Bachelorarbeit, 2015
118 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Heranführung an das Thema
1.2 Aufbau und Struktur
2 Bestimmung des Ausgangsmaterials
2.1 Festlegung des Materials
2.1.1 Entstehungssituationen der Interviews
2.1.2 Formale Charakteristik des Ausgangsmaterials
2.1.3 Die Zeitzeugen
2.2 Methodisches Vorgehen
3 Heimliches Lesen in der DDR
3.1 Die Literaturpolitik in der DDR
3.2 Funktionen von Literatur aus Sicht der DDR
4 Heimliche Leser und ihre Erfahrungen mit unerwünschter Literatur
4.1 Baldur Haase
4.2 Vera Lengsfeld
4.3 Siegmar Faust
4.4 Thomas Dahnert
4.5 Siegbert Schefke
4.6 Holger Irmer
4.7 Matthias Chlebowski
5 Auswertung der Zeitzeugeninterviews
6 Fazit
Diese Arbeit untersucht das Phänomen des heimlichen Lesens und des Bücherschmuggels in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), um die Strategien der Bürger zur Umgehung kultureller Zensur sowie die persönlichen Konsequenzen ihres Handelns zu beleuchten. Basierend auf Zeitzeugeninterviews wird erforscht, ob und wie der Zugang zu verbotener Literatur das Weltbild und die politische Haltung der Leser prägte.
4 Heimliche Leser und ihre Erfahrungen mit unerwünschter Literatur
Synonyme für das Wort „heimlich“ sind beispielsweise „verborgen“ und „unerkannt“, es geschehen Dinge, die andere Menschen nicht erfahren sollen. Der Leser ist ein Rezipient schriftlicher Texte. Die Bevölkerung der DDR hatte Zugang zu Literatur, die der Staat für angemessen und ideologiekonform hielt. Dem gegenüber stand die Literatur aus der Bundesrepublik Deutschland und dem westlichen Ausland, die den Menschen vorenthalten wurde. Wer wirklich großes Interesse an Literatur hatte, musste den Konsum also im Verborgenen betreiben. Der heimliche Leser war demnach jemand, der in der DDR nicht öffentlich zugängliche Druckerzeugnisse rezipierte.
Eine tragende Rolle spielte auch die Neugier und der Reiz des Verbotenen, was mir auch von Herrn Faust bestätigt wurde: „Das nachvollziehen, was es noch in der Welt gibt, und ob das Indien ist, alles was eben verboten war oder alles, was einem vorenthalten wurde. Da war man neugierig.“ Es ging ja letztendlich nicht nur darum, dass man bestimmte Literatur nicht lesen durfte. Vielmehr war ja das ganze Leben von einer Ideologie bestimmt, die die Menschen von allem Unbekannten und nicht dem Sozialismus entsprechenden fernhielt.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Lesens unter restriktiven Bedingungen in der DDR ein und umreißt den Aufbau der wissenschaftlichen Untersuchung.
2 Bestimmung des Ausgangsmaterials: Hier werden die methodische Grundlage der Oral History und der qualitativen Inhaltsanalyse dargelegt sowie die Auswahl der Zeitzeugen und deren Interviews erläutert.
3 Heimliches Lesen in der DDR: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Literaturpolitik der DDR und analysiert die Funktionen, die Literatur aus der Sicht der SED erfüllen sollte.
4 Heimliche Leser und ihre Erfahrungen mit unerwünschter Literatur: Der Hauptteil präsentiert die individuellen Lebenswege und persönlichen Erfahrungen von sieben Zeitzeugen mit verbotener Literatur.
5 Auswertung der Zeitzeugeninterviews: Die Erkenntnisse aus den Interviews werden hier systematisch verglichen, kategorisiert und in den literaturhistorischen Kontext eingeordnet.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die individuelle Bedeutung von Bildung und Freiheit durch Literatur im Kontext der DDR-Diktatur.
DDR, Literaturpolitik, Zensur, Bücherschmuggel, Heimliche Leser, Oral History, Qualitative Inhaltsanalyse, SED, Unerwünschte Literatur, Zeitzeugen, Systemkritik, Bildung, Ideologie, Staatssicherheit, Widerstand.
Die Arbeit analysiert das Phänomen des „heimlichen Lesens“ in der DDR, also den bewussten Konsum von staatlich nicht zugelassener Literatur und die verschiedenen Schmuggelmethoden der Bürger.
Im Fokus stehen die staatliche Kulturpolitik, die Zensurmechanismen der DDR sowie die individuellen Handlungsspielräume und Motivationen der betroffenen Leser.
Das Ziel ist es, zu ergründen, wie DDR-Bürger durch das Lesen verbotener Literatur versuchten, ihren Wissenshorizont zu erweitern und eine kritische Auseinandersetzung mit ihrem Alltag und dem Staat zu ermöglichen.
Die Arbeit basiert primär auf der Methode der „Oral History“, unterstützt durch die „Qualitative Inhaltsanalyse“, um die Erfahrungen von Zeitzeugen wissenschaftlich auszuwerten.
Der Hauptteil widmet sich in ausführlichen Kapiteln den persönlichen Erlebnissen von sieben Zeitzeugen, die von ihren Erfahrungen mit verbotener Literatur und den damit verbundenen persönlichen Konsequenzen berichten.
DDR-Literatur, Zensur, Bücherschmuggel, Systemkritik, Zeitzeugeninterviews und ideologische Kontrolle.
Die Überwachung durch die Stasi war für viele Interviewte ein ständiger Begleiter; einige erlebten direkte Repressionen wie Verhaftungen oder Haftstrafen, während andere eher im Verborgenen agierten.
Neben dem Reiz des Verbotenen bot diese Literatur alternative Perspektiven auf die Welt, die dem DDR-Einheitsbild des Sozialismus entgegenstanden und als „Fenster zur Welt“ dienten.
Nein, die Motive waren sehr individuell: Sie reichten von reinem intellektuellem Interesse und Unterhaltung bis hin zu explizit politischer Motivation und Widerstand gegen das SED-Regime.
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