Examensarbeit, 2004
158 Seiten, Note: 10 Punkte
Einführung ins Thema
Kapitel 1
Das Nibelungenlied
1.1 Inhalt
1.2 Entstehung
1.3 Handschriften
1.4 Autor
Kapitel 2
Theoretischer Teil
2.1 Einführung in die Valenztheorie
2.1.1 Verben und ihre Mitspieler
2.1.2 Typen von Valenzrahmen
2.1.3 Die Binnenstruktur von Valenzrahmen
2.2 Die Methode der satzsemantischen Kollokationsanalyse
2.2.1 Kollokationsauswertung nach Bergenholtz
2.2.2 Satzsemantische Funktionen der Bezugsstellen
2.2.3 Zusätze zum untersuchten Lexem
Kapitel 3
Der Begriff „Lîp“
3.1 Lesarten von „Lîp“
3.2 Untersuchung zu Phraseologismusverdacht
Kapitel 4
Katalog
4.1 Aufbau des Katalogs
4.1.1 Fundort
4.1.2 Mittelhochdeutsche Textstelle
4.1.3 Übersetzung
a) Brackert
b) Genzmer
4.1.4 Linguistische Analyse
a) Attribut
b) Valenz
c) Tiefenkasus
4.1.5 Übersetzung von „lîp“
a) Brackert
b) Genzmer
c) bevorzugte Übersetzung
4.1.6 Kommentar
4.2 Katalog
Fazit
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der „lîp“-Kollokationen im Mittelhochdeutschen unter Anwendung einer empirischen Methode am Nibelungenlied. Dabei wird erforscht, inwiefern sich durch eine satzsemantische Kollokationsanalyse die verschiedenen Lesarten und die zugrunde liegenden semantischen Funktionen des Begriffs „lîp“ präzise erfassen lassen.
1.1 Inhalt
Das Nibelungenlied besteht aus 39 Aventiuren und ist in zwei Teile gegliedert. Die Aventiuren 1 bis 19 erzählen die Geschichte von Siegfried und Kriemhild, die Aventurien 20 bis 39 berichten von Kriemhilds Rache an den Nibelungen.
Die Handlung des Nibelungenliedes erstreckt sich über einen Zeitraum von ungefähr 40 Jahren, von denen höchstens einige Wochen wirklich erzählt und mit Handlung erfüllt sind, die übrige Zeit ist in der Darstellung ausgespart. Das Epos beginnt mit der Vorstellung der Burgundin Kriemhild, Tochter Utes und Schwester der Burgunderkönige Gunther, Gernot und Giselher, mit denen sie in Worms lebt. Hagen von Tronje, sein Bruder Dankwart, Ortwin von Metz, Gere, Eckewart, Volker von Alzey, Rumold, Sindold und Hunold sind die Gefährten der drei Könige. Kriemhild hat einen Traum, in welchem zwei Adler einen von ihr abgerichteten Falken zerreißen. Ihre Mutter deutet den Traum auf einen geliebten Mann, dem früher Tod droht, Kriemhild jedoch weist jeden Gedanken an Liebe von sich.
Siegfried ist der Sohn von Sieglinde und König Sigmund und wuchs in Xanten am Niederrhein auf. Seine Eltern erzogen ihn sorgfältig zum vorbildlichen Ritter. Seine Schwertleihe wird durch ein großes Fest gefeiert. Als er von der Schönheit Kriemhilds erfährt, fasst er den Entschluss, um sie zu werben. So zieht er nach Worms, wo er Gunther zum Zweikampf um Land und Herrschaft herausfordert, sich aber noch einmal besänftigen lässt. Er wird danach als Gast am Hof willkommen geheißen. Siegfried lebt daraufhin einige Zeit in der Hoffnung bei den Burgundern, eines Tages um Kriemhilds Hand anhalten zu können.
Einführung ins Thema: Überblick über das Nibelungenlied als Heldenepos und Vorstellung der Fragestellung zur „lîp“-Kollokation.
Kapitel 1: Deskription des Nibelungenliedes, seiner Entstehung, Überlieferungsgeschichte und der Bedeutung des anonymen Verfassers.
Kapitel 2: Theoretische Fundierung der Valenztheorie und Erläuterung der angewandten Methode der satzsemantischen Kollokationsanalyse.
Kapitel 3: Analyse der verschiedenen Lesarten von „lîp“ und Prüfung auf phraseologische Strukturen innerhalb des Textes.
Kapitel 4: Detaillierter Katalog der untersuchten Textstellen inklusive linguistischer Analysen und Übersetzungsvergleichen.
Nibelungenlied, Mittelhochdeutsch, lîp, Valenztheorie, Kollokationsanalyse, Satzsemantik, Phraseologie, Heldenepos, Linguistische Analyse, Textstellen, Etzel, Kriemhild, Siegfried, Tiefenkasus.
Die Arbeit untersucht die Verwendung und Bedeutung des Begriffs „lîp“ im Nibelungenlied durch eine empirische linguistische Analyse.
Die Themenfelder umfassen die Valenztheorie, die phraseologische Untersuchung von Wortverbindungen und die semantische Erschließung des Begriffs „lîp“ im Kontext.
Das Ziel ist es, die systematische Erfassung der verschiedenen Lesarten von „lîp“ anhand von Textbelegen und Übersetzungsvarianten zu demonstrieren.
Es wird eine satzsemantische Kollokationsanalyse unter Einbeziehung von Valenzmodellen und einer Einordnung in Tiefenkasusklassen genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Analyse der Begriffslesarten und einen umfangreichen Katalog mit Einzelanalysen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kollokationsanalyse, Valenztheorie, Mittelhochdeutsch, Nibelungenlied und Phraseologie charakterisieren.
Während „lîp“ im Mittelhochdeutschen eine ganzheitliche Verbindung von Leib, Seele und Leben beschreibt, ist dieser Begriff im modernen Deutsch semantisch enger auf den körperlichen Aspekt begrenzt.
Bei Übersetzungen wie denen von Genzmer wird deutlich, dass sprachliche Entscheidungen oft durch das Reimschema des Originals beeinflusst wurden, was die Wahl bestimmter Lesarten für „lîp“ erklärt.
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