Masterarbeit, 2015
94 Seiten, Note: 13
1. Einführung
2. PROJEKTFINANZIERUNG
2.1. Charakteristika der Projektfinanzierung und Risikostrukturierung
2.1.1. Definition der Projektfinanzierung
2.1.2. Projektbeteiligte und Projektphasen
2.1.3. Rolle der Projektgesellschaft
2.2. Kapitalstruktur und Finanzierungsquellen
2.3. Absicherung der Finanzierung und Haftungsbegrenzung
2.4. Vertragliche Gestaltung einer Projektfinanzierung
2.5. Öffentlich-private Partnerschaft (Public Private Partnership / PPP)
3. KREDITVERTRAGSRECHT
3.1. Vorüberlegung: Cash-flow-Modell und Zustandekommen des Vertrags
3.1.1. Cash-flow-Modell
3.1.2. Zustandekommen des Kreditvertrages
3.1.3. Trennung des Verpflichtungs- und Verfügungsgeschäfts
3.1.4. Krediteröffnungsvertrag
3.2. Inhalt und Struktur des Kreditvertrags
3.2.1. Vertragsparteien und deren Vertragspflichten
3.2.2. Beratungspflichten bei Vertragsschluss
3.2.3. Zinsen
3.2.4. Erfüllungsgehilfe der Banken
3.3. Anwendung der allgemeinen Geschäftsbedingungen
3.4. Haftungsrechtliche Ansätze
3.5. Zusicherungen und Auszahlungsvoraussetzungen
3.5.1. Zusicherungen
3.5.2. Auszahlungsvoraussetzungen und Abruf der Darlehensvaluta
3.6. Kündigung des Darlehensvertrages
3.7. Beteiligung mehrerer Kreditgeber
3.7.1. Konsortialkredit und Syndizierung
3.7.2. Unterbeteiligung
4. KREDITSICHERUNG IN DER PROJEKTFINANZIERUNG
4.1. Realsicherheiten
4.1.1. Grundschuld
4.1.2. Sicherungsübereignung
4.1.3. Abtretung der Forderungen im Kreditvertrag
4.1.3.1. Abtretung des Zahlungsanspruchs und sonstiger Forderungen
4.1.3.2. Abtretungsverbot für den Darlehensnehmer
4.1.4. „Verpfändung der Konten“
4.1.5. Kreditsicherung am Vermögen der Sponsoren
4.2. Personalsicherheiten
4.2.1. Bürgschaft
4.2.2. Garantie
4.2.3. Schuldbeitritt
4.2.4. Patronatserklärung
4.2.5. Positive und negative Auflagen (Covenants)
4.3. Grenzen zur Wirksamkeit von Sicherheiten
4.4. Spezielle Regelung für den Krisenfall
4.5. Absicherung bei Exportkrediten
5. SCHLUSSFOLGERUNGEN
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Krediten als Finanzierungsmittel für Großprojekte unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Russland. Ziel ist es, die spezifischen rechtlichen Herausforderungen bei der Projektfinanzierung zu analysieren, insbesondere in Bezug auf die Strukturierung des Kreditvertrags, die Absicherung durch Sicherheiten und die besonderen Anforderungen bei grenzüberschreitenden Vorhaben.
2.1.1. Definition der Projektfinanzierung
Es findet sich im Schrifttum keine einheitliche Definition der Projektfinanzierung. Jeder Projektfinanzierung liegt die Idee zugrunde, dass ein Projekt sich finanziell selbst tragen muss, indem die aus dem Projekt generierende Liquiditätsüberschüsse (cash-flow) und nicht ein einzelnes Unternehmen (non-resource / limited resource financing) die Finanzierung sicherstellen. In diesem Sinne müssen den Eigen- und Fremdkapitalgebern ausreichende Sicherheiten für das Projekt zur Verfügung stehen, um die Verzinsung und Rückzahlung des eingesetzten Kapitals zu ermöglichen. Gleichzeitig stehen hinter dem unternehmerischen Vorhaben eines jeden Projektes konkrete Rechtspersönlichkeiten, welche die eigenen Interessen im Projekt verfolgen und gleichzeitig unter Berücksichtigung der Ausfallchancen des Projekts die eigenen Risiken zwischen den sonstigen Teilnehmern verteilen wollen.
Mit dem Begriff „Projektfinanzierung“ (Project Finance) bezeichnet man also die Finanzierung einer sich selbst tragenden Wirtschaftseinheit, die sich im Projekt verkörpert. Verzinsung und Rückzahlung des Kredits, der im Voraus aufgenommen wurde, erfolgen weitgehend oder ausschließlich aus den Erträgen des zu finanzierenden Projekts, ohne dass ein Rückgriff auf das sonstige Vermögen der Projektbeteiligten erfolgt.
1. Einführung: Die Einleitung bietet einen historischen Überblick über die Entstehung von Projektfinanzierungen und erläutert die Relevanz des Kredits als Finanzierungsmittel für Großprojekte unter Einbeziehung des russischen Rechts.
2. PROJEKTFINANZIERUNG: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Charakteristika, die Rolle der Projektgesellschaft sowie die Kapitalstrukturen und Risikostrukturierungen in der Projektfinanzierung.
3. KREDITVERTRAGSRECHT: Der Hauptteil behandelt die rechtliche Gestaltung des Kreditvertrages, das Cash-flow-Modell, die Rolle der Banken als Berater sowie die Kündigungsrechte und die Beteiligung mehrerer Kreditgeber.
4. KREDITSICHERUNG IN DER PROJEKTFINANZIERUNG: Hier werden die verschiedenen Sicherungsinstrumente, sowohl Realsicherheiten als auch Personalsicherheiten, sowie deren Grenzen und die Absicherung bei Exportkrediten detailliert analysiert.
5. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung einer tragfähigen Risikostrukturierung sowie die zunehmende Rechtsangleichung zwischen Deutschland und Russland.
Projektfinanzierung, Kreditvertrag, Kreditsicherung, Cash-flow, Projektgesellschaft, PPP, Konsortialkredit, Sicherheiten, Risikostrukturierung, Deutsches Recht, Russisches Recht, Zusicherungen, Covenants, Exportfinanzierung, Darlehen.
Die Arbeit befasst sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen der Kreditfinanzierung im Kontext von Großprojekten unter Vergleich der deutschen und russischen Rechtslage.
Zu den Kernbereichen zählen die Strukturierung von Projektfinanzierungen, das Kreditvertragsrecht, die Besicherung von Forderungen sowie die Besonderheiten bei PPP-Projekten und staatlich geförderten Exportkrediten.
Ziel ist es, die rechtliche Gestaltung der Kreditfinanzierung zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie Risiken zwischen den Projektbeteiligten unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Rechtssysteme verteilt werden.
Der Autor nutzt die Methode der Rechtsvergleichung, um die Instrumente der Projektfinanzierung im deutschen und russischen Recht einander gegenüberzustellen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herauszuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Kreditvertragsstrukturen (einschließlich Beratungspflichten und Kündigungsrechten) sowie der Kreditsicherung (einschließlich Realsicherheiten, Garantien und Covenants).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Projektfinanzierung, Kreditvertrag, Kreditsicherung, Covenants, Rechtssystemvergleich Deutschland-Russland und Risikomanagement charakterisieren.
Das Modell ist essenziell, da es die Grundlage für die Einschätzung der Kreditwürdigkeit und Schuldendienstfähigkeit des Projekts bildet und direkt in die vertraglichen Vereinbarungen (z.B. Financial Covenants) einfließt.
Während der Kreditvertrag in Deutschland primär als Konsensualvertrag ausgestaltet ist, wird er im russischen Recht (bzw. bei der Einordnung des Darlehensvertrags) teilweise als Realvertrag verstanden, was Auswirkungen auf das Zustandekommen und die Haftung hat.
Direktvereinbarungen schaffen eine vertragliche Verbindung zwischen den finanzierenden Banken und anderen Projektbeteiligten, um im Krisenfall die Kontrolle über das Projekt zu sichern und eine reibungslose Fortführung zu ermöglichen.
Da Patronatserklärungen (besonders weiche) oft keinen rechtlich voll durchsetzbaren Anspruch begründen, ziehen Banken in der Praxis stärkere Sicherungsmittel wie Bürgschaften oder Garantien vor.
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