Bachelorarbeit, 2016
63 Seiten, Note: 1,7
1 Ernährung
1.1 Ernährungssituation
1.2 Essverhalten
2 Wandel der gesellschaftlichen Strukturen
2.1 Individualisierte Gesellschaft
2.2 Wertewandel
2.2.1 Schlankheitsideal
2.2.2 Megatrend Gesundheit - Gesundheitsstreben
2.3 Essen als individuelle Freiheit versus sozialer Zwang
2.4 Gesundheitsbegründete Anforderungen an das Individuum
2.5 Affektkontrolle
3 Einflüsse auf das Individuum
3.1 Auswirkung der Beziehung auf das Selbstkonzept
3.2 Übernehmen von Ernährungstrends
3.3 Identitätsfindung
3.3.1 Anerkennung
3.3.2 Ernährung als Statussymbol
4 Informationsverhalten von Verbrauchern
4.1 Anpassung an Versorgungsströme und Notwendigkeit zur Differenzierung
4.2 Informationsgläubigkeit und Organisation des Informationschaos‘
4.3 Handlungsfähigkeit durch Faustregeln und konkurrierende Bildprogramme
4.4 Informationsflut führt zur Unsicherheit
5 Selbstoptimierung
5.1 Sicherheit durch persönliche Leistung
5.2 Hilfestellung zur verstärkten Affektkontrolle über Smartphone Applikationen
5.2.1 Bedürfnis nach Anerkennung über soziale Netzwerke
5.2.2 Selbstoptimierungsdrang
5.3 Intensive Auseinandersetzung mit Essen führt zu gestörtem Essverhalten
5.3.1 Phänomen Orthorexia nervosa
5.3.2 Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl
5.3.3 Auswirkungen der Fixierung auf die gesunde Ernährungsweise
6 Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Druck zur gesunden Ernährung, dem daraus resultierenden Wunsch nach Selbstoptimierung und der Entstehung von individuellem Zwang im Ernährungsverhalten. Es wird analysiert, wie moderne Technologien und soziale Netzwerke diesen Prozess beeinflussen und zu potenziell gestörten Essmustern wie Orthorexia nervosa führen können.
5.2.1 Bedürfnis nach Anerkennung über soziale Netzwerke
In der Zeit der heutigen Informationsgesellschaft ist es den Menschen möglich, unmittelbar Informationen über das Internet abzurufen und weiterzugeben (BMBF 2016). Bei der modernen medialen Erweiterung des Selbst wird die physische Welt weitgehend mit der virtuellen verbunden. In diesem Kapitel liegt die Aufmerksamkeit auf der Vernetzung von Menschen, die im Hinblick auf ihr Ernährungsverhalten und über den Transfer von Daten ihres Ernährungsstatus‘ im Austausch stehen, der mittels einer App festgehalten wurde. Ergänzend zur Aufzeichnung von Daten und Informationen besteht die Möglichkeit, die erbrachten Aktivitäten und Leistungen via E-Mail, SMS oder Internet über soziale Medien an Freunde und Familie mitzuteilen. So werden die Daten in einen Kontext gesetzt und ebenso kann sich eine positive Rückmeldung von sozialen Beziehungen positiv auf die Motivation für weiterfolgende Aktivitäten auswirken (ebd). Das Mitteilen von Leistungen wird aus dem Wunsch nach Aufmerksamkeit und Zuneigung hervorgebracht.
Das narzisstische Menschenbild, wie es Hans-Joachim Maaz erklärt, entsteht bereits in der frühzeitlichen Mutter-Kind-Beziehung, wenn das Neugeborene nicht ausreichend Zuneigung bekommt, und entwickelt sich fortlaufend unter dem Entzug von ausreichend Liebe (MAAZ 2013, S. 7). Trotz Vorhandenseins von entwicklungsgefährdenden Risikofaktoren muss allerdings kein negativer Entwicklungsverlauf vorprogrammiert sein (RICHTER-KORNWEITZ 2015, S. 110). Es kommt dabei wesentlich auf den individuellen Prozess an. Jedes Individuum hat andere Persönlichkeitseigenschaften und vielfältige Schutzfaktoren können wirksam werden.
1 Ernährung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Untersuchung des modernen Ernährungsverhaltens und differenziert die Begriffe Essen und Ernährung.
2 Wandel der gesellschaftlichen Strukturen: Dieses Kapitel erläutert den soziologischen Kontext der Individualisierung und des Megatrends Gesundheit als neue gesellschaftliche Norm.
3 Einflüsse auf das Individuum: Hier wird analysiert, wie sich das Umfeld auf das Selbstkonzept auswirkt und welche Rolle Identitätsfindung sowie Anerkennung spielen.
4 Informationsverhalten von Verbrauchern: Dieses Kapitel beschreibt die psychologischen Herausforderungen im Umgang mit der Informationsflut über Lebensmittel und die Suche nach Orientierung.
5 Selbstoptimierung: Der Hauptteil untersucht detailliert, wie technologische Hilfsmittel wie Apps zur Kontrolle des Essverhaltens beitragen und welche psychischen Risiken durch gesteigerten Leistungsdruck entstehen.
6 Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und warnt vor einer Übersteigerung der Gesundheitsfixierung, die zu Zwang und sozialer Isolation führen kann.
Selbstoptimierung, Ernährung, Gesundheit, Megatrend, Orthorexia nervosa, Soziale Netzwerke, Identität, Anerkennung, Essverhalten, Smartphone Apps, Leistungsgesellschaft, Konsumverhalten, Psychologie, Körperbild, Ernährungspsychologie.
Die Arbeit behandelt die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Erwartungen an einen gesunden Lebensstil und dem individuellen Zwang, den eigenen Körper zu optimieren.
Die Schwerpunkte liegen auf dem gesellschaftlichen Wertewandel, der psychologischen Bedeutung von Ernährung als Statussymbol sowie den Auswirkungen von Smartphone-Apps auf die Selbstwahrnehmung.
Die Arbeit untersucht, inwiefern der soziale Druck zur gesunden Ernährung bei Individuen Selbstoptimierungszwänge auslöst und welche Rolle technische Hilfsmittel bei der Entwicklung eines gestörten Essverhaltens spielen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Zusammenführung aktueller soziologischer und psychologischer Erkenntnisse zur Ernährungspsychologie und Konsumforschung.
Der Hauptteil analysiert, wie der Einzelne versucht, in einer komplexen Welt durch Datenkontrolle (z.B. mittels Apps) Sicherheit zu gewinnen, und beleuchtet die dunklen Seiten dieses Prozesses, wie etwa die Entwicklung von Orthorexia nervosa.
Die zentralen Begriffe sind Selbstoptimierung, Gesundheitswahn, Affektkontrolle, Orthorexie, Identitätsfindung und digitale Selbstvermessung.
Es bezeichnet eine krankhafte, zwanghafte Fixierung auf die Reinheit und Qualität von Lebensmitteln, bei der die Auswahl der Nahrungsmittel oft extrem eingeschränkt wird.
Apps fungieren als externe Steuerungssysteme, die durch Protokollierung und Datenauswertung zu einer Rationalisierung des Essverhaltens führen, aber auch den Leistungsdruck und die Überwachung des eigenen Körpers verstärken.
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