Masterarbeit, 2015
113 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
1.1 Forschungsinteresse
1.2 Forschungsstand
1.3 Aufbau der Untersuchung
2. Das deutsche Berufsbeamtentum
2.1 Kurze Geschichte des Beamtentums
2.2 Die Föderalismusreform I
2.2.1 Änderung der Gesetzgebungskompetenz
2.2.2 Gesetzliche Regelungen auf Bundesebene
3. Theoretischer Rahmen
3.1 Finanzielle Leistungsfähigkeit
3.2 Parteienwettbewerb
3.3 Institutionelle Faktoren
4. Die Dienstrechtsreformen der Länder
4.1 Baden-Württemberg
4.2 Bayern
4.3 Brandenburg
4.4 Rheinland-Pfalz
4.5 Sachsen
5. Analyse der Länderentscheidungen
5.1 Finanzielle Leistungsfähigkeit
5.1.1 Laufbahnrecht
5.1.2 Besoldungs- und Versorgungsrecht
5.1.3 Die Verschuldung der Bundesländer
5.1.4 Bewertung
5.2 Parteienwettbewerb
5.2.1 Laufbahnrecht
5.2.2 Besoldungs- und Versorgungsrecht
5.2.3 Bewertung
5.3 Institutionelle Faktoren
5.3.1 Parteiensysteme
5.3.2 Regierungen
5.3.3 Parlamente und ihre Beziehungen zu den Regierungen
5.3.4 Bewertung
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Folgen der Föderalismusreform I für das deutsche Beamtenrecht und analysiert, in welchem Umfang die Bundesländer von ihren neuen Gesetzgebungskompetenzen Gebrauch gemacht haben. Das Hauptziel ist die politikfeldanalytische Klärung, ob sich das deutsche Föderalismusmodell in Richtung einer stärkeren Ausdifferenzierung und Asymmetrie entwickelt oder ob weiterhin der inkrementelle Wandel dominiert.
3.1 Finanzielle Leistungsfähigkeit
Gemäß der sozioökonomischen Schule sind Regierungen gezwungen, mit geringem Gestaltungsspielraum auf verschiedene soziale und wirtschaftliche Herausforderungen zu reagieren (Zöllner 1963: 158). Sie erklärt somit, welche langfristigen sozioökonomischen Entwicklungen Zwänge für die Politik setzen (Schmidt 1997: 578). Die sozioökonomische Schule stellt den ersten und ältesten maßgeblichen Theoriestrang der Wohlfahrtsstaatsforschung dar (Schmidt/Ostheim 2007: 29). Vertreter dieser Schule sind neben Karl Marx und Harold Wilensky mit ihren Theorien der kapitalistischen Industriegesellschaft (Marx 1970; Wilensky 1975) vor allem Adolph Wagner, der das Wagner’sche Gesetz der wachsenden Staatsausgaben entwickelte (Wagner 1893, 1911), und Detlev Zöllner mit Analysen zur wohlfahrtsstaatlichen Politik (Zöllner 1963). Anwendung finden sozioökonomische Ansätze vor allem in Studien über die politisch-ökonomische Entwicklung, die staatlichen Eingriffe in das Arbeitsleben und die Staatsfinanzen (Schmidt 1993: 373).
Das Tätigwerden des Staates führen die Vertreter der Schule auf die Existenz und den Wandel bestimmter sozialer und ökonomischer Rahmengrößen zurück (Reiter/Töller 2014: 38). In der Theoriefamilie dominieren deshalb vor allem bedarfs- und ressourcenbasierte Erklärungen von Politikinhalten (Schmidt/Ostheim 2007: 29). Das Interesse fokussiert sich auf Veränderungen staatlichen Handelns vor dem Hintergrund sozialer und ökonomischer Entwicklungen. Als potenzielle Erklärungsvariablen werden hierbei beispielsweise das Wirtschaftswachstum, die Verteilung materieller Ressourcen, gesellschaftliche Bedarfslagen oder der demografische Wandel herangezogen (Reiter/Töller 2014: 38). Die in dieser Arbeit herangezogene Rahmengröße stellen ökonomische Sparzwänge (sog. Austerität) dar, die infolge öffentlicher Verschuldung entstanden sind.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Forschungsinteresse an der Ausdifferenzierung des Beamtenrechts nach der Föderalismusreform, den Forschungsstand und den Aufbau der Untersuchung.
2. Das deutsche Berufsbeamtentum: Dieses Kapitel liefert einen historischen Überblick über das Beamtentum und beschreibt die Entstehung sowie die legislativen Änderungen durch die Föderalismusreform I.
3. Theoretischer Rahmen: Es werden die für die Arbeit maßgeblichen Theorien – finanzielle Leistungsfähigkeit, Parteienwettbewerb und institutionelle Faktoren – als analytisches Instrumentarium eingeführt.
4. Die Dienstrechtsreformen der Länder: Hier werden die konkreten Reformschritte und Ausgestaltungen in den ausgewählten Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen dargestellt.
5. Analyse der Länderentscheidungen: Das Kapitel verknüpft die Reformdaten mit den theoretischen Variablen, um den Einfluss von Finanzen, Parteienwettbewerb und Institutionen empirisch zu prüfen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen der Föderalismusreform auf die Eigenstaatlichkeit der Länder sowie die Zukunft des Beamtenrechts.
Föderalismusreform, Beamtenrecht, Besoldung, Laufbahnrecht, Austerität, Parteienwettbewerb, Landespolitik, Staatstätigkeitsforschung, Haushaltskonsolidierung, Schuldenbremse, Beamtenstatusgesetz, Verwaltungsreform, Politische Steuerung, Föderaler Wettbewerb.
Die Arbeit analysiert, wie die deutschen Bundesländer die durch die Föderalismusreform I gewonnene Gestaltungskompetenz im Beamtenrecht genutzt haben und ob dabei eine Ausdifferenzierung zwischen den Ländern stattgefunden hat.
Die Arbeit fokussiert sich auf das Laufbahnrecht sowie das Besoldungs- und Versorgungsrecht der Landesbeamten und untersucht die Einflüsse von Haushaltslage, Parteien und Institutionen.
Ziel ist es zu klären, in welchem Umfang die Länder eigene Wege beschritten haben oder auf bewährte Koordinationsinstrumente zurückgriffen und ob die politische Steuerung stärker durch finanzielle Zwänge oder parteipolitische Programme geprägt ist.
Die Arbeit nutzt Methoden der vergleichenden Staatstätigkeitsforschung, kombiniert mit einer politikfeldanalytischen Untersuchung von Gesetzesvorhaben, Wahlprogrammen und Haushaltsdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Länderreformen, die theoretische Rahmung durch sozioökonomische und parteitheoretische Ansätze sowie eine detaillierte Analyse der jeweiligen Länderspezifika hinsichtlich ihrer Beamtenpolitik.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Föderalismusreform, Beamtenrecht, Austerität, Haushaltskonsolidierung und Parteienwettbewerb definiert.
Bayern implementierte ein leistungsbezogenes System inklusive Sonderzahlungen und einer Einheitslaufbahn, während Rheinland-Pfalz stark auf die Deckelung der Besoldungsanpassungen zur Haushaltskonsolidierung setzte.
Die Schuldenbremse wirkt als „fiskalische Zwangsjacke“, die den Handlungsspielraum der Länder für Ausgabenerhöhungen einschränkt und Konsolidierungsmaßnahmen primär auf die Personalausgaben konzentriert.
Die Arbeit diskutiert die Befürchtungen von Experten wie Arthur Benz, dass die Reform zu einer Entflechtungsfalle führen könnte, und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Wettbewerb und der Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse.
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