Bachelorarbeit, 2016
65 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Mehrsprachigkeit in Gesellschaft und Schule
3. Meine Mehrsprachigkeit
4. Grundbegriffe
4.1 Mehrsprachigkeit
4.2 Schulentwicklung
4.3 Unterrichtsentwicklung
4.4 Das Schulnetzwerk voXmi
5. Unterrichtsentwicklung im Kontext von Mehrsprachigkeit
5.1 Grundlagen für Unterrichtsentwicklung
5.2 Guter Unterricht als Kernbereich von Schulqualität (SQA)
6. Schulentwicklung im Kontext Mehrsprachigkeit
6.1 Unterrichts- und Schulentwicklung im Schulnetzwerk voXmi
6.2 Einblicke in die Praxis von voXmi
6.2.1 Praktische Beispiele in den voXmi-Schulen
6.2.2 Zusammenfassung und Schlussfolgerung für den eigenen Unterricht
7. Empirischer Teil
7.1 Forschungsdesign und Methoden
7.2 Erhebungsinstrumente
7.3 Vorstudie an zwei voXmi-Schulen
7.3.1 Die Rahmenbedingungen
7.3.2 Der Beobachtungsbogen
7.3.3 Auswertung und Ergebnisse
7.3.4 Schlussfolgerungen für die Gestaltung des eigenen Unterrichts
7.4 Der eigene Unterricht als zentraler Forschungsgegenstand
7.4.1 Die Rahmenbedingungen
7.4.2 Der Beobachtungsbogen
7.4.3 Auswertung und Ergebnisse
7.5 Zusammenfassung
8. Conclusio
Die Arbeit untersucht, wie Mehrsprachigkeit als Ressource im Unterrichtsgeschehen genutzt und durch das Schulnetzwerk voXmi gestärkt werden kann, wobei die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern trägt meine Mehrsprachigkeit dazu bei, dass ein mehrsprachiger Unterricht gelingen kann?“
3. Meine Mehrsprachigkeit
Meine Erstsprache ist Albanisch. Im Alter von vier Jahren bin ich zusammen mit meiner Familie im Zuge des Balkankriegs nach Österreich geflüchtet. Wir haben einige Tage in der Erstaufnahmestelle in Traiskirchen verbracht, wurden jedoch relativ rasch nach Linz in eine kleine Wohnung versetzt. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass sich meine Eltern mit der deutschen Sprache sehr schwer getan haben. Es gab lexikalische, morphologische und phonetische Unterschiede zur albanischen Sprache. Sie fühlten sich sehr überfordert und teilweise auch mit ihrer Unwissenheit im Stich gelassen. Dennoch versuchten sie durch viele Gespräche in deutscher Sprache einige Floskeln aufzunehmen, sodass sie im alltäglichen Leben vorankommen konnten.
Den ersten Kontakt mit der deutschen Sprache, der den Beginn meiner Mehrsprachigkeit darstellte, hatte ich durch das Fernsehen. Es liefen viele Zeichentrickserien auf Deutsch und diese schaute ich mir tagtäglich an und begann nach wenigen Tagen den Figuren im Fernseher nachzusprechen. Meine Mutter war ziemlich fasziniert davon, wie schnell ein Kind eine Sprache aufnehmen und nachsprechen kann. Meine Lieblingsserie, deren Wortschatz ich sehr rasch aufgenommen hatte, war "Prinzessin Sissi". Durch diese Serie bin ich auch rasch mit der österreichischen Kultur und Geschichte in Berührung gekommen.
Im Alter von 5 Jahren bin ich in den Kindergarten gekommen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass mich die Kinder sehr gut aufgenommen haben. Wir haben gespielt, gezeichnet und uns blendend verstanden – auch ohne Worte. Die Kinder schienen eher sehr neugierig zu sein, was ich überhaupt spreche und ob sie das vielleicht auch lernen dürfen. Ich muss ehrlich sagen, dass diese Begegnungen die schönsten waren. Es war völlig irrelevant, woher man kam, wie man aussah oder welche Religion man hatte. Man hatte sich als Mensch gern und dieses Gedankengut vermisse ich heutzutage in der Gesellschaft, in der Arbeitswelt und auch in der Schule sehr.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Realität der Mehrsprachigkeit an österreichischen Schulen und die Notwendigkeit, dieses Potenzial im Rahmen der „Sprachlichen Bildung“ zu fördern.
2. Mehrsprachigkeit in Gesellschaft und Schule: Dieses Kapitel thematisiert den gesellschaftlichen Wandel durch Migration und die Herausforderungen für ein oft starres Schulsystem.
3. Meine Mehrsprachigkeit: Die Autorin reflektiert ihre eigene Fluchtgeschichte und den persönlichen Prozess des Spracherwerbs sowie die Bedeutung der Wertschätzung der Erstsprache.
4. Grundbegriffe: Definitionen und Konzepte zu Mehrsprachigkeit, Schulentwicklung, Unterrichtsentwicklung sowie das Schulnetzwerk voXmi werden hier theoretisch fundiert.
5. Unterrichtsentwicklung im Kontext von Mehrsprachigkeit: Es werden Grundlagen für die Gestaltung eines sprachsensiblen Unterrichts und die Qualitätsmerkmale guten Unterrichts analysiert.
6. Schulentwicklung im Kontext Mehrsprachigkeit: Das Kapitel befasst sich mit den Ansätzen von Jim Cummins zum „Cooperative Empowerment“ und der praktischen Umsetzung innerhalb von voXmi.
7. Empirischer Teil: Die Autorin beschreibt das Forschungsdesign mittels Aktionsforschung, die Beobachtungen an voXmi-Schulen und die Evaluation des eigenen Unterrichts.
8. Conclusio: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst, wobei die Bedeutung der Lehrperson als Motivator und Brückenbauer für die Identitätsfindung der Kinder hervorgehoben wird.
Mehrsprachigkeit, Unterrichtsentwicklung, Schulentwicklung, voXmi, Aktionsforschung, Erstsprachenförderung, Interkulturalität, Sprachliche Bildung, Identitätsbildung, Migration, DaZ, Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte, Inklusion, Schulqualität, Sprachstandsbeobachtung.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Einbindung von Mehrsprachigkeit in österreichischen Schulen, mit dem Ziel, dieses Potenzial als wertvolle Ressource für alle Schülerinnen und Schüler zu nutzen.
Die zentralen Themen sind die Förderung mehrsprachiger Schülerinnen und Schüler, die Professionalisierung von Lehrkräften im Kontext von Diversität und der Austausch innerhalb des Schulnetzwerks voXmi.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, wie die eigene Mehrsprachigkeit der Lehrperson genutzt werden kann, um einen gelingenden, mehrsprachigen Unterricht zu gestalten, der Identität stärkt und Integration fördert.
Die Autorin wählte den Ansatz der Aktionsforschung, kombiniert mit einer Längsschnittstudie und Beobachtungen in voXmi-Schulen sowie dem eigenen Unterricht.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Mehrsprachigkeit und Unterrichtsentwicklung sowie einen umfangreichen empirischen Teil, in dem Beobachtungen ausgewertet und reflektiert werden.
Kernbegriffe sind Mehrsprachigkeit, Aktionsforschung, voXmi, Schulentwicklung, Interkulturalität und die Förderung von Identität durch Wertschätzung der Erstsprache.
Das Netzwerk dient als wesentliche Inspirationsquelle und Unterstützung, um praktische Modelle für den Unterricht zu entwickeln und sich mit anderen Lehrkräften auszutauschen.
Basierend auf ihrer eigenen Biografie betont die Autorin, dass die Anerkennung der Erstsprache die Identität festigt und entscheidend zur Motivation und zum Schulerfolg beiträgt.
Die Beobachterinnen bestätigten, dass die Einbindung von Sprachen motivierend wirkte, wiesen jedoch darauf hin, dass dies aufgrund des Zeitdrucks im regulären Unterricht oft projektbezogen bleibt.
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