Masterarbeit, 2015
115 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen der Forschungsarbeit
2.1 Elektromobilität
2.1.1 Begriffsklärung und Abgrenzung
2.1.2 Elektromobile Antriebskonzepte
2.1.3 Fahrleistung und Ladeinfrastruktur
2.1.4 Informationssysteme im Automobil
2.2 Reichweitenangst
2.2.1 Begriffsklärung
2.2.2 Forschungsstand
2.2.3 Ansätze zur Reduzierung
2.3 Stressforschung
2.3.1 Begriffsklärung
2.3.2 Allgemeines Anpassungssyndrom
2.3.3 Transaktionales Stressmodell
2.4 Akzeptanzforschung
2.4.1 Begriffsklärung
2.4.2 Theory of Reasoned Action
2.4.3 Theory of Planned Behavior
2.4.4 Technology Acceptance Model
3. Modelltheoretische Annahmen der Forschungsarbeit
3.1 Wirkungsbeziehungen
3.2 Forschungshypothesen
4. Methodik der Untersuchung
4.1 Forschungsdesign
4.1.1 Auswahl der Datenerhebungsmethode
4.1.2 Abhängige und unabhängige Variable
4.1.3 Festlegung des Auswahlverfahrens
4.2 Operationalisierung
4.2.1 Positive and Negative Affect Schedule
4.2.2 Primary Appraisal Secondary Appraisal
4.2.3 Attitude Toward the Behavior
5. Ablauf des Experiments
5.1 Vorbereitung
5.2 Instruktionen
5.2.1 Experimentalgruppe
5.2.2 Kontrollgruppe
5.3 Durchführung
6. Diskussion der Ergebnisse
6.1 Gütebeurteilung
6.2 Charakteristika der Probanden
6.3 Überprüfung der Hypothesen
6.3.1 Hypothese zur Bedrohungsbewertung
6.3.2 Hypothese zur Herausforderungsbewertung
6.3.3 Hypothese zum Selbstkonzept
6.3.4 Hypothese zur Kontrollüberzeugung
6.3.5 Hypothese zur Einstellung
6.4 Beantwortung der Forschungsfragen
7. Kritische Würdigung
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Informationssysteme dazu beitragen können, die bei Fahrern von Elektrofahrzeugen auftretende Reichweitenangst zu minimieren. Dabei wird Reichweitenangst als psychische Stressbelastung konzeptualisiert, deren kognitive Bewertungsprozesse durch die Bereitstellung relevanter Informationen positiv beeinflusst werden sollen. Ziel ist es, durch ein Feldexperiment mit einem batteriebetriebenen Elektrofahrzeug zu prüfen, ob die Nutzung solcher Systeme die wahrgenommene Bedrohung und Herausforderung senkt und somit die Akzeptanz der Elektromobilität fördert.
2.2.1 Begriffsklärung
Angst wird in der Psychologie als ein Grundgefühl menschlichen Erlebens und Verhaltens verstanden. Sie gehört zu den biologisch verankerten menschlichen Verhaltensweisen und hat für den Menschen eine sehr wichtige Schutzfunktion. Angst entsteht, wenn sich ein Individuum eingeengt, schutzlos oder bedroht fühlt. Mit ihr werden Vermeidungs- und Fluchtreaktionen aktiviert, die dazu führen sollen, der Bedrohung zu entfliehen (vgl. Mattejat et al. 2008, 242). Das Ausmaß der geäußerten Angst ist individuell verschieden und kann sich von sehr gering bis sehr stark äußern (vgl. Ratsak 2008, 1091). Es werden grundsätzlich zwei Formen unterschieden. Bei der Zustandsangst (engl. State Anxiety) empfindet man eine konkrete Situation als bedrohlich, wohingegen die Eigenschaftsangst (engl. Trait Anxiety) die Angst als Persönlichkeitsmerkmal beschreibt (vgl. Leitner 2009, 357). Der Begriff Angst ist nicht gleichzusetzen mit Furcht. In der Wissenschaft wird üblicherweise danach unterschieden, ob es eine offensichtliche Gefahrenquelle gibt, die auch als reale Bedrohung betrachtet werden kann. Ist die Gefahrenquelle offensichtlich, dann wird von Furcht gesprochen (zum Beispiel „Person A fürchtet sich vor Spinnen“). Bei Angst kann dagegen oft nicht angegeben werden, worin die Gefahr besteht (zum Beispiel „Person B hat Angst um die eigene Gesundheit“). Im Gegensatz zu Furcht ist Angst demgemäß ein komplexes Zusammenwirken unangenehmer Emotionen, die mehr in die Zukunft gerichtet als auch sehr viel diffuser sind als Furcht (vgl. Butcher et al. 2009, 223-224).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Elektromobilität ein, definiert Reichweitenangst als zentrales Hindernis für die Kundenakzeptanz und formuliert die Forschungsfragen zur Reduktion dieser Angst durch Informationssysteme.
2. Theoretische Grundlagen der Forschungsarbeit: In diesem Kapitel werden die theoretischen Basismodelle zu Elektromobilität, Reichweitenangst, Stress (Lazarus) und Akzeptanz (TRA, TPB, TAM) ausführlich dargestellt und diskutiert.
3. Modelltheoretische Annahmen der Forschungsarbeit: Hier werden die Wirkungsbeziehungen zwischen Informationssystemen, kognitiven Stressbewertungsprozessen und Einstellung sowie die daraus abgeleiteten Forschungshypothesen hergeleitet.
4. Methodik der Untersuchung: Dieses Kapitel begründet die Wahl des Feldexperiments als primäre Datenerhebungsmethode und erläutert die Operationalisierung der Variablen sowie das Forschungsdesign.
5. Ablauf des Experiments: Die Vorbereitung, Instruktionen für die Experimental- und Kontrollgruppe sowie die Durchführung des Feldtests mit einem batteriebetriebenen Elektrofahrzeug werden hier detailliert beschrieben.
6. Diskussion der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung, überprüft die Hypothesen anhand der Daten aus dem Feldexperiment und beantwortet die zentralen Forschungsfragen.
7. Kritische Würdigung: Der letzte Abschnitt reflektiert die methodischen Grenzen der Untersuchung, insbesondere hinsichtlich der Stichprobengröße, und gibt Anregungen für künftige Forschungsarbeiten.
Elektromobilität, Reichweitenangst, Informationssysteme, Stressforschung, Transaktionales Stressmodell, Akzeptanzforschung, Theory of Planned Behavior, Technology Acceptance Model, Feldexperiment, Kognitive Bewertung, Batterieladezustand, Navigationssystem, Fahrerverhalten, Stressindex, Kundenakzeptanz.
Die Arbeit untersucht, wie Informationssysteme in Elektrofahrzeugen eingesetzt werden können, um die sogenannte Reichweitenangst von Fahrern zu reduzieren und somit die Akzeptanz dieser Technologie zu erhöhen.
Die Schwerpunkte liegen in der Verknüpfung von Elektromobilität, Stressforschung (speziell dem Transaktionalen Stressmodell nach Lazarus), Akzeptanzforschung sowie Informationssystemforschung.
Das primäre Ziel ist es, durch ein Feldexperiment aufzuzeigen, dass die Bereitstellung relevanter Informationen durch Informationssysteme den kognitiven Stress-Bewertungsprozess beeinflusst und dadurch die Reichweitenangst senken kann.
Es wurde ein empirisches Feldexperiment mit zwei Gruppen (Experimental- und Kontrollgruppe) durchgeführt, um reale Stresssituationen im Kontext der Elektromobilität zu induzieren und mittels standardisierter Fragebögen sowie physiologischer Parameter zu messen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Aufstellung von fünf Forschungshypothesen zur Stressbewertung (Bedrohung, Herausforderung, Selbstkonzept, Kontrolle) sowie die anschließende statistische Überprüfung dieser Hypothesen mittels t-Tests und Regressionsanalyse.
Zentrale Begriffe sind Reichweitenangst, Stressinduktion, Informationssysteme im Automobil, Akzeptanz von Elektrofahrzeugen sowie die kognitive Bewertung nach dem Transaktionalen Stressmodell.
Die Ergebnisse zeigen, dass Informationssysteme, wie etwa eine Reichweitenanzeige oder Navigationssysteme, die Bedrohungsbewertung signifikant senken, da sie dem Fahrer Sicherheit über die verfügbare Kapazität und mögliche Handlungsalternativen vermitteln.
Obwohl die statistische Auswertung zeigt, dass Stress den stärksten Einfluss auf die Einstellung zur Nutzung eines Elektrofahrzeugs hat, konnte der direkte Effekt der Informationssysteme auf die Einstellung in dieser speziellen Untersuchung auf dem 5%-Signifikanzniveau nicht zweifelsfrei bestätigt werden, was der Autor auf die kleine Stichprobengröße zurückführt.
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