Examensarbeit, 2015
60 Seiten, Note: 1,5
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2.1 Moralische Konflikte
2.2 Moralische Dilemmata
2.2.1 Gibt es moralische Dilemmata überhaupt?
3. Grundlegendes zu Tierversuchen
3.1 Definition und das Tierschutzgesetz
3.2 Geschichte der Tierversuche
3.3 Zahlen
3.4 Einsatzbereiche der Tierversuche
3.5 Tierversuche für Kosmetik
3.6 Alternativen zu Tierversuchen
3.6.1 Grenzen der Alternativmethoden
3.7 Übertragbarkeit auf den Menschen
4. Philosophische Ansätze zur Tierethik
4.1 Klassischer Anthropozentrismus
4.2 Biozentrismus
4.3 Albert Schweitzer
4.4 Pathozentrismus
4.5 Die Position Peter Singers
4.6 Position Tom Regans
4.7 Position Ursula Wolfs
4.8 Die Position Jean-Claude Wolfs
5. Zur ethischen Vertretbarkeit von Tierversuchen
5.1 Rechtliche Beurteilung zur ethischen Vertretbarkeit von Tierversuchen
5.2 Tierethische Positionen zur Beurteilung der ethischen Vertretbarkeit von Tierversuchen
6. Konklusion: Tierversuche: Moralische Dilemmata?
7. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Dimension von Tierversuchen und hinterfragt, ob es sich bei dem Konflikt zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und Tierschutz um ein unauflösbares moralisches Dilemma handelt. Im Fokus steht dabei die philosophische Analyse der verschiedenen ethischen Ansätze sowie die rechtliche und praxisorientierte Bewertung der Anwendung an Tieren.
1. Einleitung
Sie werden verbrannt, verbrüht, erdrosselt, eingefroren und wieder aufgetaut, erstickt, mit Elektroschocks traktiert, Hitze und Kälte sowie Hunger und Durstversuchen ausgesetzt, [...] man vergiftet sie mit Chemikalien, was Schüttelkrämpfe, Erbrechen, Fieber, Durchfall, Lähmungen [...] und schließlich den Tod zur Folge hat.1
Dieser Auszug aus einem Zeitungsartikel handelt von Experimenten mit Tieren in der Forschung. Die Wissenschaftler, die derartige Versuche mit Tieren durchführen, sind nicht –wie man glauben könnte– besonders grausam oder sadistisch, sie führen diese Experimente durch, um Leben zu retten oder zu verlängern.2 Die immer lauter werdende öffentliche Kritik fordert seinen Preis, spätestens seit den geheimen Aufzeichnungen, die im September 2014 veröffentlicht wurden. Dieses aktuelle Beispiel des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik3 in Tübingen und das damit einhergehende öffentliche Interesse, zeigt, dass der Streit um Tierversuche „zu einem gravierenden gesellschaftlichen Konflikt geworden“4 ist. Das renommierte MPI ist bekannt für seine Forschung im Auftrag der Wissenschaft. Wegen der geheimen Aufzeichnungen, die von Tierschützern in einem Labor des MPIs aufgezeichnet worden sind und bei „Stern TV“ am 10. September 2014 ausgestrahlt wurden, ging eine Welle der Empörung durch Deutschland und der ganzen Welt. Die Bilder zeigen Tests mit Rhesus-5 und Javaneraffen6, die von Wissenschaftlern untersucht werden, um die Funktionsweise des Gehirns der Affen besser zu verstehen. Es sind blutverschmierte Affen mit offenen Wunden zu sehen, Affen die erbrechen und traumatisiert sind. Die bekannte Primatenforscherin Jane Goodall äußerte sich zu den Tierversuchen in Tübingen folgendermaßen: Ich muss sagen, dass ich selten so sehr schockiert war wie von diesen Experimenten – und die Tatsache, dass diese ‚Grundlagenforschung‘ von einem derartig respektierten und renommierten Institut wie dem Max-Planck-Institut durchgeführt wurde, ist sogar noch schockierender.7
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Tierversuchen ein, beleuchtet das öffentliche Interesse anhand von Beispielen und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Existenz moralischer Dilemmata.
2. Moralische Konflikte – moralische Dilemmata: Dieses Kapitel differenziert zwischen moralischen Konflikten und echten moralischen Dilemmata und hinterfragt die Existenz letzterer aus philosophischer Sicht.
3. Grundlegendes zu Tierversuchen: Hier werden Definitionen, die Geschichte, Statistiken, Einsatzbereiche und alternative Methoden unter Einbeziehung des Tierschutzgesetzes dargelegt.
4. Philosophische Ansätze zur Tierethik: Dieses Kapitel stellt bedeutende philosophische Theorien zur Tierethik vor, darunter den Anthropozentrismus, Pathozentrismus und Ansätze bekannter Ethiker.
5. Zur ethischen Vertretbarkeit von Tierversuchen: Der Abschnitt diskutiert die rechtliche Lage und die ethische Rechtfertigung von Tierversuchen auf Basis der zuvor erläuterten philosophischen Positionen.
6. Konklusion: Tierversuche: Moralische Dilemmata?: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass es sich um einen lösbaren moralischen Konflikt handelt, jedoch nicht um ein genuines Dilemma.
7. Bibliographie: Das Literaturverzeichnis listet alle verwendeten Quellen und Internetverweise auf.
Tierversuche, Tierethik, Moralische Dilemmata, Tierschutzgesetz, Grundlagenforschung, Alternativmethoden, in vitro, Speziesismus, Utilitarismus, Leidensfähigkeit, Mensch-Tier-Verhältnis, Anthropozentrismus, Pathozentrismus, Biozentrismus, 3R-Regel
Die Arbeit beschäftigt sich mit der moralischen Bewertung von Tierversuchen und der Frage, ob diese in ein moralisches Dilemma führen.
Zu den zentralen Themen gehören die ethischen Ansätze zur Tierethik, die Geschichte der Tierversuche, aktuelle gesetzliche Regelungen und das Potenzial von Alternativmethoden.
Das Ziel ist es, den Konflikt zwischen medizinischem Nutzen und Tierleid philosophisch zu analysieren und zu klären, ob es sich um ein unlösbares Dilemma handelt.
Die Autorin/der Autor wendet eine philosophische Analyse an, die verschiedene ethische Theorien gegenüberstellt und auf die Praxis der Tierexperimente anwendet.
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen philosophischen Positionen (u.a. Singer, Regan, Schweitzer) sowie der praktischen Anwendung und der Übertragbarkeit von Tierversuchsergebnissen auf den Menschen.
Kernbegriffe sind Tierversuche, Tierethik, Leidensfähigkeit, 3R-Regel und moralische Dilemmata.
Die Positionen sind vielfältig: Während manche wie Tom Regan dies kategorisch als Verletzung von Tierrechten ablehnen, plädieren utilitaristische Ansätze wie die von Peter Singer für eine strenge Interessenabwägung.
Die 3R-Regel (replace, reduce, refine) dient als Strategie, um Tierversuche zu vermeiden, zu vermindern und die Belastung für die Tiere bei notwendigen Versuchen zu verfeinern.
Er dient als historisches Beispiel, das die Gefahren und Fehlbarkeiten der Übertragung von Ergebnissen aus Tierversuchen auf den Menschen verdeutlicht.
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