Masterarbeit, 2014
81 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die konstruktivistische Lerntheorie
2.1 Wie funktioniert Lernen?
2.2 Die konstruktivistische Perspektive
2.3 Konstruktivistische Lerntheorie und didaktisches Design
3 E-Learning gestern und heute
3.1 Gestern: Von Leserädern und Teaching Machines
3.2 Heute (oder doch erst morgen?): "E-Learning 2.0"
3.3 Zum Begriff des E-Learning
3.4 Potentiale von E-Learning
3.5 Die Lernplattform Moodle
4 Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung
4.1 Präzisierung des Leitbilds der Nachhaltigkeit
4.2 Theoretische Modelle: schwache und starke Nachhaltigkeit
5 Bildung für nachhaltige Entwicklung
5.1 Entwicklung der Bildung für nachhaltige Entwicklung
5.2 Das Verhältnis der BNE zur Umweltbildung
5.3 Der Kompetenzbegriff
5.4 Schlüsselkompetenzen und Gestaltungskompetenz
5.5 Kritik an der Bildung für nachhaltige Entwicklung
6 Das E-Learning-Modul
6.1 BNE mit E-Learning
6.2 Themen und Inhalte
6.3 Lernmethoden und Organisation des Lernarrangements
7 Evaluation des E-Learning-Moduls
8 Fazit und Ausblick
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines E-Learning-Moduls an der Schnittstelle von Stadt und Nachhaltigkeit, basierend auf konstruktivistischen Lerntheorien und den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), um Gestaltungskompetenz zu fördern.
2.1 Wie funktioniert Lernen?
Lerntheorien befassen sich mit der Beschreibung und Erklärung von Lernprozessen. Sie versuchen Aufschluss darüber zu geben, wie Lernen funktioniert und was die Voraussetzungen für erfolgreiche Lernprozesse sind, und können somit Orientierung für didaktische Konzeptionen und didaktisches Design bieten. Es existieren drei etablierte, große Lerntheorien: Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus. Eine Neuentwicklung in der Theorielandschaft ist der Konnektivismus, welcher Lernen im digitalen Zeitalter betrachtet und dieses als Herstellung von Verbindungen ansieht. Der Konnektivismus ist allerdings noch nicht vollständig ausformuliert und seine Anerkennung als eigenständige Theorie umstritten. Reinmann bewertet ihn eher als Weiterentwicklung oder Variante des Konstruktivismus, welcher auf die sozialen Bedingungen von Lernen fokussiert (vgl. Reinmann 2013, S. 138, 141).
Reinmann sieht die Lerntheorien generell als nicht gegeneinander, sondern nebeneinander stehend, da Lernen ein so komplexes Phänomen sei, dass eine einzige Lerntheorie nicht ausreiche, um es angemessen zu erklären. Neuere Lerntheorien wie der Konstruktivismus verdrängten dementsprechend nicht die älteren Theorien Behaviorismus und Kognitivismus, sondern zeigten vielmehr deren Schwächen und begrenzte Geltungsbereiche auf, setzten neue Akzente und fokussierten auf andere Schwerpunkte von Lernprozessen (vgl. ebd. 131-133.) Beispielsweise kritisiere der Konstruktivismus die Vernachlässigung sozialer, motivationaler und emotionaler Aspekte des Lernens im Kognitivismus (vgl. Rey 2009, S. 3334). Eine trennscharfe Abgrenzung der unterschiedlichen Lerntheorien hält Reinmann ohnehin für oftmals schwierig, da theoretische Entwicklungen in der Wissenschaft meist kontinuierlich verliefen und dementsprechend häufig Übergangs- und Mischformen von Theorien vorlägen (vgl. Reinmann 2013, S. 133).
Die vorliegende Arbeit orientiert sich vornehmlich an konstruktivistischen Vorstellungen von Lernen, schließt sich aber der pragmatischen Sichtweise von Reinmann insofern an, als dass Sichtweisen und Erkenntnisse anderer Lerntheorien nicht grundsätzlich abgelehnt, sondern als Bereicherung aufgenommen werden – eine Herangehensweise, die aus einer konstruktivistischen Denkweise heraus nur folgerichtig erscheint, da eine Lerntheorie, die die Perspektivität betont, sich dementsprechend offen für unterschiedliche Sichtweisen zeigen sollte. Da der Konstruktivismus aber die richtungsweisende Leitlinie für die Konzeption und das Design des Moduls darstellt, wird nur diese Lerntheorie im Folgenden ausführlicher beleuchtet.
1 Einleitung: Vorstellung des Projekts zur Erstellung eines E-Learning-Moduls an der Schnittstelle von Stadt und Nachhaltigkeit.
2 Die konstruktivistische Lerntheorie: Erörterung der lerntheoretischen Grundlagen, die das didaktische Design des Moduls leiten.
3 E-Learning gestern und heute: Analyse der historischen Entwicklung von Lerntechnologien und der Rolle des Web 2.0.
4 Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung: Klärung der Begriffe und Vorstellung der Theorie der starken Nachhaltigkeit.
5 Bildung für nachhaltige Entwicklung: Beleuchtung des BNE-Konzepts, des Kompetenzbegriffs und der Gestaltungskompetenz.
6 Das E-Learning-Modul: Konkretisierung der Themen, Inhalte und Lernmethoden für das geplante Kursmodul.
7 Evaluation des E-Learning-Moduls: Darlegung des Evaluationsansatzes zur Qualitätssicherung und -entwicklung.
8 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Reflexion der Verknüpfung von E-Learning und BNE.
Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, E-Learning, Konstruktivismus, Gestaltungskompetenz, Nachhaltigkeit, Moodle, E-Learning 2.0, Stadt, Kompetenzerwerb, didaktisches Design, soziale Interaktion, Kollaboration, Schlüsselkompetenzen, Evaluation.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und didaktischen Gestaltung eines E-Learning-Moduls zum Thema Stadt und Nachhaltigkeit auf Basis konstruktivistischer Prinzipien.
Die zentralen Felder umfassen konstruktivistische Lerntheorien, aktuelle E-Learning-Formen (Web 2.0), die Theorie der starken Nachhaltigkeit sowie das Konzept der Gestaltungskompetenz in der BNE.
Das Ziel ist es, ein didaktisch fundiertes E-Learning-Modul zu entwickeln, das Studierenden hilft, Fachwissen zu erwerben und Gestaltungskompetenz im Sinne der Nachhaltigkeit zu entwickeln.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse zur Theoriebildung sowie die deduktive Ableitung eines didaktischen Konzepts für E-Learning-Settings.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen des Lernens und der Nachhaltigkeit, verknüpft diese mit E-Learning-Technologien (speziell Moodle) und spezifiziert deren Anwendung in einem Kursmodul.
Bildung für nachhaltige Entwicklung, Konstruktivismus, E-Learning, Gestaltungskompetenz und Moodle.
Moodle wird aufgrund seiner lerntheoretischen Flexibilität, des offenen Quellcodes (Open Source) und der vielfältigen kollaborativen Funktionen gewählt, die einen konstruktivistischen Ansatz unterstützen.
Starke Nachhaltigkeit (nach Döring und Ott) fordert, dass Naturkapital nicht durch Sachkapital ersetzt werden darf, während schwache Nachhaltigkeit eine solche Substitution unter Bedingungen ökonomischer Prosperität für zulässig hält.
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