeitsbeschreibung). Standards helfen komplexe Unternehmensprozesse für den Mitarbeiter beherrschbar zu machen und schützen ihn vor Überlastung. Ferner unterstützen sie eine effiziente bereichs- bzw. schnittstellenübergreifende Zusammenarbeit. Die Einhaltung von Standards ist daher zwingend notwendig. Gleichzeitig dürfen sie niemals starr sein. Wenn es im Alltagsgeschäft zu Abweichungen vom Standard kommt, ist dies ein Hinweis auf mögliches Optimierungspotenzial. Es muss sofort untersucht werden, ob der Prozess nicht gut genug beschrieben war oder ob eine bessere Vorgehensweise gefunden werden kann.
1. Zur Bedeutung der Sicherung industrieller Produktionsarbeit für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Dieses Kapitel erörtert die Relevanz der industriellen Produktion für den deutschen Wirtschaftsstandort und stellt das Konzept der schlanken Produktion als Antwort auf die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit dar.
2. Entwicklung der heutigen Merkmale schlanker Produktionssysteme: Hier werden die Grundlagen und wesentlichen Elemente schlanker Produktion erläutert, wobei insbesondere das Toyota-Produktionssystem als Urtyp und die Bedeutung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (Kaizen) hervorgehoben werden.
3. Einzelne, aber miteinander verknüpfte Erfolgsfaktoren für den Unternehmenswandel zur schlanken Produktion: Dieses Kapitel analysiert das Verhalten der Akteure beim Wandel, die Rolle der Führungskräfte sowie die Notwendigkeit, eine unternehmensspezifische Philosophie statt einer starren Kopie zu etablieren.
4. Controllingbegleitung als übergreifender Erfolgsfaktor für schlanke Produktionssysteme: Hier wird die Rolle des Controllings als unverzichtbare Unterstützung bei der Einführung schlanker Systeme beleuchtet, insbesondere hinsichtlich der Entscheidungsunterstützung und Koordination.
5. Industrie 4.0: Schlank war gestern – das Ende der Lean-Ära?: Das abschließende Kapitel setzt sich mit der Digitalisierung auseinander und diskutiert, inwieweit Industrie 4.0 das Ende oder eine evolutionäre Ergänzung des Lean-Konzepts darstellt.
Schlanke Produktion, Lean Production, Toyota-Produktionssystem, Erfolgsfaktoren, Kaizen, kontinuierliche Verbesserung, Veränderungsmanagement, Unternehmenskultur, Controlling, Prozessoptimierung, Wertschöpfung, Verschwendung, Standardisierung, Führung, Industrie 4.0
Die Master-Thesis beschäftigt sich mit den kritischen Erfolgsfaktoren für die Implementierung und den langfristigen Betrieb von schlanken Produktionssystemen in Unternehmen.
Die Schwerpunkte liegen auf den methodischen Grundlagen von Lean Production, der Bedeutung von Führung und Unternehmenskultur im Wandel, dem nachhaltigen kontinuierlichen Verbesserungsprozess sowie der strategischen Einbindung des Controllings.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum manche Unternehmen beim Wandel zur schlanken Produktion scheitern und welche Faktoren – jenseits der reinen Methoden – maßgeblich für einen dauerhaften Erfolg sind.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der Fachliteratur und verknüpft dabei managementtheoretische Ansätze mit den praktischen Erkenntnissen aus dem Toyota-Produktionssystem.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Merkmale schlanker Systeme, die Analyse der menschlichen und organisatorischen Erfolgsfaktoren für den Wandel sowie eine Untersuchung der Rolle des Controllings als Koordinator.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Lean Production, Kaizen, Veränderungsmanagement, Unternehmenskultur, Controlling und Prozessoptimierung beschreiben.
Die Arbeit betont, dass schlanke Produktion keine starre Checkliste ist, sondern aus einer unternehmenseigenen Philosophie entstehen muss; einfaches Kopieren führt oft nur zur Übernahme der Oberfläche, ohne die tieferliegenden Zusammenhänge zu adaptieren.
Der Controller fungiert als Berater und Koordinator, der das Management bei der Entscheidungsfindung unterstützt und sicherstellt, dass die Maßnahmen zur schlanken Produktion auf einer fundierten logischen Entscheidungsbasis stehen, statt nur kurzfristige Kennzahlen zu verfolgen.
Externe Berater werden nicht generell abgelehnt, aber kritisch hinterfragt, da sie häufig zu standardisierten "Methodenlastigkeit" neigen, während eine nachhaltige Veränderung nur durch den internen Lernprozess der Belegschaft gelingen kann.
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